An diesem Sonntag geht es für unsere Basketball Löwen Braunschweig nach einer aufregenden Woche auswärts beim Tabellensechzehnten Veolia Towers Hamburg mit dem nächsten hochbrisanten Spiel im Kampf um den Klassenerhalt in der easyCredit BBL weiter. Dabei wird mit Löwen-Trainerlegende Liviu Calin nicht nur ein vorübergehender neuer Headcoach an der Seitenlinie stehen, sondern auch der kürzlich verpflichtete Spielmacher Kaza Kajami-Keane sein Debüt im Löwen-Trikot geben. Tip-Off der Partie in der Inselpark Arena ist um 16:30 Uhr – das Spiel wird live bei Dyn sowie im Free-TV bei WELT TV gezeigt und von Stefan Koch kommentiert.
Bei den Löwen überschlugen sich in dieser Woche die Ereignisse. Auf die 94:99-Heimniederlage am vergangenen Wochenende gegen den direkten Konkurrenten aus Heidelberg folgte zu Wochenbeginn die Entscheidung, Headcoach Kostas Papazoglou mit sofortiger Wirkung freizustellen. Der jahrelange und sehr erfahrene Braunschweiger Co-Trainer sowie Dennis Schröder-Entdecker Liviu Calin hat diesen Posten interimsmäßig übernommen und ab Dienstag das Training geleitet. Zudem stieß am Mittwoch Kaza Kajami-Keane dazu. Der Guard wurde kurzfristig als Reaktion auf den Ausfall von Barra Njie verpflichtet und kommt direkt aus der BBL von den NINERS Chemnitz. Damit gab es gleich zwei wichtige Veränderungen rund um das Team, von denen sich die Löwen neue Impulse im Kampf um den Klassenerhalt erhoffen. „Es war eine intensive Woche für uns alle, in der wir viel zu tun hatten“, sagt Calin. „Jetzt gilt es, dass wir uns schnellstmöglich an die neue Situation anpassen.“

Für Calin liegt der volle Fokus auf den anstehenden Aufgaben. Entsprechend wollte er mit Blick auf das Spiel in Hamburg nicht viele Worte verlieren. Die Braunschweiger Trainerlegende betonte jedoch, wie sehr ihn der deutlich spürbare Rettungsspirit von allen Seiten motiviere, und stellte klar: „Ich werde alles tun, was ich kann.“ Für ihn bedeutete das zunächst, im Training an einigen Stellschrauben zu drehen – allerdings ohne radikale Veränderungen vorzunehmen. Die Mannschaft, in der unter der Woche weiterhin einige Spieler verletzt oder angeschlagen fehlten, habe gut darauf reagiert und konzentriert gearbeitet. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Integration von Kaza Kajami-Keane. Der Neuzugang absolvierte am Mittwoch seine erste Trainingseinheit mit dem Team und hinterließ dabei einen positiven Eindruck – insbesondere durch seine Führungsqualitäten und seine Rolle als Spielmacher.
Der nächste Löwen-Gegner hat in dieser Saison auch schon einige Anpassungen hinter sich und seinen Kader im Vergleich zum Hinrundenspiel deutlich verändert. Die Partie im November hatten die Löwen souverän mit 85:73 gewonnen. Damals standen bei den Towers noch Carlos Stewart Jr., JP Tokoto II und Justin Edler-Davis auf dem Parkett, die den Klub inzwischen ebenso verlassen haben wie Eric Reed II. Neu hinzugekommen sind dagegen die beiden Guards Ross Williams (14,9 PpS) und Devon Daniels IV (14,4 PpS), die dem Hamburger Spiel spürbar neue Impulse gegeben haben. Inzwischen führen sie das Team von Benka Barloschky im Scoring an und waren auch beim ersten Towers-Saisonsieg in der laufenden BBL-Spielzeit am 14. Dezember gegen ALBA BERLIN dabei. Seitdem haben die Hamburger vier ihrer folgenden sechs Ligaspiele gewonnen und die Abstiegsränge verlassen. „Sie haben ein System und dieses jetzt durch Spieler ergänzt, die innerhalb dieses Systems den Unterschied ausmachen“, sagt Löwen-Assistant-Coach Ferried Naciri über den aktuellen Tabellensechzehnten.
Allerdings musste Hamburg am gestrigen Donnerstagabend in seinem vorletzten EuroCup-Spiel der Saison eine deutliche 74:88-Niederlage gegen Cedevita Olimpija Ljubljana hinnehmen. Williams und Daniels IV waren dabei erneut die besten Scorer der Towers. Am vergangenen Wochenende überzeugten die Hanseaten in der BBL jedoch mit einem klaren 86:69-Heimsieg gegen die NINERS Chemnitz. „Wir werden von Tag zu Tag reifer als Team. Die Performance heute hat das wieder bestätigt“, sagte Barloschky nach dem Erfolg – sicher auch mit Blick darauf, dass sich sein Team nur elf Ballverluste leistete. Genau dort liegt eigentlich eine Schwachstelle der Towers, die ligaweit die meisten Turnover produzieren (16,1). Im Hinspiel spielte das jedoch keine entscheidende Rolle für den Löwen-Sieg. Ausschlaggebend war damals unter anderem, dass Kapitän Chip Flanigan & Co. die Hamburger um den ehemaligen Löwen Benedikt Turudic bei nur 38 Prozent Trefferquote aus dem Feld hielten – was sich in lediglich 73 erzielten Punkten niederschlug.
Das darf sich aus Sicht der Löwen am Sonntag gerne wiederholen, die unbedingt ihren fünften Saisonsieg holen und die Serie von sechs Niederlagen in Folge beenden wollen. Dass Kaza Kajami-Keane dabei mitwirkt, könnte ein gutes Omen sein: Der Kanadier hat während seiner bisherigen BBL-Karriere zweimal gegen die Towers gespielt und beide Partien gewonnen.