Zweiter Sieg im zweiten easyCredit BBL-Spiel der neuen Saison! 3.338 Zuschauende in der Volkswagen Halle feierten unsere Basketball Löwen Braunschweig am Sonntagnachmittag als sie nach einer umkämpften und intensiven Schlussphase den 83:82-Erfolg (46:34) gegen die ROSTOCK SEAWOLVES perfekt gemacht hatten. Den Grundstein dafür hatte ein starkes erstes Viertel gelegt, das die Mannschaft von Ramón Díaz mit 30:13 für sich entschied. Die nachfolgenden Viertel gingen an die Gäste, die mit zunehmender Spieldauer ihre Qualitäten zeigten, während bei den dezimierten Löwen langsam der Akku leerlief. Dennoch konnten Topscorer Devin Askew (20 Punkte) und Co. ihre Führung bis zum Schluss halten – die hatten sie im gesamten Spiel übrigens kein einziges Mal abgegeben.
„Diese Mannschaft ist etwas Besonderes. Die Jungs sind Kämpfer und haben einen Weg gefunden, bis zur letzten Sekunde zu kämpfen“, sagte der glückliche Ramón Díaz nach der Partie. Der Löwen-Headcoach hatte einen Auftakt nach Maß seines Teams gesehen, das zunächst seinen Rhythmus suchte und dann offensiv wie defensiv auftrumpfte. Die SEAWOLVES waren nur bis zum 11:8 dran, ehe die Löwen richtig aufs Gaspedal traten und sich Stück für Stück absetzten. Neben dem erneut starken Devin Askew hatte daran auch „Dae-Dae“ Reaves großen Anteil. Der Guard übte über das gesamte Feld hohen Verteidigungsdruck aus und setzte auch offensiv Akzente. Beide Guards zogen immer wieder beherzt zum Korb und waren damit erfolgreich.

30:13 stand es nach zehn Minuten. Die Löwen waren den Rostockern zu diesem Zeitpunkt klar überlegen: Sie arbeiteten besser beim Rebound, trafen besser, hatten mehr Assists verteilt und verteidigten gut. Doch es war zu erwarten, dass sich die ambitionierten und im EuroCup antretenden SEAWOLVES in die Partie zurückkämpfen würden. Und genau das taten sie zu Beginn des zweiten Viertels. Sie intensivierten ihre Verteidigungsarbeit in der Zone, steigerten sich beim Rebound und agierten zunehmend physischer. Daraus resultierte ein 8:0-Lauf der Gäste um Robin Amaize, worauf Ramón Díaz mit einer Auszeit reagierte. Rostock kam zunächst noch weiter heran, bevor sich die Löwen wieder fingen und insbesondere dank guter Aktionen des schnellen Reaves erneut etwas absetzen konnten.
Zur Halbzeit lagen die Löwen verdient mit 46:34 vorne. Allerdings waren die Rostocker beim Rebound mittlerweile ebenbürtig und hatten auch ihre Trefferquote gesteigert. Es war deutlich zu erkennen: Die Gäste kamen immer besser ins Spiel – auch durch ihre vielen Offensiv-Rebounds. In der 23. Minute lagen die Löwen zwar noch mit 13 Punkten vorne, doch nur zwei Minuten später stand es 55:50. Gegen die Switch-Verteidigung taten sie sich offensiv zunehmend schwer, und auch defensiv wurde es schwieriger, die SEAWOLVES zu stoppen. Nach fünf Minuten hatten die angeführt von Artur Konontsuk bereits 16 Punkte erzielt – und wieder reagierte Díaz mit einer Auszeit.
Die zeigte sofort Wirkung. Hinten holten die Löwen Stopp um Stopp, vorne fielen die Würfe wieder. Askew und Co. legten einen 10:0-Lauf aufs Parkett und stellten auf 65:50. Der defensiv starke Ferdi Zylka veredelte die Phase schließlich mit einem Dreier zum 68:55.
Aber die dezimierten Löwen, bei denen neben den bekannten verletzten Spielern kurzfristig auch noch Chip Flanigan fehlte, wurden gegen die physischen Gäste zunehmend müder. Rostock verlangte ihnen alles ab – und der Vorsprung schrumpfte wieder. Mit dem Start ins Schlussviertel lag das Díaz-Team noch mit neun Punkten vorne (70:61), verstrickte sich gegen die SEAWOLVES-Verteidigung aber zunehmend in Eins-gegen-Eins-Situationen und fand seltener gute Lösungen. Nach einem Dreier von TJ Crockett Jr. kamen die Gäste bedrohlich nah heran, bis auf zwei Punkte. Aber die Löwen kämpften. Sie steckten nicht auf, und Devin Askew übernahm Verantwortung. Der Topscorer traf zwei Freiwürfe und anschließend einen Dreier, wodurch sich sein Team wieder etwas Luft verschaffte (77:70). Als Tajh Green kurz darauf einen Wurf der Gäste blockte und die Aktion am anderen Ende des Feldes selbst mit einem Dunk abschloss, waren die Löwen wieder mit acht Punkten vorne.
Doch der Drops war noch nicht gelutscht. Stattdessen spitzte sich die Partie zu und wurde endgültig zum Krimi. 23 Sekunden vor dem Ende erzielte Rostock das 81:80 aus Löwensicht. Offensiv ging bei den Löwen kaum noch etwas. Doch erneut war es Devin Askew, der ein Foul zog und sich auch in der letzten Spielminute keine Blöße an der Freiwurflinie gab. Er versenkte beide Würfe zum 83:80. Im Gegenzug verpasste Rostock zwei Chancen zum Ausgleich, ehe Withers per Tip-In den Endstand herstellte.
Am Rande der Bande: Neben den noch verletzten Gian Aydinoglu (Schulter), Eddy Edigin (Oberschenkel) und Romario Holloway (Knie) fehlte Chip Flanigan kurzfristig aus persönlichen Gründen.
Die Trainerstimmen zum Spiel:
Ramón Díaz (Basketball Löwen Braunschweig): „In den ersten 10 bis 15 Minuten haben wir hervorragende Arbeit geleistet. Wir haben unseren Plan und alle Details perfekt umgesetzt. Diese starke Anfangsphase hat uns die Möglichkeit gegeben, mit einem kleinen Vorsprung in die letzte Minute zu gehen. Allerdings waren wir schon sehr müde. Rostock hat uns an unsere Grenzen gebracht, denn sie sind eine sehr physische Mannschaft, die vor allem in der Verteidigung sehr gut spielt. Sie haben viel geswitcht und uns dadurch kaum die Möglichkeit gegeben, unseren Stil – den Ball zu bewegen und als Team zu spielen – durchzusetzen. Dadurch wurden wir zu mehr Eins-gegen-Eins-Situationen gezwungen, und diese haben wir nicht gut genug gelöst. Das ist ein Punkt, an dem wir uns weiterentwickeln müssen, damit wir in solchen Mismatch-Situationen besser reagieren können. Aber diese Mannschaft ist etwas Besonderes. Die Jungs sind Kämpfer und haben einen Weg gefunden, bis zur letzten Sekunde zu kämpfen. Darauf müssen wir aufbauen und gleichzeitig weiter daran arbeiten, das zu entwickeln, was uns als Mannschaft ausmacht.“
Przemyslaw Frasunkiewicz (ROSTOCK SEAWOLVES): „Wir sind schwach ins Spiel gestartet, und Braunschweig hatte einen sehr guten Start und konnte sich einen großen Vorsprung erspielen. Es hat uns viel Kraft gekostet, wieder ins Spiel zu kommen, und am Ende hatten wir die Chance, durch unsere Dreier den Ausgleich zu erzielen. Das hat aber nicht geklappt. Insgesamt bin ich mit unserer ersten Halbzeit gar nicht zufrieden, und wir müssen ein paar Dinge in unserem Spiel ändern. Aber mir hat gefallen, wie wir uns in der zweiten Halbzeit zurückgekämpft haben.“
Basketball Löwen: Bangala 7, Schröder 5, Reaves 15 (5 Rebounds, 5 Assists), Askew 20 (6 Rebounds, 4 Assists), Zylka 13 (8 Rebounds, 3 Assists), Edwards 5, Eklou n.e., Laar n.e., Haase 10, Wahren n.e., Green 8.
ROSTOCK SEAWOLVES: Crockett Jr 18, Copeland 6, Lockhart 4, Baggette, Hartwich, Lansdowne 4 (4 Assists), Amaize 14 (8 Rebounds), Stove 7, Klassen, Withers 7, Konontsuk 16 (6 Rebounds), Leuchten 6.