Unsere Basketball Löwen Braunschweig sind nach der FIBA-Pause auswärts beim Pokalsieger und Tabellensiebten BMA365 Bamberg Baskets in das entscheidende letzte Saisondrittel gestartet und mussten sich nach einer sehr guten ersten Halbzeit am Ende mit 81:88 (44:32) geschlagen geben. Vor allem defensiv überzeugte das auf dem letzten Tabellenplatz stehende Team von Ramón Díaz zunächst und ging mit 20:5 in Führung, konnte dieses Niveau jedoch nicht über die komplette Spielzeit halten. In der zweiten Halbzeit kassierten die Löwen 56 Punkte, während sie selbst nur 37 Zähler erzielten. „In der ersten Halbzeit haben wir einen richtig guten Job gemacht und die Art Verteidigung gezeigt, die wir spielen wollen. (…) Aber wir müssen weiter hart daran arbeiten, über 40 Minuten so in der Verteidigung zu stehen“, sagte Löwen-Headcoach Ramón Díaz nach der Niederlage.
Die Löwen kamen unglaublich stark ins Spiel – vor allem defensiv. Sie übten immensen Druck auf die Bamberger aus, forcierten Ballverluste und ließen den Pokalsieger überhaupt nicht in seinen Rhythmus kommen. Aus dieser griffigen Verteidigung schöpfte das Díaz-Team Selbstvertrauen für die Offensive. Zwar lag die Trefferquote aus dem Zweierbereich nur bei 40 Prozent, dennoch reichte das gekoppelt mit der guten Verteidigung zu einer verdienten 20:5-Führung nach sieben Minuten. Zu diesem Zeitpunkt stand der wieder genesene Josh Hawley erstmals seit Anfang Dezember wieder auf dem Parkett und ließ kurz darauf einen Dreier durch die Reuse rauschen. Es lief einfach bei den Löwen – auch wenn dieses Mal neben Barra Njie (Glutealmuskulatur), Philipp Hartwich (Rücken), und Romario Holloway (Gehirnerschütterung) mit Simi Shittu zudem der beste Rebounder und effektivste Spieler der BBL fehlte. Der Center hat sein FIBA-Fenster Beschwerden im Fuß und konnte deshalb nicht mitwirken.
Das konnten die Löwen aber noch kompensieren, die mit 23:11 ins zweite Viertel gingen. Dort stellte sich Bamberg allerdings besser auf das Spiel der Löwen ein, agierte physischer und verteidigte konsequenter. Für die Braunschweiger wurde es zunehmend schwieriger, zum Korb durchzudringen – auch, weil Top-Shotblocker EJ Onu unter dem Brett präsent war. Gleichzeitig häuften sich die Ballverluste, die Kaza Kajami-Keane und seine Mitspieler zu Beginn noch gut im Griff gehabt hatten. Die Folge war ein viertelübergreifender 8:0-Lauf der Gastgeber, die auf 23:17 verkürzten und auch beim Offensiv-Rebound präsenter wurden. Dennoch konnten sich die Löwen in dieser Phase weiterhin auf ihre Defensive und ihre Dreierquote verlassen. Immer wenn Bamberg näherkam, folgte entweder ein wichtiger Stopp oder ein erfolgreicher Distanzwurf. So auch drei Minuten vor der Pause, als Joshie Obiesie einen Dreier zum 41:28 versenkte.

Nach 20 gespielten Minuten (44:32) hatte die Díaz-Mannschaft 47 Prozent ihrer Dreier versenkt, während die Bamberger nur magere 14 Prozent getroffen hatten. Aber das sollte sich in der zweiten Halbzeit entscheidend ändern, was auch für die defensive Leistung der Löwen galt. Die kamen kalt aus der Kabine zurück und hatten ihren Shooting Touch von der Dreierlinie gänzlich verloren. Neunmal drückten sie im dritten Viertel vom Perimeter ab – aber keiner der Würfe fand ins Ziel. Gleichzeitig machte sich das Fehlen von Simi Shittu zunehmend bemerkbar, der in der Zone für zusätzliche Präsenz und defensiven Einfluss hätte sorgen können. Stattdessen drehte Bamberg um Pokal-MVP Demarcus Demonia immer stärker auf. Der Flügelspieler hatte zur Halbzeit nur drei Punkte erzielt, legte im dritten Viertel jedoch zehn weitere nach und war maßgeblich daran beteiligt, dass die Partie kippte. In der 26. Minute gerieten die Löwen mit 50:51 in Rückstand und fanden vor allem defensiv zu selten Lösungen gegen die Offensive der Mannschaft von Anton Gavel. Aber sie blieben im Spiel, weil sie im Angriff wieder etwas mehr Rhythmus fanden.
Die Löwen gingen mit 59:61 in die letzten zehn Minuten, in denen die Gastgeber treffsicherer vom Perimeter wurden: Unter ihren ersten vier Körben waren drei Dreier. Insbesondere Kaza Kajami-Keane hielt in dieser Phase dagegen, konnte aber nicht verhindern, dass er und sein Team mit 66:72 ins Hintertreffen gerieten. Die Löwen steckten allerdings nicht auf, sondern kamen nochmal zurück. Nach einem 8:0-Lauf mit guten defensiven Sequenzen lagen sie plötzlich mit zwei Punkten vorne (74:72, 36. Min.). Anschließend unterliefen Chip Flanigan und seinen Kollegen jedoch zu viele Fehler, die konsequent von den Bambergern bestraft wurden. 84 Sekunden vor dem Ende betrug der Rückstand des Teams von Ramón Díaz zehn Punkte und das war nicht mehr aufzuholen.
Die Trainerstimmen zum Spiel:
Ramón Díaz (Basketball Löwen Braunschweig): „In der ersten Halbzeit haben wir einen richtig guten Job gemacht. Da ist es uns gelungen, die Art Verteidigung zu zeigen, die wir spielen wollen. Ich bin davon überzeugt, dass diese Mannschaft eine gute Chance und vor allem auch die Fähigkeiten dazu hat, Spiele zu gewinnen und so auch die Liga zu halten. In der Verteidigung müssen wir aber noch besser werden. In der ersten Halbzeit hat das schon ganz gut ausgesehen, aber wir müssen weiter hart daran arbeiten, über 40 Minuten so in der Verteidigung zu stehen. Wenn wir das nicht über die komplette Spielzeit hinbekommen, dann geht es aus wie heute. Ich habe den Spieler gesagt, dass wir so weiterarbeiten müssen, wie wir das in den beiden letzten Wochen getan haben. Wir müssen die Mentalität haben, besser zu werden und über 40 Minuten gute Verteidigung zu spielen.“
Anton Gavel (BMA365 Bamberg Baskets): „Glückwunsch an unsere Spieler zum Sieg. Wie wir das erwartet haben, war es kein einfaches Spiel. Gegen Mannschaften, die unten in der Tabelle stehen, ist es immer schwierig zu spielen. Braunschweig hat heute hier alles reingeworfen und war super vorbereitet. Genau so sah das dann auch in der ersten Halbzeit aus. Hut ab, dass wir dann in der zweiten Halbzeit so reagiert haben und zurückgekommen sind. In einem Viertel haben wir den Rückstand wettmachen können und im letzten Viertel dann das Spiel doch noch positiv über die Bühne gebracht. Wir sind jetzt in der Liga wieder im Tagesgeschäft. Hier muss nun der volle Fokus liegen, denn wir brauchen die Siege. Heute war es wichtig, diesen Sieg zu holen, egal wie. Wir müssen uns aber steigern.“
Basketball Löwen: Worthy n.e., N’Guessan 8 (7 Rebounds), Schröder 3 (5 Rebounds), Hawley 7, Scuka 4, Zylka 10, Ewelt, Obiesie 10, Kajami-Keane 20 (5 Rebounds, 6 Assists), Sherfield 13 (3 Assists), Flanigan 6 (3 Ballgewinne), Edigin n.e..
BMA365 Bamberg Baskets: Ensminger 6 (5 Assists), Watson 17 (7 Rebounds), Döntgens n.e., Demonia 20 (8 Rebounds), Balint 4, Petkovic, Williams 10, Krimmer 5, Keppeler 3, Onu 4 (4 geblockte Würfe), Höllerl n.e., Crowley 19 (10 Rebounds).