Spielergebnis

82:93

Moral gezeigt: Löwen siegen im Endspiel

Moral gezeigt: Löwen siegen im Endspiel

14.04.
2026

Unsere Basketball Löwen Braunschweig sind im heutigen „Endspiel“ bei Science City Jena unter enormem Druck angetreten – eine Niederlage hätte den sportlichen Abstieg bedeutet. Doch ausgerechnet auswärts, wo die Löwen in dieser Saison bis dato nur einmal gewinnen konnten, zeigten sie Moral und kämpften sich zum Erfolg. Mit dem 93:82-Sieg (40:41) in der Sparkassen-Arena bleibt die kleine Hoffnung auf den Klassenerhalt bestehen. Das Team von Ramón Díaz musste sich diesen Sieg hart erarbeiten. Zur Halbzeit lagen die Löwen noch zurück, hielten aber dank eines überragenden Duos aus Ferdi Zylka (22 Punkte) und Joshua Obiesie (18, 100 Prozent Trefferquote) den Anschluss. Nach der Pause drehten sie die Partie mit viel Einsatz, intensiver Verteidigung und starker Arbeit am offensiven Brett. „Ich bin sehr glücklich, denn es war ein äußerst wichtiges Spiel für uns. Es war unsere letzte Chance, in der Liga zu bleiben – und wir haben einen Weg gefunden“, sagte Trainer Ramón Díaz nach der Partie.

Am Sonntag geht’s mit einem Heimspiel gegen den SYNTAINICS MBC weiter. Tip-Off ist um 15:00 Uhr – Tickets sind im Löwen-Ticketshop, in der Konzertkasse Schloss-Arkaden sowie über die Ticket-Hotline unter 040 319 747 69 52 erhältlich.


Die Anspannung war den Löwen zu Beginn deutlich anzumerken. Viele Fehlwürfe, Unsicherheiten und bereits fünf Ballverluste im ersten Viertel sorgten für einen frühen Rückstand. Jena präsentierte sich physisch stärker, dominierte phasenweise die Rebounds und agierte konsequenter. Das machte sich auf dem Scoreboard bemerkbar: Der insgesamt sehr starke Ferdi Zylka und seine Kollegen liefen einem Rückstand hinterher, der in der 10. Minute acht Punkte betrug (12:20). Einem Dreier des ebenfalls in diesem Endspiel auftrumpfenden Joshua Obiesie war es zu verdanken, dass die Löwen zu Beginn des zweiten Viertels nur mit fünf Zählern hinten lagen.

Löwen vergeben viele Freiwürfe

Die Dreierquote war zu diesem Zeitpunkt ein positiver Aspekt im Löwenspiel. Die Würfe aus der Distanz fielen bei 43-prozentiger Quote, während aus dem Zweierbereich nur drei von 14 Versuchen ihr Ziel fanden. Jena war in Brettnähe deutlich treffsicherer (56 Prozent), aber dafür kalt vom Perimeter (0/6). Aber das reichte für die Gastgeber zunächst, um die Führung zu halten. Die wuchs nochmal auf acht Zähler an (12. Min.), ehe Ferdi Zylka mehr und mehr Verantwortung übernahm. Der Guard traf sicher aus dem Feld, zog Fouls und punktete verlässlich von der Freiwurflinie. Dennoch verhinderten zahlreich vergebene Freiwürfe – unter anderem vom sonst guten David N’Guessan – ein schnelleres Herankommen.

Joshua Obiesie kam auf 18 Punkte und spielte zusammen mit Ferdi Zylka stark auf. Fotos: Christoph Worsch

Aber mit zunehmender Spieldauer fanden die Löwen mehr Rhythmus. Die Defensive stabilisierte sich, und neben Zylka setzte auch Obiesie wichtige Akzente. Das war auch nötig, weil weitere Leistungsträger wie Kaza Kajami-Keane, Bryant Crawford oder Simi Shittu bis dato wenig in Erscheinung traten. Shittu hatte in der 15. Minute sogar schon sein drittes Foul kassiert, was die Löwen aber wegsteckten. Die kämpften sich ins Spiel, bewegten den Ball gut, verteidigten immer besser und lagen zur Pause nur noch mit 40:41 hinten. Nach dem Seitentausch wirkte Jena zunächst energischer und setzte sich erneut leicht ab (42:48). Erinnerungen an manch ein schwaches drittes Viertel wurden wach.

Zehn Offensiv-Rebounds im letzten Viertel

Aber die Löwen waren da und reagierten entschlossen. David N’Guessan ließ es per Dunk krachen und Obiesie netzte danach einen Dreier zum 47:48 ein. Das Spiel war eng, beide Teams machten Fehler, aber der Einsatz der Löwen stimmte. Einfacher wurde es aber nicht. Denn Jena hielt dagegen, blockte erneut zwei Würfe. Doch Kajami-Keane und Co. gaben nicht nach. Stattdessen war es eine Folge von guten Aktionen, die endlich für die Wende sorgten: Auf einen Block von N’Guessan zog Bryant Crawford ein Offensiv-Foul. Direkt danach dunkte Shittu den Ball durch die Reuse, ehe Ferdi Zylka dem Gegner den Ball klaute und zwei weitere Freiwürfe erzwang: 53:52 – die Löwen-Führung (27. Min.). Diese bauten die Löwen bis zum Ende des dritten Viertels auf 65:60 aus.

Das Momentum schien auf Löwenseite zu sein, aber Jena schlug noch einmal zurück. Nach zwei erfolglosen Angriffen lagen die Thüringer im Nu wieder knapp mit 69:68 vorne – Ramón Díaz griff zur Auszeit. Danach waren die Löwen wieder in der Spur. Die arbeiteten nach dem ersten Dreier von Kaza Kajami-Keane in dieser Partie vor allem stark am offensiven Brett, wo sie sich zahlreiche Rebounds holten. Shittu & Co. erzielten im letzten Abschnitt zehn Punkte aus zweiten Chancen – so viele waren ihnen vorher in drei Vierteln gelungen. Zeitgleich zwangen die Löwen den Gegner mit ihrer Defensive zu Fehlern und setzten sich in den Schlussminuten entscheidend ab. Ein Dreier von Bryant Crawford zum 88:75 zwei Minuten vor Schluss besiegelte den Sieg.

Mit dem Erfolg sichern sich die Löwen auch den direkten Vergleich gegen Jena. Fünf Spiele stehen noch aus, der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt nun sechs Punkte.

Die Trainerstimmen zum Spiel:

Ramón Díaz (Basketball Löwen Braunschweig): „Ich bin sehr glücklich, denn es war ein äußerst wichtiges Spiel für uns. Es war unsere letzte Chance, in der Liga zu bleiben, und wir haben außerdem den direkten Vergleich gewonnen. Ich muss meiner Mannschaft gratulieren. Obwohl wir nicht unseren besten Basketball gespielt haben – vor allem in der ersten Halbzeit –, haben wir einen Weg gefunden. Vor allem in der Verteidigung haben wir sehr, sehr solide gearbeitet, vielleicht war es da unser bestes Spiel, seitdem ich hier bin. Aber was ich den Spielern in der Umkleidekabine gesagt habe, ist, dass wir diese Mentalität beibehalten müssen. Wir müssen die Vergangenheit vergessen und von Spiel zu Spiel denken. Aber eins steht fest: Ich werde bis zur letzten Sekunde kämpfen.“

Björn Harmsen (Science City Jena): „Wir haben es nicht geschafft, die Rebounds zu kontrollieren. Braunschweig hatte weniger Regenerationszeit, schafft es aber trotzdem, so eine Physis auf das Parkett zu bringen, mit denen sie fast 20 Offensiv-Rebounds holen. Diese haben uns sehr wehgetan, weil sie daraus auch immer wieder Dreier getroffen haben. Wir hatten eine Phase im zweiten Viertel, in der wir ihnen immer wieder Freiwürfe gegeben haben. Dadurch ist das Spiel langsam geworden. Sonst hätten wir sie vielleicht müde spielen können. So hatten sie die Kraft für die zweite Halbzeit und ihre 27 Rebounds, darunter 13 Offensiv-Rebounds. Mit 19 Zweitchancen ist es fast unmöglich ein Spiel zu gewinnen. Wir hatten in der Vorbereitung viel Wert darauf gelegt, dass dies der entscheidende Faktor ist, es aber trotzdem nicht unter Kontrolle bekommen.“

Basketball Löwen: Worthy n.e., N’Guessan 17, Hawley 2 (7 Rebounds), Schröder, Zylka 22, Obiesie 18 (5 Rebounds), Crawford 14 (5 Assists), Laar n.e., Kajami-Keane 6 (6 Rebounds, 9 Assists), Flanigan 3 (6 Rebounds), Shittu 11 (13 Rebounds).

Science City Jena: Iroegbu 6, McNair 10 (5 Rebounds), Carter, Christen 5, Lang n.e., Wieskamp 13 (11 Rebounds), Pagenkopf 10 (10 Assists), Braxton Jr. 17 (7 Rebounds), Franklin n.e., Bank 4, Krause 11, Herrera 6 (8 Rebounds).


Dyn zeigt das Spiel in der Wiederholung. 

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