Spielergebnis

77:67

Mit Herz und Defense: Löwen kämpfen Ulm nieder

Mit Herz und Defense: Löwen kämpfen Ulm nieder

04.04.
2026

Auch wenn es an ihrer aktuellen Position als Tabellenletzter nichts ändert, war dieser Sieg dringend nötig, zugleich wohltuend und ein Lebenszeichen: Die Basketball Löwen Braunschweig zeigten am Samstagabend eine starke Reaktion auf ihre zuletzt teils schwachen Leistungen und besiegten den Tabellenfünften ratiopharm ulm vor begeisterter heimischer Kulisse in der Volkswagen Halle. Das Endergebnis von 77:67 (38:40) verdeutlicht bereits, was für den Erfolg ausschlaggebend war: „Der Schlüssel war die Verteidigung“, freute sich Headcoach Ramón Díaz nach dem Spiel. Zudem gelang es seiner Mannschaft, die energievolle Leistung über die gesamten 40 Minuten aufrechtzuerhalten – ein entscheidender Faktor in dieser intensiven Partie gegen ein Top-Team. Topscorer auf Löwenseite war David N’Guessan mit 19 Punkten, während bei den Gästen Christopher Ledlum (16) am treffsichersten war.


Der Auftakt ließ zunächst nichts Gutes erahnen und weckte Erinnerungen an das schwache erste Viertel wenige Tage zuvor in Rostock. Die Löwen erwischten einen Fehlstart mit fünf Ballverlusten sowie drei Fehlwürfen in den ersten gut drei Minuten. Beim frühen 0:7-Rückstand waren unter den 3.005 Zuschauenden erste Pfiffe zu hören – Díaz nahm eine Auszeit. Danach fanden die Löwen besser ins Spiel: Sie agierten defensiv deutlich griffiger, kämpften um jeden Ball und traten mit spürbar mehr Energie auf. Diese Qualitäten verkörperte insbesondere Benny Schröder, der immer wieder entschlossen gegen die physischen Ulmer Big Men zum Korb zog und jedem Ball hinterherging. Er hatte aufgrund seiner Spielweise großen Anteil daran, dass die Löwen ihren Rückstand wettmachten und das Spiel fortan ausgeglichen war (14:16, 10. Min.)

Löwen halten dagegen
David N’Guessan riss die Zuschauenden mehrfach aus den Sitzen.

Viele Punkte fielen aber nicht, da beide Teams intensiv verteidigten und Würfe erschwerten. Nach zehn Minuten lag die Trefferquote auf beiden Seiten bei lediglich 33 Prozent. Im zweiten Viertel änderte sich das: Beide Mannschaften fanden offensiv besser in ihren Rhythmus, ohne dass die Intensität nachließ. Man schenkte sich wenig. Aber die Löwen waren jetzt richtig im Spiel, wenngleich Kaza Kajami-Keane eng von den Gästen verteidigt wurde. Trotzdem erarbeitete das Díaz-Team sich ein kleines Momentum als Bryant Crawford zwei Ballgewinne gelangen und diese zur 27:22-Führung genutzt wurden (14. Min.). Crawford machte insgesamt ebenso wie Simi Shittu ein deutlich besseres Spiel als zuletzt und gab wichtige Impulse. Letzterer hatte gemeinsam mit David N’Guessan alle Hände voll zu tun im Duell mit dem Ulmer Frontcourt. Dieser, angeführt von Ledlum, sorgte maßgeblich dafür, dass die Gäste das Spiel wieder drehten. So gingen die Löwen mit einem knappen Rückstand in die Kabine (38:40, 20. Min.).

Aber das Spiel war offen – entscheidend war nun, ob die Löwen ihre Energie und Geschlossenheit auch nach der Pause aufrechterhalten konnten. Zunächst mussten sie hinnehmen, dass sich Ulm nach einigen erfolgreichen Abschlüssen auf 43:49 absetzte. Doch Crawford und Co. hielten dagegen: Die Löwen arbeiteten stark beim Rebound, kämpften füreinander, spielten mit Leidenschaft und erhöhten die defensive Intensität weiter. Immer wieder erzwangen sie Stopps, etwa durch einen Block von N’Guessan. Aber am anderen Ende drehten sich einige Würfe heraus, weshalb sie nur langsam, aber beständig verkürzten. Ein Dreier von Josh Hawley zum Ende des dritten Viertels brachte schließlich den 54:54-Ausgleich (30. Min.).

Energie und Defense bis zum Schluss

Vor stimmungsvoller Kulisse ging es in den Schlussabschnitt, den Bryant Crawford mit einem Dreier eröffnete. Kurz darauf bediente er David N’Guessan mit einem sehenswerten Pass, den dieser spektakulär per Dunk zum 61:56 verwandelte und seine Emotionen lautstark herausließ. Die Halle stand Kopf – und es kam noch besser: Trotz kleiner Rotation – lediglich acht Spieler kamen zum Einsatz* – wirkten die Löwen beflügelt und glaubten sichtbar an den Erfolg. Sie setzten sich auf 67:58 ab, ehe Tobias Jensen für Ulm per Dreier verkürzte. Doch Crawford antwortete umgehend ebenfalls von Downtown. Anschließend bauten die Löwen ihren Vorsprung sogar auf zehn Punkte aus (72:62). Diesen ließen sie sich nicht mehr nehmen und beendeten damit ihre Serie von sechs Niederlagen in Folge.

Die Trainerstimmen zum Spiel:

Ramón Díaz (Basketball Löwen Braunschweig): „Der Schlüssel war die Verteidigung. Endlich haben wir es geschafft, über 40 Minuten hinweg konstant zu spielen – vor allem in der Defense. Auch wenn wir offensiv nicht unsere beste Leistung gezeigt haben, besonders zu Beginn des Spiels, haben wir das Spiel gewonnen, weil wir insgesamt solide gespielt haben. Jetzt konzentrieren wir uns auf das nächste Spiel in Bonn. Wir müssen gewinnen. Wenn wir so spielen wie heute, haben wir eine Chance. Wenn wir aber so spielen wie in den letzten beiden Spielen, haben wir keine. Es ist ganz einfach. Hoffentlich bleiben wir ab jetzt auf dem heutigen Kurs. Natürlich ist es mir wichtig, Spiele zu gewinnen. Aber noch wichtiger ist mir, wie wir die Saison beenden. Wenn wir verlieren, obwohl wir so spielen wie heute, habe ich damit kein Problem – denn wir haben gekämpft. Das muss die Identität unserer Mannschaft sein, und die Fans und auch alle anderen haben es verdient. An dieser Stelle möchte ich mich außerdem ganz herzlich bei den Fans bedanken, die uns heute so großartig unterstützt haben.“

Ty Harrelson (ratiopharm ulm): „Glückwunsch an Braunschweig. Wieder einmal haben wir auswärts keine gute Leistung gezeigt. Es ist schwer, einen einzelnen Punkt herauszugreifen, denn heute ist vieles schiefgelaufen. Aber es war ein körperbetontes Spiel und wir haben sie zu oft an die Linie geschickt. Das Freiwurfverhältnis lag bei 31 zu 16. Und auf der anderen Seite des Spielfelds müssen wir uns angucken, was wir in der Offensive besser machen können, um eine bessere Leistung zu zeigen.“

*Am Rande der Bande: Bei den Löwen fehlten Barra Njie, Luka Ščuka und Philipp Hartwich verletzt. Ferdi Zylka war zuletzt angeschlagen und wurde nicht eingesetzt. Die weiteren Doppellizenzler waren zudem mit unserem Farmteam SG Braunschweig im ersten Playoff-Spiel unterwegs.

Basketball Löwen: Worthy n.e., N’Guessan 19 (8 Rebounds), Hawley 6 (7 Rebounds), Schröder 7 (9 Rebounds), Zylka n.e., Obiesie 4, Crawford 15 (7 Assists, 3 Ballgewinne), Kajami-Keane 6 (6 Assists), Flanigan 2, Shittu 18 (9 Rebounds).

ratiopharm ulm: Weidemann 2 (4 Assists), Ledlum 16 (4 Assists), Jensen 5 (4 Assists), Osborne 7, Soriano 11, Smith 5 (6 Rebounds), Simon 4 (5 Rebounds), Anigbata 2, Klepeisz 5 (3 Ballgewinne), Garavaglia, Sengfelder 10 (5 Rebounds).


Das Spiel noch einmal sehen? Dyn zeigt die Wiederholung! 

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