Spielergebnis

95:85

Löwen verlieren in Hamburg, retten aber direkten Vergleich

Löwen verlieren in Hamburg, retten aber direkten Vergleich

08.02.
2026

Unsere Basketball Löwen Braunschweig haben das enorm wichtige Spiel im Kampf um den Klassenerhalt bei den Veolia Towers Hamburg mit 85:95 (51:52) verloren. In der brisanten Partie – Hamburg hatte vor dem Spiel nur einen Sieg mehr auf dem Konto, das Hinspiel gewannen die Löwen mit 85:73 – starteten die Löwen im ersten Spiel von Liviu Calin als neuem Headcoach sehr stark und dominierten vor allem in der Zone. Allerdings ließen die Löwen ab dem zweiten Viertel defensiv nach und gaben den Gastgebern damit die Chance, zurück ins Spiel zu kommen. Das war bis zum letzten Viertel eng – nach drei Vierteln gab es bereits 19 Führungswechsel. In den letzten zehn Minuten gerieten die Löwen jedoch vollkommen aus dem Rhythmus und erzielten nur noch acht Punkte. Immerhin: Durch einen späten Dreier von Grant Sherfield blieb der direkte Vergleich in Löwen-Hand. Simi Shittu überragte mit 26 Punkten und 14 Rebounds, der jüngste Neuzugang Kaza Kajami-Keane kam bei seinem Löwen-Debüt auf 13 Punkte.


Die Löwen begannen sehr fokussiert, hatten viel offensiven Fluss und verteidigten gut. Sieben ihrer ersten zehn Würfe saßen, nach fünf Minuten führten die Löwen mit 15:11. Während sich bei Hamburg vor allem Guard Ross Williams dagegenstemmte, setzten das Calin-Team auf seine Vorteile in Korbnähe. Auch als der offensive Rhythmus kurz stockte, blieben die Löwen stabil. Simi Shittu und David N’Guessan nutzten die frühen Foulprobleme der Towers-Bigs konsequent aus und sorgten für eine 23:17-Führung nach dem ersten Viertel. Die weiteren Zahlen unterstrichen die Überlegenheit: Hamburg traf nur einen von neun Zweipunktewürfen, die Löwen trafen sieben von elf Zweiern und kamen auf 12:2 Punkte in der Zone.

Spiel kippt im zweiten Viertel

Zu Beginn des zweiten Viertels bauten die Löwen den Vorsprung auf 31:22 aus, ehe defensiv der Faden riss. Die Towers nutzten Schwächen in der Braunschweiger Transition-Defense und drehten die Partie mit einem 11:2-Lauf. Headcoach Liviu Calin versuchte in einer Auszeit, sein Team wachzurütteln, doch die Towers blieben am Drücker. 17 Fastbreak-Punkte und zehn Zähler aus zweiten Chancen sammelten die Hamburger allein im zweiten Viertel – und das trotz Verletzung von Perrin und Foulproblemen auf den großen Positionen. Zudem war Devon Daniels IV kaum zu stoppen und kam in dieser Phase auf 15 Punkte. Die Löwen blieben über ihre Big Men im Spiel. Shittu hatte bereits nach 17 Minuten ein Double-Double und kam zur Pause auf 16 Punkte und zehn Rebounds. Zusammen mit David N’Guessan und Luka Scuka stemmte er sich offensiv gegen das Momentum der Gastgeber. Die Drei trugen 34 von 51 Punkten zur Halbzeit der mittlerweile engen Partie bei, in der die Führung im zweiten Viertel neunmal wechselte (51:52, 20. Min.).

Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst ausgeglichen. Dann brachte der neue Löwen-Spielmacher Kaza Kajami-Keane mit seinem zweiten Dreier die 64:61-Führung, wenig später wuchs der Vorsprung auf fünf Punkte (26. Minute). Zu diesem Zeitpunkt war er der einzige Braunschweiger mit erfolgreichen Dreiern – ganz anders die Towers, die nach 30 Minuten starke 47 Prozent vom Perimeter getroffen hatten. Inside blieben die Löwen jedoch eine Macht, allen voran Shittu. Nach einem grenzwertigen unsportlichen Foul gegen N’Guessan drehte sich das Momentum aber ein wenig. Die Towers konnten daraus zunächst kein Kapital schlagen. Doch nach Steal und sofort folgendem Ballverlust von Ščuka erzielte Daniels IV schließlich das 66:67 aus Löwensicht. Hinzu kam die frühe Teamfoul-Belastung der Calin-Mannschaft, die Hamburg häufig an die Freiwurflinie brachte – allerdings ließen die Gastgeber dort einige Punkte liegen. So blieb es trotz ausbaufähiger Verteidigungsleistung eng: Nach 30 Minuten lagen die Braunschweiger knapp mit 77:78 zurück.

Offensivflaute im Schlussviertel

Im Schlussviertel wirkten die Towers dann frischer, die hatten jetzt auch die Rebound-Hoheit und setzten sich langsam ab. Das lag insbesondere daran, dass die Löwen offensiv kaum noch Lösungen fanden und minutenlang keine Punkte erzielten. Erst nach sechs Minuten traf Kaza Kajami-Keane einen Dreier zum 80:85, doch Hamburg antwortete und zog bis auf 95:82 davon. Die Löwen kamen im gesamten letzten Viertel nur auf acht Punkte. Drei davon fielen zwei Sekunden vor dem Ende, doch die waren extrem wichtig: Grant Sherfield traf einen Dreier zum 85:95 und sicherte den Löwen damit den direkten Vergleich.

Die Trainerstimmen zum Spiel:

Liviu Calin (Basketball Löwen Braunschweig): „Die Towers haben sich in den vergangenen Wochen physisch gut entwickelt, sie sind athletischer geworden, haben auch das Konzept verändert und verteidigen besser. Aber auch die deutschen Spieler haben mir heute bei den Towers gut gefallen. Ihre Entwicklung ist positiv für Hamburg. Sie haben am Ende verdient gewonnen und ich denke, ihre Teilnahme am EuroCup hilft ihnen sehr. Ich bin erst seit fünf Tagen in dieser Position bei den Löwen, aber wir hatten eine gute Energie, waren etwas effektiver und haben gute Entscheidungen getroffen. Dennoch ist klar, dass wir noch sehr viel Arbeit vor uns haben.“

Benka Barloschky (Veolia Towers Hamburg): „Wir haben passenderweise vor dem Spiel über Resilienz gesprochen und was uns als Gruppe ausmacht. Wir haben uns in eine Situation gearbeitet, wo wir stark genug sind, auch gegen Widrigkeiten anzugehen. Mehr als heute kann es in einem Spiel gar nicht geben. Das war teilweise absurd. Die Verletzung von Zach tut extrem weh, die Fünfer früh foulbelastet, die Freiwurfquote geht hinten raus aus irgendeinem Grund in den Keller. Es ging um unglaublich viel und das war auch allen bewusst. In der Halbzeit habe ich darauf hingewiesen, dass wir trotz allem Übel führen – und es hätte chaotischer und schlimmer nicht gehen können. Wir wussten, dass wir besser spielen können. Und das haben wir dann auch getan.“

Basketball Löwen: Worthy 2, N’Guessan 15 (7 Rebounds), Schröder 4, Scuka 7 (5 Rebounds), Zylka, Obiesie 2, Holloway n.e., Hartwich n.e., Kajami-Keane 13, Sherfield 14 (9 Assists), Flanigan 2, Shittu 26 (14 Rebounds).

Veolia Towers Hamburg: Thorpe 14 (6 Assists), Rich 4, Maronka 7 (9 Rebounds), Grey, Müller, Breunig 6, Wimberg 9 (8 Rebounds), Daniels IV 29 (9 Rebounds), Ogbe 9 (5 Rebounds), Williams 12, Turudic 5, Perrin.


Dyn zeigt die Partie bei den Towers in der Wiederholung.

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