Weiterhin ohne ihren angeschlagenen Topscorer und besten Rebounder Simi Shittu haben unsere Basketball Löwen Braunschweig am Dienstagabend beim Tabellenführer und Deutschen Meister FC Bayern München mit 80:98 (37:50) verloren. Die Mannschaft von Ramón Díaz leistete sich in der ersten Halbzeit bereits 14 Ballverluste und bekam zudem die Offensiv-Rebounds der Münchner zu selten unter Kontrolle. Trotz eines starken dritten Viertels und einer zwischenzeitlichen Führung fehlte den Löwen in der Schlussphase die Antwort, als die Bayern um Nationalspieler Andi Obst (21 Punkte) noch einmal deutlich anzogen. Bester Braunschweiger Werfer war Ferdi Zylka mit 16 Punkten.
Am Sonntag (15.03.) geht es für die Löwen im Kampf um den Klassenerhalt zu Hause weiter: Dann steigt der gemeinsame Doppelspieltag mit dem Eintracht Braunschweig LionPride in der Volkswagen Halle. Tickets können über den Löwen-Onlineshop, in der Konzertkasse Schloss-Arkaden und über die Löwen-Tickethotline 040 319 747 69 52 erworben werden. Jede Eintrittskarte gilt automatisch für beide Spiele und ist zu den üblichen Löwen-Heimspielpreisen erhältlich. ACHTUNG: Schüler:innen und Studierende zahlen für ein Ticket in den Kategorien 4 bis 6 nur 5 Euro.
Wenn man gegen den FC Bayern München eine Chance haben will, dann muss man von Beginn an mutig agieren und mit viel Energie wie auch Intensität dagegenhalten. Doch das taten die Löwen zunächst nicht. „Wir waren zu zaghaft“, sagte der treffsichere Ferdi Zylka nach dem Spiel und Headcoach Ramón Díaz monierte das Fehlen der Physis, die gegen das beste Team Deutschlands nötig gewesen wäre. So hatten die Münchner von Anfang an die Nase vorne, weil die Löwen in den ersten Minuten auch zu oft den Ball verloren und die Hausherren nicht beim Offensiv-Rebound in den Griff bekamen. Nach fünf Minuten lagen die Braunschweiger mit 5:17 hinten, als Díaz sein Team in einer Auszeit wachrüttelte und es dazu aufrief, nicht mehr so soft zu agieren. Die Löwen stellten anschließend vor allem ihre Ballverluste ab und kamen endlich besser ins Spiel – auch weil der Dreier gut fiel. Ihnen gelang ein 15:6-Lauf, die Partie war plötzlich eng (20:23, 10. Min.).
In der 12. Minute waren die Löwen dann auf zwei Punkte dran, ehe sie erneut den Ball wegwarfen und die Bayern das gnadenlos bestraften. Dem Deutschen Meister gelangen bis zur Halbzeit 13 Punkte aus Fastbreaks – und dabei profitierten die Gastgeber von insgesamt 14 Löwen-Ballverlusten. Die waren teilweise durch die gute Verteidigung der Münchner provoziert, aber eben nur zum Teil. Und weil die Bayern auch die Bretter dominierten – zwölf Offensiv-Rebounds und 28 Punkte in der Zone nach 20 Minuten – wuchs der Rückstand wieder in den zweistelligen Bereich an. Dabei waren die Löwen bei der Trefferquote aus dem Feld nahezu ebenbürtig, aber der FCBB hatte durch die vielen zweiten Chancen und Braunschweiger Turnovers schon 16 Würfe mehr erhalten und das machte den Unterschied.

Mit einem Rückstand von 37:50 gingen die Löwen, bei denen neben Shittu unter anderem auch Barra Njie, Philipp Hartwich und Romario Holloway fehlten, in die zweite Hälfte und kamen völlig verändert aus der Kabine. In der hatte Ramón Díaz an die Einstellung appelliert und sein Team zu mehr Intensität aufgerufen. Und das gelang – zunächst. Kapitän Chip Flanigan und Co. waren defensiv viel aggressiver. Sie machten die Würfe von Andi Obst und Kollegen schwerer, arbeiteten selbst deutlich verbessert beim Rebound am offensiven Brett und hatten zudem mehr Ballkontrolle. All das resultierte in einem 11:0-Lauf zum 48:50. „Die ersten fünf bis sechs Minuten (in der zweiten Halbzeit) waren vielleicht die besten, die die Mannschaft in den letzten drei Wochen gespielt hat“, sagte der Löwen-Headcoach über diese Phase, in der Luka Ščuka hinten wie vorne präsenter wurde und mit dafür sorgte, dass die Löwen sich sogar die Führung holten (56:54, 26. Min.). Bis zur 28. Minute blieb es eng, da lag das Díaz-Team noch mit 62:61 vorne. Aber dann schalteten die Bayern einen Gang hoch, forcierten Braunschweiger Fehler und nutzten die mehrfach über ihr schnelles Spiel nach vorne aus.
Im Nu lagen die Löwen wieder zweistellig hinten (64:76, 30. Min.) und mit diesem wiederholt deutlichen Rückstand nach vorheriger Aufholjagd schien ihr Widerstand gebrochen. Die Dreier fielen kaum noch, Würfe in Korbnähe wurden mehrfach geblockt und auf der anderen Seite machten die Bayern im Schlussviertel insbesondere durch Niels Giffey kurzen Prozess. Der Routinier sorgte fast im Alleingang dafür, dass der Löwen-Rückstand auf 22 Punkte anwuchs und die Löwen auch im dritten Aufeinandertreffen in dieser Saison mit dem Deutschen Meister mit leeren Händen das Parkett verlassen mussten. Derweil konnten zwei Konkurrenten im Tabellenkeller wichtige Siege einfahren: Die MLP Academics Heidelberg gewannen gestern in Trier, während Science City Jena heute bei den Towers in Hamburg erfolgreich war. Der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt für die Löwen aber weiterhin vier Punkte.
Die Trainerstimmen zum Spiel:
Ramón Díaz (Basketball Löwen Braunschweig): „Zu Beginn hatten wir nicht die nötige Physis, um gegen die beste Mannschaft Deutschlands zu spielen. Im ersten Viertel war klar, dass München alles dominierte – sie kamen leicht zu Punkten, hatten offene Dreier und auch neun Offensiv-Rebounds. In der zweiten Halbzeit haben wir versucht, unsere Verteidigung komplett umzustellen. Die ersten fünf bis sechs Minuten waren vielleicht die besten, die die Mannschaft in den letzten drei Wochen gespielt hat. Aber gegen eine Mannschaft wie München reicht das nicht aus. Man muss 40 Minuten lang konzentriert sein, wenn man eine Chance auf den Sieg haben will. Ich nehme die positiven Dinge aus diesem Spiel mit, denn am Sonntag haben wir zu Hause quasi ein Finale gegen Trier – es ist ein Spiel, das wir gewinnen müssen.“
Svetislav Pesic (FC Bayern München): „Noch einmal haben wir gesehen, dass wir speziell zuhause in der BBL denken, dass wir nur in die Halle kommen müssen und das Spiel ist erledigt. Die Bundesliga ist sehr gefährlich, wir haben das im dritten Viertel gesehen – ein 11:0 und sie haben mit zwei Punkten geführt. Das zeigt, dass wir besser Defense spielen und uns in der Offense besser organisieren müssen. Für mich ist es nicht genug, nur zu gewinnen, sondern wichtiger, wie man gewonnen hat. Also müssen wir das noch mal sachlich besprechen. Braunschweig hat sehr gut gespielt, das ist im Vergleich zum Auswärtsspiel eine andere Mannschaft mit neuem Trainer und einigen neuen Spielern. Wir haben für einen Moment im dritten Viertel nicht gewusst, ob wir hier oder in Braunschweig sind. Ich kann verstehen, dass uns in zwei Tagen ein schweres Spiel gegen Efes erwartet. Aber unsere Priorität ist die Bundesliga, dafür müssen wir uns besser vorbereiten. Ich mag diese Überheblichkeit nicht.“
Basketball Löwen: Worthy, N’Guessan 10 (7 Rebounds), Schröder 2, Hawley 5 (6 Rebounds), Ščuka 8 (6 Rebounds, 5 Assists), Zylka 16, Ewelt, Obiesie 7, Kajami-Keane 12 (7 Assists), Sherfield 10, Flanigan 10, Edigin n.e..
FC Bayern München: Dimitrijevic 4 (4 Assists), da Silva 4, Rathan-Mayes 16 (4 Assists), Giffey 16 (5 Rebounds), Voigtmann 10, Jessup 6, Obst 21 (4 Assists), Hollatz 2 (6 Rebounds), Mike 12 (5 Rebounds), Gabriel 2, McCormack 4, Jerkic 1.