Spielergebnis

108:66

Löwen ohne Chance in München

Löwen ohne Chance in München

04.11.
2026

Ein Viertel lang hielten die Basketball Löwen Braunschweig am Dienstagabend beim klar favorisierten FC Bayern Basketball auf Augenhöhe mit, ehe die Kräfteverhältnisse zunehmend deutlicher wurden. Am Ende unterlagen die Löwen dem Tabellenführer in München klar mit 66:108 und kassierten damit ihre fünfte Niederlage in Folge. Headcoach Ramón Díaz nahm aus dieser Partie trotz der erneut deutlichen Unterlegenheit beim Rebound aber auch etwas Positives mit.


„Wenn wir es schaffen, die Physis und Intensität aus dem ersten Viertel mitzunehmen und vor allem defensiv auf diesem Niveau zu halten, dann werden wir in den kommenden Spielen Chancen haben, konkurrenzfähig zu sein“, sagte der Spanier nach der Partie. Tatsächlich gestaltete seine Mannschaft die ersten zehn Minuten nahezu ausgeglichen und hatte sich nach einem zwischenzeitlichen Sieben-Punkte-Rückstand dank guter Verteidigung sogar eine 18:17-Führung erarbeitet. Vorausgegangen war eine Auszeit von Ramón Díaz, nach der er DeJour Reaves und Zaba Bangala eingewechselt hatte. Beide brachten sofort positive Impulse ins Spiel: Gemeinsam mit Kapitän Chip Flanigan gelangen ihnen mehrere Ballgewinne in Folge, die das Díaz-Team in Punkte ummünzte.

Damit kompensierten die Löwen zunächst auch ihre erneut eklatante Reboundschwäche, die bereits im ersten Viertel (18:22, 10. Minute) deutlich ins Gewicht fiel. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Bayern bereits 19 Abpraller gesichert, während bei den Löwen lediglich vier zu Buche standen. Allerdings leisteten sich die Münchner auch schon sieben Ballverluste, die Flanigan und Co. forciert hatten. Doch schon im zweiten Viertel zeigte die Überlegenheit der Gastgeber beim Rebound dann zunehmend Wirkung. Die Münchner sammelten insbesondere am offensiven Brett immer wieder Abpraller ein und erzielten bis zur Halbzeitpause bereits 19 Punkte aus zweiten Chancen. „Das Rebounding war unser größtes Problem und ihr größter Vorteil“, sagte Zaba Bangala im Dyn-Interview nach dem Spiel.

Bayern dominieren die Bretter

Diese Münchner Dominanz an den Brettern machte der weiterhin ersatzgeschwächten Díaz-Mannschaft umso mehr zu schaffen, weil sie von der Dreierlinie erneut einen schwachen Tag erwischte und aus dem Feld grundsätzlich schlechter traf als die Bayern. Die Folge: Der Rückstand betrug zur Halbzeitpause bereits 19 Punkte (38:57). Auch nach dem Seitenwechsel fanden die Löwen kein Mittel, um diese Entwicklung aufzuhalten. Die Münchner spielten ihre Größenvorteile immer wieder aus, agierten effizienter und den Löwen gelangen auch nicht mehr die Stopps, die sie im ersten Viertel noch im Spiel gehalten hatten. Nach einem Dunk von Tajh Green zum 51:73 (27. Min.) legten die Hausherren nochmals einen Gang zu und bauten ihren Vorsprung mit einem 12:4-Lauf bis zum Viertelende auf 30 Punkte aus.

Das Spiel war schon längst entschieden. Aber es gefiel Ramón Díaz nicht, wie sich seine Mannschaft in den letzten Minuten der Partie ihrem Schicksal zu ergeben schien: Innerhalb von weniger als zwei Minuten war der Rückstand von 64:91 auf 64:99 angewachsen. In einer Auszeit appellierte der Löwen-Headcoach an sein Team, Charakter zu zeigen und das Spiel trotz des klaren Rückstands gut zu Ende zu spielen. Das fiel den Löwen schwer, die in den letzten fünf Minuten nur noch zwei Punkte erzielten und das Rebound-Duell schlussendlich mit 35:59 klar verloren.

Am Rande der Bande: Nachdem Devin Askew sich im vergangenen Heimspiel gegen Würzburg eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte, fehlte er ebenso wie die weiterhin an ihrem Comeback arbeitenden Löwen Eddy Edigin Jr. (Oberschenkel) und Benny Schröder (Sprunggelenk).

Die Trainerstimmen zum Spiel:

Ramón Díaz (Basketball Löwen Braunschweig):
„Es klingt natürlich verrückt, nach einer Niederlage mit 42 Punkten zu sagen, dass ich trotzdem ein gutes Gefühl habe. Aber ich habe den Jungs gesagt, wenn wir es schaffen, die Physis und Intensität aus dem ersten Viertel mitzunehmen und vor allem defensiv auf diesem Niveau zu halten, dann werden wir in den kommenden Spielen Chancen haben, konkurrenzfähig zu sein. Das ist das Positive, das ich aus diesem Spiel mitnehme. Natürlich gibt es noch viele Dinge, die wir verbessern müssen. Wir müssen besser rebounden, denn wir haben München zu viele Punkte nach zweiten Chancen ermöglicht. Außerdem müssen wir offensiv bessere Entscheidungen finden und unsere Würfe besser treffen. Aber ich glaube, dass uns die heutige Erfahrung für die nächsten Spiele sehr helfen wird.“

Anton Gavel (FC Bayern Basketball): „Zuallererst Glückwunsch an Duane (Washington) und seine Frau zur Geburt ihrer Tochter, das ist die beste Nachricht des Tages. Gratulation auch an die Spieler, wir haben das Spiel sehr ernst genommen und für 35 Minuten war es gut. Wir hatten nur im ersten Viertel einen Hänger, doch ich finde, offensiv haben wir insgesamt heute gute Lösungen gefunden. Defensiv müssen wir uns aber dennoch weiter steigern.“

Basketball Löwen: Bangala 14 (7 Rebounds), Fox, Reaves ,10 (4 Assists) Aydinoglu 6 (6 Assists), Zylka 8, Edwards 12, Laar, Haase 6, Flanigan 4 (5 Rebounds), Wahren, Green 6 (5 Rebounds).

 FC Bayern Basketball: Norris 14, Beauchamp 16 (7 Rebounds), Giffey 5, Voigtmann 3 (9 Rebounds), Jensen 2, Jessup 17, Obst 6, Hollatz 6, Thiemann 9 (5 Rebounds), Jerkic 3, Baldwin 10 (5 Rebounds, 6 Assists), Wiley 17 (10 Rebounds).

Titelfoto: sampics Photographie


Die Wiederholung live bei Dyn. 

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