Nachdem unsere Basketball Löwen Braunschweig am vergangenen Wochenende spielfrei waren, sind sie diesen Sonntag wieder im Einsatz: In der finalen Phase im Kampf um den Klassenerhalt empfangen sie den Tabellenzweiten und BCL-Viertelfinalisten ALBA BERLIN in der heimischen Volkswagen Halle. Während die Löwen und Grant Sherfield Anfang der Woche getrennte Weg gegangen sind, wird ihr letzter Neuzugang Bryant Crawford in diesem Heimspiel sein Debüt im Löwen-Trikot geben – für ihn ist es generell das erste Spiel in der easyCredit BBL.
Tip-Off der Begegnung (live bei Dyn) ist um 18:00 Uhr, Tickets sind über den Löwen-Ticketshop, in der Konzertkasse Schloss-Arkaden sowie über die Ticket-Hotline unter 040 319 747 69 52 erhältlich.
Die Spielpause am vergangenen Wochenende kam den Löwen nicht ungelegen. So konnte nach den Kaderveränderungen ein Fokus im Training daraufgelegt werden, die Grundlagen zu festigen und alle auf denselben Stand zu bringen. Der andere Schwerpunkt lag laut Assistant Coach Ferried Naciri darauf, die Intensität und generelle Competitiveness für die finale Saisonphase zu steigern. Und die gestaltet sich sehr herausfordernd: Vor den letzten zehn verbleibenden Spielen, von denen die Löwen wohl mindestens sechs gewinnen müssen, um den Klassenerhalt zu sichern, hat sich ihre Lage mit Blick auf die Tabelle seit dem Trier-Spiel weiter verschärft: Während sich die Löwen in intensiven Trainingseinheiten auf den Endspurt vorbereiteten, haben ihre direkten Konkurrenten im Tabellenkeller wichtige Siege eingefahren. Aktuell beträgt der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz acht Punkte. „Die Situation ist klar und unser gemeinsames Ziel auch. Was es jetzt braucht, ist eine Siegesserie – und die beginnt im besten Fall genau am Sonntag“, sagt Löwen-Geschäftsführer Nils Mittmann im Vorfeld des Spiels.

Der musste ebenso wie die Mannschaft erst einmal die harte Heimniederlage gegen den Aufsteiger aus Trier von vor zwei Wochen verarbeiten. In dieses Spiel wurde viel Hoffnung gesetzt, es sollte eine Trendwende einleiten. Doch nach einer Zehn-Punkte-Führung im dritten Viertel verloren die Löwen die Kontrolle und kassierten einen 0:17-Lauf, der das Spiel zu ihren Ungunsten entschied. „In solchen Phasen müssen wir das Tempo kontrollieren, bessere Entscheidungen treffen und strukturierter spielen“, fordert Naciri. Das ist ein Punkt im Löwenspiel, von dem man sich durch die Verpflichtung von Bryant Crawford eine Verbesserung verspricht. Der Europa-erfahrene Guard vermittelte im Training einen positiven Eindruck. „Er versteht Basketball und hat ein Gespür für taktische Situationen. Mit ihm haben wir jetzt eine weitere Option, um in kritischen Phasen die richtigen Entscheidungen zu treffen“, beschreibt der Löwen-Assistant Coach den US-Amerikaner. Vor allem seine Fähigkeit, das Spieltempo zu kontrollieren, könnte gegen Berlin ein wichtiger Faktor werden. Das Team von Headcoach Pedro Calles überzeugt durch Teamplay, Tempo und Verteidigung: Offensiv erzielt ALBA über 85 Punkte pro Spiel und verteilt knapp 20 Assists, defensiv gehören die Berliner mit nur rund 79 zugelassenen Punkten zu den besten Teams der Liga.
Die Verteidigung der Mannschaft von Headcoach Ramón Díaz hingegen präsentierte sich in den vergangenen Wochen weiterhin nur phasenweise stabil und ließ in den letzten fünf Spielen im Schnitt 93 Punkte zu. Gegen Trier waren die Löwen vor allem in der Transition Defense anfällig. Ein Aspekt, der gegen ALBA BERLIN verbessert werden muss. Denn die Albatrosse, die am Mittwoch ihr erstes BCL-Viertelfinalspiel bei Unicaja Málaga bestreiten, spielen konsequent schnell nach vorne. „Wir müssen gegen Berlin im Umschaltspiel deutlich besser arbeiten und gut auf den Ball aufpassen, um ihnen keine einfachen Punkte in ungeordneten Defensivsituationen zu erlauben“, so Ferried Naciri, der zudem auf die Stärke des Gegners beim Offensiv-Rebound hinweist.
Hier gehen insbesondere Norris Agbakoko (2,1 ORpS) und Justin Bean (1,6 ORpS) voran, die ohnehin zu den wichtigen Stützen des Teams gehören. Dazu zählen ebenfalls der zuletzt verletzte Martin Hermannsson (13,1 PpS) wie auch der deutsche Backcourt um den talentierten Spielmacher Jack Kayil (12,4 PpS) und Malte Delow (9,7 PpS). Letzterer hat beim Comeback-Sieg gegen die ROSTOCK SEAWOLVES (89:85) ein Career High von 27 Punkten aufgelegt und damit einen erheblichen Anteil zu den 88 Prozent der Berliner Zähler beigetragen, die in dieser Begegnung von den ALBA-Spielern mit deutschem Pass erzielt wurden.
Klar ist: Mit ALBA BERLIN wartet ein Top-Team der Liga – doch für die Löwen zählt vor allem der Blick auf sich selbst. „Unabhängig vom Gegner gilt: Entscheidend für unseren Erfolg sind unsere Haltung, unsere Intensität und unser Zusammenhalt“, sagt Nils Mittmann.