Die Teilnahme am Netto BBL Pokal ist für unsere Basketball Löwen Braunschweig beendet. Bei der deutlichen 75:102-Niederlage im Achtelfinale hatten die dezimierten Löwen den NINERS Chemnitz viel zu wenig entgegenzusetzen und gerieten bereits im ersten Viertel entscheidend ins Hintertreffen. Das verloren die Löwen mit 10:31, die laut ihrem Headcoach Ramón Díaz das bisher „schlechteste Spiel an beiden Enden des Feldes gezeigt haben“ und insbesondere auch physisch klar das Nachsehen gegen die Gäste hatten. Topscorer der Löwen war DeJour Reaves mit 16 Punkten, während Ben Burnham auf Seiten der NINERS mit 24 Punkten überragte.
Der Start ins Spiel war zunächst vielversprechend. Nach einem Dreier von Ferdinand Zylka lagen die Löwen mit 6:2 vorne und hatten anschließend weitere gute Chancen, ihre Führung auszubauen. Doch danach fiel kaum noch ein Wurf durch die Reuse. Damit machten sich die Löwen auch ihre gute Arbeit am offensiven Brett zunichte: Bereits im ersten Viertel sicherten sie sich dort sieben Abpraller, konnten daraus aber kaum Kapital schlagen. Lediglich drei ihrer 19 Würfe aus dem Feld fanden ihr Ziel. Die Gäste nutzten die Schwächephase konsequent, spielten sich offensiv gegen zu wenig Widerstand in einen Rausch und profitierten zudem von mehreren Ballverlusten der Löwen. Aus dem 6:2 wurde ein deutlicher Rückstand, nachdem Kapitän Chip Flanigan und Co. einen 1:24-Lauf zum 7:26 kassiert hatten.
„Sobald sich eine negative Mentalität breitmachte, haben wir das Spiel innerhalb von drei Minuten aus der Hand gegeben“, resümierte Ramón Díaz diese Phase. Dessen Team lag nach zehn Minuten mit 21 Punkten hinten und an ein Comeback war nur schwer zu glauben. Aber die Löwen steigerten sich an beiden Enden des Feldes und kam nach guten Aktionen sowie endlich fallenden Würfen auf 20:34 heran. Dabei waren es insbesondere Ferdi Zylka, Sheldon Edwards und DeJour Reaves, die offensiv Akzente setzten. Doch defensiv fehlten nach einer NINERS-Auszeit die Stopps, weshalb die Löwen bis zur Pause nur drei Punkte auf die Sachsen gutmachen konnten (31:49). Zu diesem Zeitpunkt hatte Chemnitz bereits 24 Zähler in der Zone erzielt, bei den Löwen waren es lediglich sechs Punkte.

Diese Zahlen verdeutlichten die physische Überlegenheit der Gäste, die sich auch an anderen Stellen bemerkbar machte und Ramón Díaz nach der Partie ebenfalls ansprach. Entsprechend hatte der Headcoach in der Halbzeit mit seiner Mannschaft besprochen, dass sie ihre Spielweise ändern müsse. Tatsächlich kamen die Löwen mit viel Schwung aus der Kabine: Mit wichtigen Stopps und erfolgreichen Abschlüssen verkürzten sie auf 44:54. Es schien ein Ruck durch das Team zu gehen. Aber nur zwei Minuten später war dieses Momentum wieder Geschichte, weil die Löwen sich durch eigene Fehler aus dem Spiel brachten und Chemnitz einfache Transition-Punkte nach Ballverlusten schenkten. So betrug der Rückstand schnell wieder 19 Punkte – zumal Ben Burnham und Stefan Smith der Löwen-Verteidigung Kopfzerbrechen bereiteten.
Mit 55:74 ging es in das letzte Viertel und dort leisteten die Löwen kaum noch Gegenwehr. Stattdessen brachen sie erneut ein und ließen sich von den NINERS überlaufen, die in der 35. Minute mit 31 Punkten vorne lagen. „Für mich ist das Schlimmste die Mentalität, die die Mannschaft heute gezeigt hat. Man kann ein Spiel verlieren, aber man darf nicht die Kontrolle und seine Identität verlieren“, sagte Ramón Díaz nach der Partie. Daran werden die Löwen mit Blick auf das kommende Ligaspiel bei Phoenix Hagen arbeiten müssen.
Am Rande der Bande: Während Eddy Edigin (Oberschenkel), Romario Holloway (Knie) und Devin Askew (Fuß) auf dem Wege der Besserung sind, hat sich Benny Schröder im Training am Sprunggelenk verletzt. Die Dauer seines Ausfalls hängt insbesondere davon ab, wie schnell die Schwellung abklingt.
Die Trainerstimmen zum Spiel:
Ramón Díaz (Basketball Löwen Braunschweig): „Zuallererst denke ich, dass wir unser schlechtestes Spiel an beiden Enden des Feldes gezeigt haben. In den ersten Minuten haben wir uns an den Matchplan gehalten. Wir haben nicht schlecht gespielt, aber viele Würfe vergeben, obwohl wir gute Offensiv-Rebounds hatten. Doch sobald sich eine negative Mentalität breitmachte, haben wir das Spiel innerhalb von drei Minuten aus der Hand gegeben. 31 Punkte im ersten Viertel zuzulassen, ist ein schrecklicher Wert. Gegen ein so physisches Team wie Chemnitz ist es extrem schwer, danach noch einmal zurückzukommen.
In der Pause haben wir besprochen, dass wir – völlig unabhängig vom Spielstand – unsere Spielweise ändern müssen, und die Mannschaft hat es versucht. Aber wir haben erneut entscheidende Würfe verpasst. Auch die Rotation hat uns heute nicht das gegeben, was wir gebraucht hätten, und das Team ist wieder eingebrochen. Für mich ist das Schlimmste die Mentalität, die die Mannschaft heute gezeigt hat. Man kann ein Spiel verlieren, aber man darf nicht die Kontrolle und seine Identität verlieren. Der zweite Punkt ist, dass sie uns in Sachen Physis meilenweit voraus waren – daran müssen wir arbeiten.“
Rodrigo Pastore (NINERS Chemnitz): „Das erste Viertel war entscheidend, und auch die Einstellung der Mannschaft war hervorragend. Wir haben Braunschweig in der ersten Halbzeit bei nur 31 Punkten gehalten. Ich denke, das erste Viertel war das Beste, was wir bisher gespielt haben. Von diesem Punkt an möchte ich, dass wir weiterwachsen und versuchen, über die vollen 40 Minuten konstant zu spielen, ohne mentale Rückschläge. Und genau so einen Rückschlag hatten wir im dritten Viertel. Aber diese Truppe besitzt die Fähigkeit, sich wieder zu fangen und die Kontrolle zurückzuerlangen. Wir nehmen Cobes Einfluss keineswegs als selbstverständlich hin. Aber wir haben eine schwierige Aufgabe leicht aussehen lassen, als es darum ging, ihn zu ersetzen. Es war ein Do-or-Die-Spiel gegen eine Mannschaft, die im Vorfeld sehr stark gespielt hat und hervorragend gecoacht ist. Ich bin also sehr glücklich, aber diese Mentalität müssen wir jetzt beibehalten.“
Basketball Löwen: Bangala 6 (5 Rebounds), Reaves 16, Aydinoglu 6 (4 Assists), Zylka 11 (3 Assists), Eklou 1, Edwards 14 (6 Rebounds), Laar n.e., Haase 15, Flanigan 4 (8 Rebounds), Wahren 2, Green.
NINERS Chemnitz: Fleming 15 (8 Assists), Smith 16 (7 Assists), Richardson, Rödl 3, King 5, Seric 17, Ceaser 7, Burnham 24 (9 Rebounds), Mikesell 11 (6 Rebounds, 8 Assists), von Seckendorff4 (5 Rebounds).