Den Basketball Löwen Braunschweig ist es am Samstagabend nicht gelungen, die erhoffte Reaktion auf die vergangenen Niederlagen zu zeigen. Stattdessen kassierten sie vor heimischem Publikum in der Volkswagen Halle gegen die starken Fitness First Würzburg Baskets eine deutliche 72:96-Niederlage (30:58). Überschattet wurde der bittere Abend von einem erneuten Ausfall des gerade erst genesenen Devin Askew.
Es passierte wenige Minuten nach dem Start ins dritte Viertel: Devin Askew hechtete einem Ball hinterher und flog dabei unglücklich gegen das Knie seines Teamkollegen Tajh Green. Askew, der zuletzt mit einer Fußverletzung fehlte und nach seiner Pause gegen Würzburg erstmals wieder zum Einsatz kam, war bis zu diesem Zeitpunkt wieder Topscorer seiner Mannschaft. Der Guard wurde mehrere Minuten auf dem Parkett behandelt, ehe er sichtlich benommen mit Unterstützung aufstehen konnte. Anschließend wurde er mit dem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht.
Zu diesem Zeitpunkt lagen die Löwen bereits deutlich mit 34:67 (23. Min.) zurück. Aber Askew hatte es bis hierhin gegen die physische Würzburger Verteidigung geschafft, regelmäßig zu punkten. Das gelang der Mannschaft von Ramón Díaz von Beginn an nicht wie gewünscht. Die für ihre gute Transition-Defense bekannten Gäste zwangen die Löwen ins Halbfeld. Damit taten sich Gian Aydinoglu und Co. schwer. Zwar lagen sie zunächst mit 7:4 vorne, produzierten dann aber reihenweise Ballverluste und ließen ihre offenen Würfe ungenutzt. Würzburg nutzte das konsequent aus. Die Gäste kamen zu einfachen Punkten, waren heiß von draußen und überrannten die Löwen. Es folgte ein 0:16-Lauf aus Sicht des Díaz-Teams (7:20), ehe Devin Askew sich zwei Freiwürfe erarbeitete.

Der Löwen-Topscorer traf zum Viertelende sogar noch einen Dreier von der Mittellinie mit Ablauf der Uhr und stellte damit auf 19:29. Ein wirklicher Ruck ging danach aber dennoch nicht durch die Löwen. Stattdessen starteten die Würzburger mit zwei Dreiern in den zweiten Spielabschnitt (19:35), bevor nach Punkten von Chip Flanigan und DeJour Reaves ein weiterer Run der Gäste folgte. Die waren den Löwen klar überlegen, trafen fast nach Belieben, hatten mehr Physis zu bieten und forcierten weitere Braunschweiger Ballverluste. Die Folge: Der Díaz-Mannschaft gelangen fünf Minuten lang keine Punkte mehr, in denen sich die Unterfranken auf 29 Punkte abgesetzt hatten (23:52). „Wir hatten in der ersten Halbzeit bereits 15 Ballverluste, aus denen der Gegner 25 Punkte erzielt hat. So ist es unmöglich, ein Spiel zu gewinnen“, konstatierte Díaz. Zudem habe sein Team in einigen Phasen zu soft gespielt.
Ferdinand Zylka fand ebenfalls deutliche Worte: „Wir können uns in unserer Halle nicht so vorführen lassen wie in der ersten Halbzeit.“ Gleichzeitig bescheinigte der Guard seiner Mannschaft, nach der Pause Moral gezeigt zu haben. Insbesondere Tajh Green brachte noch einmal Energie ins Spiel, war mit Blocks zur Stelle und setzte auch offensiv Akzente. Generell trafen die Löwen in der zweiten Halbzeit besser, eroberten mehrfach den Ball und entschieden sowohl das dritte als auch das vierte Viertel (22:21, 20:17) für sich. Doch die Hypothek aus der ersten Hälfte war gegen ein Top-Team wie Würzburg zu hoch. Hinzu kamen weitere Ballverluste, am Ende standen für die Löwen 25 Turnover zu Buche.
Am Rande der Bande: Eddy Edigin Jr. fehlte weiterhin aufgrund seiner Oberschenkelverletzung. Zudem mussten die Löwen auch auf Benny Schröder verzichten, der aufgrund einer Sprunggelenkverletzung pausieren muss.
Die Trainerstimmen zum Spiel:
Ramón Díaz (Basketball Löwen Braunschweig): „Das Spiel war hart, aber ich übernehme zu 100 Prozent die Verantwortung dafür. Vor drei oder vier Wochen waren wir nicht die Besten, und jetzt sind wir auch nicht die Schlechtesten. Aber wir müssen einen Weg finden, deutlich besser zu spielen. Das ist meine Aufgabe. Ich muss mich verbessern, aber auch die Spieler müssen besser sein. Gerade jetzt ist es jedoch wichtig, dass ich für sie da bin und sie unterstütze.
Was das Spiel betrifft, waren die Ballverluste der entscheidende Faktor. Wir haben den Ball zunächst gut laufen lassen und versucht, den richtigen Wurf zu finden. Aber wir hatten in der ersten Halbzeit bereits 15 Ballverluste, aus denen der Gegner 25 Punkte erzielt hat. So ist es unmöglich, ein Spiel zu gewinnen. Hinzukommend haben wir viele offene Würfe nicht getroffen und dann haben wir in einigen Momenten des Spiels zu soft agiert. Gerade das können wir uns auf diesem Niveau nicht erlauben. Das Einzige, was wir wirklich kontrollieren können, ist, unser Niveau in der Verteidigung konstant hochzuhalten. Leider waren wir in einigen Phasen defensiv nicht konzentriert genug und das hat uns das Genick gebrochen.“
Sasa Filipovski (Fitness First Würzburg Baskets): „Glückwunsch an meine Spieler für diesen Sieg. Sie arbeiten sehr hart, und es ist für sie nicht einfach mit mir, weil ich viel von ihnen verlange. Wir hatten auswärts einige schwierige Spiele und Niederlagen. Aber auch diese Situationen braucht man, um daraus zu lernen und daran zu wachsen. Das haben wir getan, deswegen freue ich mich für meine Spieler. Wir haben eine gute Teamchemie und die Jungs spielen echten Teambasketball. Es war eine gute Atmosphäre in der Halle, ich komme immer gerne nach Braunschweig. Was unserem Gegner heute passiert ist, haben wir bei unserer Niederlage in Rostock auch schon erlebt. So etwas gehört zu einer Basketball-Saison dazu. Wir müssen weiterarbeiten und an uns glauben, gleichzeitig aber auch die Saison und die Spiele genießen.“
Basketball Löwen: Bangala 8 (5 Rebounds), Reaves 9, Aydinoglu 5 (3 Assists), Askew 12, Zylka 11, Edwards 5, Laar n.e., Haase 3, Flanigan 6 (4 Assists, 4 Ballgewinne), Wahren n.e., Green 13 (4 Rebounds, 4 Blocks).
Fitness First Würzburg Baskets: Colbert III 4 (6 Rebounds, 3 Assists), Herzog 7, Jones 16, Saffer 6, Griffin 19, Dye 4, Tischler 12, Wishart 12 (6 Assists), Petric, Ogunsipe 8, Thompson 6, Pjanic 2.