Nach zwei wettbewerbsübergreifenden Niederlagen in Folge wollen die Basketball Löwen Braunschweig als Tabellenvierter am Sonntag beim offensivstarken Aufsteiger Phoenix Hagen zurück in die Erfolgsspur finden. Die aktuell auf Rang 18 der easyCredit BBL stehenden Feuervögel empfangen die Löwen um 15:00 Uhr in der Ischelandhalle. Die Partie wird live bei Dyn übertragen.
„Für uns waren die letzten Spiele aufgrund der verletzten Spieler schwierig“, sagt Löwen-Assistant-Coach Oriol Comas mit Blick auf die Niederlagen in der BBL gegen Ludwigsburg nach Verlängerung und im Netto BBL Pokal gegen Chemnitz. „Durch die Veränderungen im Kader haben wir ein Stück unserer Identität verloren“, erklärt der Katalane. Als Ausrede will er die personelle Situation jedoch nicht gelten lassen. Stattdessen gelte es, das Maximum aus den zur Verfügung stehenden Spielern herauszuholen.

Allerdings machten sich die verletzungsbedingten Ausfälle von Benny Schröder (Sprunggelenk) und Devin Askew (Fuß) im Pokalspiel gegen Chemnitz schon auch defensiv bemerkbar. Das belegen nicht nur die 102 Punkte der NINERS, sondern auch 29 kassierte Punkte nach Ballverlusten. Zugleich fehlte den Löwen offensiv die Effizienz aus den ersten Saisonspielen. Ihr schnelles Spiel nach vorne kam kaum zur Entfaltung, was auch an der starken Chemnitzer Verteidigung lag: 75 erzielte Punkte gegen die Sachsen waren ihre bisher niedrigste Punkteausbeute dieser Saison.
Am Sonntag könnte die Offensive wieder besser ins Rollen kommen, denn defensiv hat Phoenix Hagen – ebenso wie die Löwen – deutlich Luft nach oben. Der Aufsteiger lässt im Schnitt 92 Punkte zu und erlaubt seinen Gegnern eine Feldwurfquote von 50 Prozent. Nur gegen Vechta treffen die gegnerischen Teams noch besser. Allerdings überzeugen die Feuervögel mit viel Offensivkraft. Löwen-Assistant-Coach Oriol Comas bezeichnet ihren Angriff als „besonders“. In nackten Zahlen ausgedrückt erzielt Hagen 87,6 Punkte im Schnitt, trifft 48 Prozent aus dem Feld und verteilt 19,4 Assists pro Spiel.
Offensiv liegen die Löwen zwar in allen Kategorien vorn, doch Phoenix Hagen ist inzwischen im Aufwind. Nach vier Niederlagen zum Saisonstart, unter anderem gegen Rostock und Chemnitz, gewann das Team von Headcoach Chris Harris zunächst auswärts bei den EWE Baskets Oldenburg und legte am vergangenen Wochenende im Pokal-Achtelfinale mit einem überraschenden 107:98-Erfolg bei ratiopharm ulm nach. Die beiden Siege zeigen, dass die Hagener zunehmend ihren Rhythmus finden – insbesondere in der Offensive.
Daran hat Cameron Krutwig einen entscheidenden Anteil. Der Big Man ist nach Devin Askew der zweiteffektivste Spieler in der BBL und überzeugt dabei nicht nur mit Scoring (14,4 Punkte), sondern auch als Vorlagengeber. 5,8 Assists im Schnitt legt der 2,08 Meter große und vielseitige US-Amerikaner auf und gehört damit in dieser Kategorie zu den Top5 der Liga. „Krutwig ist ein sehr smarter Spieler, der Stärken im Postup-Game hat, aber auch über einen guten Wurf von außen verfügt“, sagt Comas.
Doch die Hagener Offensive hängt nicht allein von ihrem Center ab. Mit Trenton Gibson (18,4 Punkte pro Spiel) haben sie einen der drei besten Scorer der BBL in ihren Reihen. Gemeinsam mit Adam Kunkel (12,4 Punkte pro Spiel) bildet er ein wurfstarkes Backcourt-Duo – beide zusammen nehmen knapp 14 Dreier pro Spiel, von denen sie 36,8 Prozent versenken. Für weitere Gefahr von außen sorgt zudem Forward Tyler Polley, der eine 60-prozentige Dreierquote und 10,8 Punkte auf seiner Habenseite verbucht.
Wie gefährlich die Hagener sein können, erfuhren die Löwen bereits in der Vorbereitung: Damals unterlagen sie stark ersatzgeschwächt mit 78:96. Ob sich ihre personelle Situation bis Sonntag im Vergleich zum Pokalspiel gegen Chemnitz verbessert, wird sich kurzfristig entscheiden. Klar ist jedoch: Gegen die offensivstarken, zu Hause bislang aber noch sieglosen Feuervögel wird die Löwen-Defensive besonders gefordert sein.