Ein fulminantes erstes Viertel und eine 15-Punkte-Führung bei den Telekom Baskets Bonn reichten nicht zum Sieg: Die Basketball Löwen Braunschweig hielten zwar bis ins letzte Viertel ihre Führung, zogen aber dennoch bei den zu Hause ungeschlagenen Magentafarbenen mit 87:97 den Kürzeren. Damit haben sie trotz klarer spielerischer Verbesserung das fünfte BBL-Spiel in Folge verloren. Devin Askew konnte nach überstandener Gehirnerschütterung wieder mitwirken und avancierte mit 20 Punkten zum Löwen-Topscorer. Für die Gastgeber war Marcus Foster (26) am erfolgreichsten.
Die Löwen kamen mit Pauken und Trompeten raus und hatten anders als in den vergangenen Partien von der ersten Minute an ein heißes Wurfhändchen von außen. Ferdi Zylka und Devin Askew trafen Dreier um Dreier und nach einem unsportlichen Foul gegen Bonn war das Díaz-Team nach fünf Minuten auf 18:11 davongezogen. Diesen Vorsprung bauten die Löwen bis zum zweiten Viertel noch aus, weil Sheldon Edwards ebenfalls heiß lief. Er versenkte vier weitere Dreier! Nach zehn Minuten standen beeindruckende neun Treffer bei 13 Versuchen von jenseits der Dreierlinie sowie bereits sieben Assists zu Buche. Die Belohnung: eine deutliche 35:22-Führung.
Auf Bonner Seite lief es zunächst ganz anders. Die Gastgeber, die aktuell die beste Dreierquote der Liga aufweisen, trafen im ersten Viertel lediglich 14 Prozent ihrer Versuche aus der Distanz. Doch das sollte sich ändern. Nachdem die Löwen zu Beginn des zweiten Viertel mit 15 Punkten vorne gelegen hatten, erhöhten die Baskets den defensiven Druck und fanden zunehmend auch offensiv ihren Rhythmus. Zwar behaupteten die Löwen zunächst ihre Führung (44:35, 14. Minute), doch die guten Wurfmöglichkeiten von außen wurden weniger und auch in Korbnähe taten sie sich zunehmend schwer. Der Vorsprung schmolz. Nach leichten Punkten von Leon Kratzer aus dem Pick-And-Roll lagen die Löwen nur noch mit vier Punkte vorne.

Drei Ballgewinne und daraus resultierende Punkte verschafften den Löwen kurzzeitig wieder mehr Luft. Aber ihnen gelangen in diesem Viertel nur 17 Punkte, während die Bonner 26 erzielten – und immer mehr davon fielen zu leicht. „Defensiv haben wir nicht gut genug gearbeitet“, analysierte Ramón Díaz und ergänzte: „Wenn man auf beiden Seiten des Feldes nicht konstant seine Leistung bringt, wird es in dieser Liga schwierig.“ Das sollte sich nach dem Seitenwechsel bestätigen. Mit einer knappen 52:48-Führung aus Löwensicht ging es in die zweite Halbzeit.
Die Partie im stimmungsvollen Telekom Dome war umkämpfter, intensiver und wurde noch enger. Die Bonner attackierten immer wieder erfolgreich den Korb, wo insbesondere Michael Kessens kaum gestoppt werden konnte. Auf der anderen Seite mussten die Löwen für ihre Punkte deutlich härter arbeiten, fanden aber noch Antworten auf die Bonner Aufholversuche. Beim Stand von 70:68 gelang Sheldon Edwards ein Ballgewinn, den Tajh Green mit einem Dunk abschloss. Doch auch das dritte Viertel ging mit 27:24 an die Gastgeber. So starteten die Löwen beim Stand von 76:75 nur noch mit einem hauchdünnen Vorsprung in den Schlussabschnitt.
Sheldon Edwards eröffnete das letzte Viertel mit seinen ersten Punkten in der zweiten Hälfte. Doch anschließend kippte die Partie endgültig. Bei den Löwen fiel mehrere Minuten kein Korb, hinzukommend kamen Ballverluste. Das mündete in einen Bonner 11:0-Lauf zum 79:86 (34. Min.), von dem sich die Löwen nicht mehr erholten. Ihnen gelangen im Schlussviertel lediglich elf Punkte. Das lag an schwindender Energie, aber auch an etlichen Einzelaktionen, die nicht erfolgreich endeten. „Wir müssen das Spiel einfach besser beenden und erfahrener werden“, sagte Ferdi Zylka anschließend im Interview bei Dyn. Der Guard sah aber auch einen Schritt in die richtige Richtung, wenngleich die Löwen erneut das Rebound-Duell verloren und in der Zone 52 Punkte zugelassen haben.
Am Rande der Bande: Eddy Edigin (Oberschenkel) und Benny Schröder (Sprunggelenk) konnten weiterhin noch nicht mitwirken.
Die Trainerstimmen zum Spiel:
Ramón Díaz (Basketball Löwen Braunschweig): „Wir sind offensiv sehr gut ins Spiel gestartet. Aber es ist simpel: Defensiv haben wir nicht gut genug gearbeitet. Wenn man auf beiden Seiten des Feldes nicht konstant seine Leistung bringt, wird es in dieser Liga schwierig, konkurrenzfähig zu sein. Das Positive ist, dass wir heute besser im Spiel waren als in den vergangenen beiden Partien. Darauf können wir aufbauen. Wir müssen aber weiter hart arbeiten und uns kontinuierlich verbessern.“
Marko Stankovic (Telekom Baskets Bonn): „Wir haben im ersten Viertel sehr schlecht gespielt, waren im zweiten und dritten Viertel sehr stabil und haben im Schlussabschnitt eine sehr gute Leistung gezeigt. Das spiegelt sich auch im Endergebnis wider. Zu Beginn der Partie haben wir die Scoring-Qualitäten unseres Gegners nicht ausreichend respektiert. Abgesehen von unseren Ballverlusten hatten wir offensiv sehr gut den Ball bewegt. In jedem Viertel haben wir mehr als 20 Punkte erzielt. Defensiv hätten wir allerdings gerade im ersten Viertel deutlich besser arbeiten müssen, um das Spiel in der zweiten Halbzeit mit weniger Spannung für uns zu entscheiden. Mir hat sehr gut gefallen, wie wir nach dem ersten Viertel reagiert haben. Wenn man mit 15 Punkten zurückliegt, ist es nicht einfach, weiterzumachen. Aber wir haben eine Reaktion gezeigt und unseren Charakter unter Beweis gestellt. Wir sind mit dem klaren Ziel aus der Halbzeit gekommen, dagegenzuhalten und um den Sieg zu kämpfen. Am Ende haben wir das Spiel kontrolliert, insbesondere im Schlussviertel. Da hatten wir die Partie weitgehend in unserer Hand. Wir haben das Rebound-Duell kontrolliert, was sehr wichtig war, nachdem wir den Gegner zu schwierigen Würfen gezwungen hatten. Entscheidend ist, dass wir solche Defensivaktionen anschließend auch mit einem Defensivrebound abschließen. Abschließend wünsche ich Braunschweig viel Glück und alles Gute für den weiteren Saisonverlauf.“
Basketball Löwen: Bangala 3, Reaves 6 (4 Assists), Aydinoglu 8, Askew 20, Zylka 15, Edwards 15, Laar n.e., Haase, Flanigan 10 (3 Assists), Wahren n.e., Green 10.
Telekom Baskets Bonn: Foster 26, Wright 6, Comithier 14, Garrett 4, Kessens 15 (5 Rebounds), Murphy 7 (6 Assists) , Kovacevic 6, Jostmann, Aminu 11 (3 Assists), Kratzer 2, Heckmann 3 (9 Rebounds).