Spielergebnis

98:107

Overtime-Krimi endet mit erster Saison-Niederlage

Overtime-Krimi endet mit erster Saison-Niederlage

11.10.
2026

Die Basketball Löwen Braunschweig haben am Sonntagnachmittag ihre erste Niederlage der easyCredit BBL-Saison 2026/27 hinnehmen müssen: Das Team von Ramón Díaz unterlag in einer spannenden Partie vor 3.590 Zuschauenden in der heimischen Volkswagen Halle mit 98:107 nach Verlängerung (42:44, 89:89) gegen sehr treffsichere MHP RIESEN Ludwigsburg. Neben einem defensiv nachlässigen Start war auch die Dreierquote der Gäste mit entscheidend für den Ausgang des Spiels. Die RIESEN trafen 47 Prozent ihrer Würfe von Downtown, während bei den bis dato stark von außen treffenden Löwen dieses Mal nur 25 Prozent ihrer Würfe vom Perimeter den Weg ins Ziel fanden. Gian Aydinoglu avancierte mit seiner persönlichen BBL-Bestleistung (17 Punkte) zum Topscorer und verdiente sich ein Extralob von Ramón Díaz.  


„Ich hatte das Gefühl, dass wir defensiv in den ersten fünf Minuten nicht solide genug waren. Wir haben ihnen (Ludwigsburg) zu viele einfache Würfe ermöglicht, wodurch sie Selbstvertrauen gewonnen haben“, war Ramón Díaz‘ erstes Fazit zum Spiel. In dem lag seine Mannschaft von Beginn an hinten – nach fünf Minuten betrug der Rückstand bereits neun Punkte (9:18). Die RIESEN hatten zu diesem Zeitpunkt bereits vier Dreier versenkt, drei davon gingen aufs Konto von Elijah Hughes. Mit der Einwechslung von Gian Aydinoglu kam dann mehr Zug ins Löwenspiel. Der Guard punktete selbst, gab vor allem aber der Verteidigung wichtige Impulse und führte die Braunschweiger auf 17:18 heran.

Löwen laufen Rückstand hinterher

Offensiv lief es von da an flüssiger, wenngleich der Dreier – bislang eine echte Stärke der Mannschaft von Díaz – zunächst kaum zum Tragen kam. Im ersten Viertel (23:27) hatten die Löwen lediglich zweimal von außen abgedrückt, ohne zu treffen. Das lag allerdings auch an der gut eingestellten Ludwigsburger Verteidigung, die sich offenbar gezielt auf die Braunschweiger Schützen vorbereitet hatte. Dennoch blieben die Löwen – die ohne den verletzungsbedingt fehlenden Topscorer Devin Askew angetreten waren – in Schlagdistanz und steigerten sich im zweiten Viertel auch defensiv. Fünf Ballverluste der RIESEN und eine sinkende Dreierquote waren die Folge.

Gian Aydinoglu war offensiv wie defensiv ein wichtiger Faktor. Foto: Christian Schlüter

Das zweite Viertel entschieden die Löwen mit 19:17 für sich und gingen mit 42:44 in die Halbzeit. Dabei verteilten sie die Scoringlast auf mehrere Schultern, Benny Schröder war mit acht Punkten bis dahin der erfolgreichste Löwe. Vorbei an den RIESEN kamen sie trotz ihrer Geschlossenheit zunächst aber nicht. Stattdessen zogen die Ludwigsburger nach der Pause und einem weiteren Dreier von Hughes auf acht Punkte weg (50:58). Fakt war: Immer, wenn die Löwen näherkamen, hatten die Gäste eine Antwort – vor allem von der Dreierlinie. Doch das Díaz-Team ließ sich nicht abschütteln. Inzwischen hatte es auch beim Rebound die Oberhand gewonnen. Und damit beendete Benny Schröder das dritte Viertel: Er schnappte sich einen Offensiv-Rebound, den er per Tip-In zum 66:69 verwandelte.

RIESEN machen von der Dreierlinie den Deckel drauf

Gleich zu Beginn des letzten Viertels taute Sheldon Edwards von außen auf: Mit zwei Dreiern sorgte er für die erste Führung der Löwen in der gesamten Partie (73:71, 32. Minute). Die Antwort der Gäste ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Die RIESEN drehten das Spiel umgehend wieder zu ihren Gunsten und setzten sich auf 75:80 ab. Aber das Díaz-Team fand dann den defensiven Hebel. Die Löwen kamen zu mehreren Stopps, vor allem durch Chip Flanigan, dem in dieser Phase drei Ballgewinne und ein Block gelangen. Aus diesen guten Verteidigungsaktionen erzielte Ferdi Zylka acht Zähler in Folge zur 87:82-Führung (39. Min.). Kurz zuvor hatten die Löwen allerdings einen einfachen Korbleger nach einer Switch-Situation kassiert, was Ramón Díaz als eine entscheidende Aktion des Spiels charakterisierte.

Trotzdem hatten die Löwen den Sieg noch selbst in der Hand. Aber ein weiterer Dreier von Hughes, ein vergebener Freiwurf von Aydinoglu und ein strittiges Foul von Felipe Haase, das den Gästen zwei erfolgreiche Freiwürfe einbrachte, führten zum 89:89 nach 40 Minuten. Die Entscheidung fiel in der Verlängerung. Dort bewiesen die Ludwigsburger erneut ihre Treffsicherheit von außen und versenkten drei Dreier, mit denen sie sich auf 96:102 absetzten. Gian Aydinoglu verkürzte zwar noch einmal auf vier Punkte, doch anschließend gelang den Löwen nichts mehr. Damit mussten sie erstmals in dieser Saison als Verlierer vom Parkett gehen. Aber: „Die Mannschaft hat Charakter gezeigt, und es war alles andere als einfach, ohne unseren etatmäßigen Point Guard (Devin Askew) zu spielen. Dennoch haben wir bis zum Schluss gekämpft“, so der Löwen-Headcoach nach der Partie.

Am Rande der Bande: Neben den weiterhin pausierenden Eddy Edigin (Oberschenkel) und Romario Holloway (Knie), konnte auch Devin Askew nicht gegen die MHP RIESEN mitwirken. Der Topscorer hat sich im Spiel gegen Vechta am Fuß verletzt. Die medizinische Abteilung arbeitet intensiv an seiner raschen Rückkehr.

Die Trainerstimmen zum Spiel:

Ramón Díaz (Basketball Löwen Braunschweig): „Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch an Ludwigsburg. Ich hatte das Gefühl, dass wir defensiv in den ersten fünf Minuten nicht solide genug waren. Wir haben ihnen zu viele einfache Würfe ermöglicht, wodurch sie Selbstvertrauen gewonnen haben. Und wenn eine Mannschaft erst einmal ihren Rhythmus gefunden hat, wird es schwierig, sie zu stoppen – zumal Ludwigsburg sehr gut getroffen hat. Im zweiten und im letzten Viertel haben wir defensiv gut gearbeitet. Aber in einem so engen Spiel entscheiden letztlich die Details. Als wir mit fünf Punkten in Führung lagen, haben wir einen unnötigen Switch in der Verteidigung gemacht, der zu einem einfachen Korbleger für den Gegner geführt hat. Ich denke, das war eine der entscheidenden Aktionen in diesem Spiel. Trotzdem können wir mit einem 3:1 nach den ersten vier Spielen sehr zufrieden sein. Die Mannschaft hat Charakter gezeigt, und es war alles andere als einfach, ohne unseren etatmäßigen Point Guard (Devin Askew) zu spielen. Dennoch haben wir bis zum Schluss gekämpft. Besonders zufrieden bin ich mit Gian, der ein sehr gutes Spiel gemacht und die Mannschaft in mehreren Phasen angeführt hat.“

Carles Duran (MHP RIESEN Ludwigsburg): „Das erste Fazit: Ich bin sehr glücklich, weil Braunschweig heute [ebenfalls] sehr gut gespielt hat. Es ist ein wichtiger Sieg für uns! Ich denke, dass wir heute als Team weitaus besser als zuletzt gestartet sind, dann aber auch sehr viele Fehler gemacht haben. Nach und durch unsere Fehler hat Braunschweig die Partie ausgeglichen. Im letzten Viertel waren sie besser als wir; dennoch waren wir geduldig und hatten das Spiel bis zum Ende in unserer Hand. In der Verlängerung war mein Team für mein Empfinden dann die bessere Mannschaft. Nichtsdestotrotz müssen wir uns verbessern, wenn wir uns in der Liga weiter nach oben arbeiten möchten.“

Basketball Löwen: Bangala 8 (5 Rebounds), Fox n.e., Schröder 12, Reaves 11, Aydinoglu 17 (7 Assists), Zylka 13 (5 Assists), Edwards 14, Laar n.e., Haase 8 (3 Assists), Flanigan 8 (3 Ballgewinne), Wahren n.e., Green 7 (6 Rebounds).

MHP RIESEN Ludwigsburg: Drews n.e., Kier 16 (5 Assists), Joplin 12 (6 Rebounds), Leggett 18 (6 Rebounds, 4 Assists), Hughes 22, Perry 14 (6 Assists), Cartier 9 (6 Rebounds, 3 Assists), Polas Bartolo 1, Baumer, Wohlfarth-Bottermann 2, Dongma Temoka 2, Rutherford 11.


Das Spiel in der Wiederholung? Gibt’s bei Dyn.

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