Spielergebnis

120:98

Rückschlag im Abstiegskampf: Löwen ohne Chance in Vechta

Rückschlag im Abstiegskampf: Löwen ohne Chance in Vechta

24.04.
2026

Nach zuletzt zwei Siegen in Folge wähnten sich unsere Basketball Löwen Braunschweig im Kampf um den Klassenerhalt im Aufwind und gestärkt für die Freitagabendpartie beim derzeit heißesten easyCredit BBL-Team RASTA Vechta. Aber es kam anders. Die Löwen zeigten in der ersten Halbzeit weder die Energie und Physis noch Verteidigungsleistung, die es braucht, wenn man unbedingt Siege benötigt, um die Liga zu halten. Stattdessen öffneten sie den ohnehin offensivstarken Gastgebern Tür und Tor und kassierten bis zur Pause bereits 75 Punkte. Zwar spielten sie offensiv gut, lagen aufgrund der nicht akzeptablen Verteidigung jedoch schon mit 25 Punkten hinten – ein Rückstand, den sie nicht mehr aufholen konnten. „So wie wir gespielt haben, können wir kein Finale bestreiten“, sagte Headcoach Ramón Díaz nach der Partie, die aus Braunschweiger Sicht mit 98:120 (50:75) endete und einen schmerzhaften Rückschlag im Abstiegskampf darstellt.


„Die erste Halbzeit war schrecklich, sowas habe ich noch nie gesehen“, sagte Benny Schröder nach der Partie. Dabei begann die Begegnung zunächst ausgeglichen, wobei die Verteidigung auf beiden Seiten eine untergeordnete Rolle spielte. In einem offensiv geprägten Spiel lagen die physisch nicht so präsenten Löwen nach acht Minuten nur knapp mit 22:23 zurück. Doch dann unterliefen der Díaz-Mannschaft ein paar Fehler, die postwendend von Vechta zum 22:28 bestraft wurden. Der Löwen-Headcoach reagierte sofort mit einer Auszeit und kritisierte in dieser deutlich das Defensivverhalten seines Teams. Aber das wurde noch schlechter.

Vechta erzielt im 2. Viertel 44 Punkte

Nach dem 26:31 zum Ende des ersten Viertels breiteten die Löwen in der Verteidigung sprichwörtlich den roten Teppich für RASTA aus. Die Gastgeber, die zuletzt vier Spiele in Folge gewonnen haben und das treffsicherste BBL-Team von der Dreierlinie sind, kamen zu einfachen Abschlüssen am Korb und standen immer wieder völlig frei an der 6,75-Meter-Linie. Dort liefen sie – wenig überraschend – heiß. Die Löwen leisteten wenig Gegenwehr, wirkten energielos. Offensiv agierten sie trotz schwacher Dreierquote solide, doch defensiv fehlten Einstellung und Körpersprache. „Wir haben überhaupt keine Verteidigung gespielt“, monierte Díaz. RASTA nutzte dies konsequent aus und spielte sich in einen Rausch: Neun von zehn Dreiern im zweiten Viertel und insgesamt 44 Punkte waren historisch – für die Löwen jedoch „extrem frustrierend“, wie Benny Schröder sagte.

Alonzo Verge Jr. war nicht zu stoppen. Fotos: Christian Becker / pfbecker.de

Mit einem 50:75-Rückstand ging es in die Halbzeitpause. Díaz appellierte in der Kabine an seine Mannschaft und forderte eine deutlich verbesserte Verteidigung. Tatsächlich konnten die Löwen den Dreierregen stoppen und ließen im dritten Viertel „nur“ 24 Punkte zu. „Aber wenn du so eine erste Halbzeit spielst, kannst du nicht zurückkommen“, stellte Schröder später fest. Offensiv blieb das Team effizient und traf im Zweierbereich starke 74 Prozent. Aber RASTA war viel zu gefestigt, viel zu selbstbewusst und versenkte trotz gefallener Quote immer noch 70 Prozent der Feldwürfe. So liefen die Löwen ihrem deutlichen Rückstand hinterher, der zwischenzeitig sogar auf 31 Punkte angewachsen war (65:96). Vornehmlich Topscorer Ferdi Zylka sorgte mit guten Offensivaktionen zum Viertelende dafür, dass es mit 75:99 in die letzten zehn Minuten ging.

„Unsere Einstellung in der ersten Halbzeit war nicht akzeptabel“

Die Niederlage war zu diesem Zeitpunkt längst besiegelt und in ihrer Höhe vor allem der schwachen ersten Halbzeit geschuldet. Mit diesem Auftritt verpasste die Mannschaft von Díaz die Chance, weiteren Boden auf einen Nichtabstiegsplatz gutzumachen und ihr zuvor erarbeitetes Momentum mitzunehmen. Stattdessen ist der ohnehin schon große Druck im Abstiegskampf bei noch drei verbleibenden Spielen und vier Punkten Rückstand auf das rettende Ufer nochmal deutlich gestiegen. 

Die Trainerstimmen zum Spiel:

Ramón Díaz (Basketball Löwen Braunschweig): „Unsere Einstellung, unsere Körpersprache und unsere Energie waren in der ersten Halbzeit furchtbar. Wir haben überhaupt keine Verteidigung gespielt und ihnen dadurch sehr leicht Punkte ermöglicht. In der zweiten Halbzeit war es schwierig, sie zu stoppen, weil sie sehr selbstbewusst waren. Aber so, wie wir gespielt haben, können wir kein Finale bestreiten. In der Halbzeitpause habe ich gesagt, dass wir komplett anders verteidigen müssen. Aber wir waren nicht konzentriert genug und hatten nicht die nötige Energie, um diese Art von Spiel zu bestreiten. Für Vechta war es ebenfalls ein wichtiges Spiel und wir wussten, dass es schwierig werden würde, hier zu gewinnen. Die Einstellung, die wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben, ist jedoch nicht akzeptabel.“

Christian Held (RASTA Vechta): „Die Jungs arbeiten sehr gut, machen einen hervorragenden Job. Wenn wir uns so viele hochprozentige Würfe erarbeiten, dann können wir die auch treffen. Wenn man so hochprozentig trifft, dann gehe ich nicht davon aus, dass der Gegner alles falsch gemacht hat, sondern dass wir viel richtig gemacht haben. Braunschweig ist eine gute Mannschaft. Sie hatten diese Saison sicherlich Probleme, haben aber drei der letzten vier Spiele gewonnen. Das kommt ja nicht von ungefähr. Von daher muss man sie dann erst einmal so in Schach halten. Wir haben als nächstes ein unglaublich schweres Spiel vor der Brust, in München. Das ist wahrscheinlich das schwerste Spiel, was man so haben kann. Es gibt Kleinigkeiten, die wir besser machen müssen. Daran wollen und müssen wir arbeiten, das haben wir auch in den letzten Wochen getan und werden es weiter tun. Denn wir wollen uns weiterentwickeln, um dann, wenn es darum geht bereit zu sein, eben genau das zu sein.“.“

Basketball Löwen: Worthy n.e., N’Guessan 16 (7 Rebounds), Hawley 5, Schröder 8, Zylka 22, Obiesie, Crawford 17 (5 Assists), Laar n.e., Kajami-Keane 11 (10 Assists), Flanigan 4, Shittu 15 (10 Rebounds).

RASTA Vechta: Parsons 15 (3 Assists), Bamba 19 (3 Assists), van Slooten, Brown 16, Verge 29 (5 Rebounds, 5 Assists), Kuhse 9 (5 Assists), Herkenhoff 15, Trettin, Thiemann 8 (7 Rebounds), Krupnikas, Pandi 9.


Dyn zeigt das Spiel in der Wiederholung. 

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