Spielergebnis

96:85

Einbruch nach starkem ersten Viertel – Niederlage in Bonn

Einbruch nach starkem ersten Viertel – Niederlage in Bonn

12.04.
2026

Nach dem wichtigen Sieg gegen ratiopharm ulm zeigten die tief im Abstiegskampf steckenden Basketball Löwen Braunschweig heute beim Tabellenvierten Telekom Baskets Bonn zunächst erneut eine gute Leistung: Die Mannschaft von Ramón Díaz dominierte das erste Viertel und erspielte sich verdient eine zweistellige Führung. Doch im zweiten Viertel kippte die Partie: Eine steigende Fehlerquote, nachlassende defensive Intensität und klare Schwächen beim Rebounding brachten Bonn zurück ins Spiel. Die Gastgeber übernahmen die Kontrolle und bauten ihren Vorsprung im dritten Abschnitt bis auf 24 Punkte aus – auch begünstigt durch zahlreiche zweite Chancen. Im Schlussviertel kämpften sich die Löwen um Topscorer Bryant Crawford (21 Punkte) zwar noch einmal heran, konnten die Wende aber nicht mehr erzwingen und unterlagen am Ende mit 85:96 (41:49). Damit blieb die erhoffte Bestätigung des Ulm-Auftritts aus.

Für die Löwen geht es heute noch weiter nach Thüringen, wo sie am Dienstag auf Science City Jena treffen. Tip-Off ist um 18:30 Uhr – Dyn zeigt die Partie aus der Sparkassen-Arena live.


Die Löwen nahmen den Schwung aus dem Ulm-Sieg mit ins erste Viertel: Hinten arbeitete die Verteidigung aufmerksam und erzwang schwere Bonner Würfe sowie Stopps. Und am anderen Ende lief es nahezu perfekt. Die Löwen bewegten den Ball mit viel Übersicht und trafen hochprozentig (69 Prozent aus dem Feld). Ein sehenswerter „Behind-the-Back“-Assist des insgesamt starken Bryant Crawford auf Simi Shittu führte zum 17:10 und zur ersten Bonner Auszeit (6. Minute). Auch danach blieb das Díaz-Team tonangebend und setzte sich nach Fastbreak-Punkten von David N’Guessan zwischenzeitlich auf elf Zähler ab (28:17). Zur Viertelpause hätten die Löwen sogar noch höher führen können (30:20), hätten sie konsequenter am defensiven Brett gearbeitet. Bereits im ersten Abschnitt sicherten sich die Telekom Baskets sieben Offensiv-Rebounds, konnten daraus aber zunächst wenig Kapital schlagen, da sie nur 36 Prozent ihrer Würfe trafen.

Löwen hören auf zu spielen

Das änderte sich im zweiten Viertel schlagartig, indem die Fehlerquote der Díaz-Mannschaft stieg und die für ihre starke Defensive bekannten Bonner davon profitierten. Die nutzten Braunschweiger Ballverluste wie auch das schwache Rebound-Verhalten der Löwen konsequenter aus und drehten das Spiel: In der 16. Minute lagen die Gastgeber mit 38:37 vorne. Daran hatte ebenfalls die deutlich abfallende defensive Intensität der Löwen einen großen Anteil. Von der energievollen Verteidigung gegen Ulm oder noch im ersten Viertel dieser Partie war kaum was zu sehen. „Ich weiß nicht, warum wir im zweiten Viertel aufgehört haben zu spielen“, klagte Ramón Díaz nach dem Spiel und monierte ebenfalls, dass sein Team im Angriff nichts mehr richtig ausführte und damit die Trefferquote merklich sank. Die Folge: nur elf eigene Punkte bei 29 Bonner Zählern. Hinzu kam, dass Bonn – eigentlich keine ausgewiesene Dreiermannschaft – plötzlich von außen heiß lief und angeführt von Joel Aminu vier Dreier traf.

Bryant Crawford war Löwen-Topscorer. Fotos: Sebastian Bahr

Mit 41:49 aus Löwensicht ging es in die zweite Halbzeit und aus der hätten sie mit Pauken und Trompeten rauskommen müssen, um sich das Momentum zurückzuholen. Aber das Gegenteil war der Fall. Die Löwen leisteten in der Anfangsphase des dritten Viertels zu wenig Gegenwehr und waren in der Verteidigung viel zu passiv. So ging es ganz schnell: Der Rückstand wuchs an – in der 27. Minute lagen die Löwen mit 50:74 zurück. Erst dann ging ein Ruck durch das Team. Vor allem Josh Hawley brachte neue Energie in die Verteidigung, traf selbst einen Dreier und leitete einen 9:0-Lauf zum 62:76 nach 30 Minuten ein. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Löwen bereits 15 Offensiv-Rebounds zugelassen und sich elf Ballverluste geleistet – ein entscheidender Faktor, da Bonn so insgesamt 17 Würfe mehr hatte.

Bonn erarbeitet sich 20 Würfe mehr

Im Schlussviertel stabilisierten sich die Löwen etwas, weil die Defensive wieder aktiver agierte. So kämpfte sich das Díaz-Team angeführt von Bryant Crawford heran: Ein Dreier von Kaza Kajami-Keane verkürzte den Rückstand auf sieben Punkte (75:82, 35. Minute). Doch die Bonner fanden stets eine Antwort und nutzten weitere Fehler der Löwen konsequent aus. So folgte auf einen Block beispielsweise prompt ein Ballverlust, der mit einem Bonner Dreier bestraft wurde. Am Ende sicherten sich die Telekom Baskets 19 Offensiv-Rebounds und kamen auf 80 Feldwürfe, während die Löwen nur 60 Abschlüsse aus dem Feld hatten. „Sie hatten 20 Würfe mehr als wir. Das darf nicht passieren, wenn man konkurrenzfähig sein will“, resümierte Ramón Díaz. Entscheidend war letztlich, dass seine Mannschaft die Schlüsselbereiche Verteidigung und Rebounding – wie noch beim Sieg gegen Ulm – nicht konstant aufs Parkett brachte.

Die Trainerstimmen zum Spiel:

Ramón Díaz (Basketball Löwen Braunschweig): „Herzlichen Glückwunsch an Marko und sein Team. Sie haben in den letzten drei Vierteln sehr gut gespielt. Wir haben zunächst die richtigen Dinge getan, vor allem in der Verteidigung. Zudem haben wir versucht, die Rebounds unter Kontrolle zu halten. Aber ich weiß nicht, warum wir im zweiten Viertel aufgehört haben zu spielen. Bonn wurde in der Verteidigung aggressiver und wir konnten im Angriff nichts mehr richtig ausführen sowie abschließen. Stattdessen haben die Bonner angefangen zu laufen und zu punkten. Sie hatten 20 Würfe mehr als wir. Das darf nicht passieren, wenn man konkurrenzfähig sein will. Wir müssen in unserer schwierigen Lage weiterkämpfen. Wenn wir eine Chance haben wollen, müssen wir versuchen, insgesamt besser zu spielen.“

Marko Stankovic (Telekom Baskets Bonn): „Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch an meine Mannschaft. Das ist ein guter und großer Schritt für uns in Richtung unseres Ziels, der Playoffs. Dieses Spiel war für uns wie eine Achterbahnfahrt nach einem sehr, sehr schlechten Start und einem Rückstand von 11 Punkten. Im zweiten Viertel haben wir uns zurückgekämpft und haben viel besser gespielt. Dann hatten wir zu Beginn des dritten Viertels einen sehr guten Start. Wir lagen mit 24 Punkten in Führung. Am Ende des dritten Viertels kam Braunschweig aber wieder auf 14 Punkte heran. Das ganze Spiel über gab es diese Höhen und Tiefen. Letztendlich müssen wir sagen, dass wir gegen eine Mannschaft gespielt haben, die kämpft und Qualität hat. Sie haben erst letzte Woche gegen Ulm gewonnen. Wir müssen also sicherstellen, dass wir in Zukunft konstanter spielen, um die nächsten Spiele bis zum Ende der regulären Saison zu gewinnen. Offensiv waren wir in diesem Spiel insgesamt sehr solide. Defensiv müssen wir einige Dinge verbessern. Die 36 Gegenpunkte in der Zone, die hauptsächlich durch Pick-and-Rolls und Fastbreaks in der ersten Halbzeit entstanden sind, haben uns große Probleme bereitet. Und in der zweiten Halbzeit haben wir Crawford nicht wirklich unter Kontrolle gebracht, der viele Punkte erzielen konnte. Und wir haben seine Würfe nicht kontrolliert, obwohl wir ihn als einen der besten Scorer der Mannschaft identifiziert hatten. Ich wünsche Coach Diaz und seinem Team alles Gute für den Rest der Saison und möchte mich noch einmal bei unseren Fans für die großartige Unterstützung heute bedanken.“

Am Rande der Bande: Philipp Hartwich stand wieder im Kader, kam nach seiner Fußverletzung aber noch nicht zum Einsatz. Barra Njie und Luka Ščuka fehlten weiterhin aufgrund ihrer Verletzungen, während die Doppellizenzspieler beim Unterbau-Team SG Braunschweig im dritten Playoff-Halbfinalspiel im Einsatz waren. 

Basketball Löwen: N’Guessan 8, Schröder 5, Hawley 8 (7 Rebounds), Zylka 5 (4 Assists), Obiesie 6, Hartwich n.e., Crawford 21 (6 Assists), Kajami-Keane 15 (5 Assists), Flanigan, Shittu 17 (6 Rebounds).

Telekom Baskets Bonn: Finch 11 (4 Assists), Comithier 16, Cooks 2, Garrett 21 (6 Rebounds), Kessens 4 (10 Rebounds), Murphy (8 Assists), Jostmann 9, Jongkuch 8 (7 Rebounds), Aminu 25 (4 Assists), Heckmann (3 Assists).


Die Wiederholung des Spiels gibt es bei Dyn. 

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