Spielergebnis

73:94

Deutliche Niederlage: Defensive Probleme auch gegen ALBA zu groß

Deutliche Niederlage: Defensive Probleme auch gegen ALBA zu groß

29.03.
2026

Was die Basketball Löwen Braunschweig in ihrer Situation als Tabellenletzter der easyCredit BBL unbedingt brauchen, sind Siege. Doch während die direkten Konkurrenten an diesem Wochenende wichtige Erfolge gegen Top-Teams der Liga feierten, kassierte die Mannschaft von Headcoach Ramón Díaz gegen den Tabellenzweiten ALBA BERLIN erneut eine Niederlage und wieder über 90 Punkte. „Es gelingt uns nicht, über die vollen 40 Minuten stabil zu agieren – und das passiert leider in jedem Spiel“, sagte der enttäuschte Spanier nach der Partie, die sein Team mit 73:94 (38:46) verlor. Topscorer für die Löwen war David N’Guessan mit 17 Punkten (10 Rebounds), für die Berliner war Malte Delow am erfolgreichsten (19).


Der Start in die Partie war wie so oft ordentlich. Die Löwen spielten mit Energie und trafen zunächst auch deutlich besser als die Gäste. Das konnten sie aber nicht ausschlaggebend zu ihrem Vorteil nutzen, weil sie etliche ALBA-Rebounds am offensiven Brett zuließen. Neunmal kamen die Berliner um den zu Beginn sehr starken Justin Bean schon zu zweiten oder gar dritten Chancen und hatten deshalb logischerweise ein deutliches Mehr an Würfen. Dennoch hatten die Löwen nach zehn Minuten eine 21:18-Führung und den Tabellenzweiten nur bei 30-prozentiger Trefferquote gehalten.

Löwen lassen nach, ALBA zieht weg

Die Partie war aber offensiv zäh, beide Teams vergaben gute Möglichkeiten und mussten teilweise hart für ihre Würfe arbeiten. Allerdings fielen die nach und nach besser bei den Gästen, während bei den Löwen vor allem von der Dreierlinie immer weniger ging. Insbesondere das Guard-Duo um Neuzugang Bryant Crawford und Kaza Kajami-Keane war das gesamte Spiel über von außen richtig kalt und hatte zur Halbzeit zusammen auch nur zwei von 13 Feldwürfen getroffen. Trotzdem konnten die Löwen die Partie bis zur 18. Minute ausgeglichen gestalten, weil sie die Rebounds jetzt unter Kontrolle und starke Szenen hatten. Das galt speziell für den unermüdlich ackernden David N’Guessan, der es gleich zweimal in Folge per Alley-Oop-Dunk zum 38:36 krachen ließ. Doch plötzlich stockte die Offensive und auch die Energie ließ nach. Fehlwürfe, Ballverluste – bis zur Pause ging nichts mehr zusammen und das nutzte ALBA für einen 10:0-Lauf zum 38:46 (20. Min.).

Bryant Crawford hatte bei seinem Debüt keinen Wurfrhythmus. Fotos: Christian Schlüter

Dieser Trend setzte sich zurück auf dem Parkett fort. Die Löwen, bei denen neben den bekannten Rekonvaleszenten um Barra Njie und Luka Ščuka auch Ferdi Zylka (Hüftprobleme) fehlte, kamen schwach ins dritte Viertel. Hinten waren sie anfällig und vorne fiel mehrere Minuten quasi nichts. Nach einem 1:8-Run lagen die Löwen mit 15 Punkten hinten und hielten auch zu wenig gegen defensiv griffiger werdende Gäste dagegen. „Sobald die Energie nachlässt, brechen wir ein und verlieren komplett unseren Rhythmus“, hatte Díaz gesagt und das galt für diese Spielphase. Seine Mannschaft rappelte sich nochmal etwas. Es gelangen ein paar Stopps und am anderen Ende auch Punkte – wie zum Beispiel durch einen der wenigen getroffenen Dreier. Aber der Rückstand betrug nach 30 Minuten neun Punkte (52:61).

Berlin macht im letzten Viertel 33 Punkte

Ein weiteres Aufbäumen der Löwen blieb aus. Die gerieten im letzten Viertel stattdessen unter die Räder und konnten Berlins Offensive nicht mehr bremsen. Nach etwas mehr als fünf gespielten Minuten hatte ALBA bereits 24 Punkte zur höchsten Führung erzielt (63:85), während die Löwen in den gesamten letzten zehn Minuten 21 Punkte machten. „Unser Hauptproblem liegt nicht in der Offensive, sondern in der Defensive“, machte Löwen-Headcoach Díaz deutlich und prangerte auch die vielen offenen Korbleger an, die der Tabellenzweite hatte. So endete dieses Spiel nach dem Muster etlicher vorangegangener Begegnungen, in denen die Löwen plötzlich einbrachen und sich nicht mehr davon erholten.

Die Trainerstimmen zum Spiel:

Ramón Díaz (Basketball Löwen Braunschweig): „Wenn wir mit Energie und Einsatz spielen, sind wir absolut konkurrenzfähig. Das Problem ist jedoch unsere fehlende Konstanz: Sobald diese Energie nachlässt, brechen wir ein und verlieren komplett unseren Rhythmus. Wieder haben wir über 90 Punkte zugelassen, wieder gab es zwei Viertel, in denen wir um die 30 Punkte kassieren. Es gelingt uns nicht, über die vollen 40 Minuten stabil zu agieren – und das passiert leider in jedem Spiel. Dabei geht es heute nicht in erster Linie um Sieg oder Niederlage. Man kann ein Spiel auch im letzten Viertel mit acht Punkten Unterschied verlieren, weil Würfe nicht fallen. Entscheidend ist aber: Unser Hauptproblem liegt nicht in der Offensive, sondern in der Defensive. Wir haben zu viele einfache Punkte zugelassen, insbesondere Korbleger ohne Gegenwehr, und ihnen zusätzlich 29 Freiwürfe geschenkt.

Pedro Calles (ALBA BERLIN): „Zunächst einmal wünsche ich Braunschweig alles Gute für die kommenden Spiele. Aber ich möchte meiner Mannschaft zu diesem Sieg gratulieren. Es war kein leichtes Spiel, denn wir hatten eine lange Trainingswoche hinter uns und einige Spieler kehrten gerade erst nach Verletzungen zurück. Der Weg zum Erfolg war, dass wir in der zweiten Halbzeit unsere defensive Intensität gesteigert und daraus viele Chancen in der Offensive kreiert haben.“

Basketball Löwen: Worthy, N’Guessan 17 (10 Rebounds), Hawley 9, Schröder 9, Ewelt, Obiesie, Hartwich 2, Crawford 4 (7 Assists), Kajami-Keane 12 (6 Assists), Flanigan 7, Edigin n.e., Shittu 11 (8 Rebounds).

ALBA BERLIN: O’Connell 9 (5 Rebounds), Delow 19, Kayil 5, Mattisseck 4 (5 Assists), Wood 15, Roberts 2 (6 Rebounds), Hermannsson 5, Agbakoko 9, Nufer, Bennefeld 6, Hundt 4, Bean 16 (6 Rebounds).


Das Spiel in der Wiederholung bei Dyn.

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