Mission Klassenerhalt: Mit unbändigem Willen und Zusammenhalt

Mission Klassenerhalt: Mit unbändigem Willen und Zusammenhalt

17.03.
2026

Durch die Niederlage gegen die VET-CONCEPT Gladiators Trier und den am gleichen Tag erfolgten Sieg des SYNTAINICS MBC gegen ALBA BERLIN hat sich die Situation für die Löwen im Kampf um den Klassenerhalt stark zugespitzt. Darüber und über die Zukunft im Falle eines Abstiegs spricht Geschäftsführer Nils Mittmann im Interview.


Nils, die sportliche Situation wird immer brisanter – nach der Niederlage gegen Trier haben die Löwen sechs Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Was stimmt dich positiv, dass der Klassenerhalt noch möglich ist?

Nils Mittmann: Die Niederlage gegen Trier hat wehgetan und auch Spuren hinterlassen. Der Blick auf die Tabelle ist frustrierend und alarmierend zugleich. Aber es sind auch noch zehn Spiele in dieser Saison zu absolvieren. Es gibt noch eine Chance! Für diese Möglichkeit werden wir kämpfen und alles unternehmen, um die nächsten Spiele erfolgreich zu gestalten. Wir haben unseren Kader gezielt um Spieler mit hoher Qualität verstärkt, zuletzt mit Bryant Crawford. Verbesserungen sind sichtbar, aber noch nicht ausreichend. Die Mannschaft hat immer wieder gute Ansätze gezeigt, was fehlt ist Konstanz und Resilienz in schwierigen Phasen, da verlieren wir die Ordnung und unseren defensiven Zugriff. Hieran müssen wir in den kommenden zwei Wochen intensiv arbeiten. Und hier müssen wir den notwendigen Spirit für unsere herausfordernde Mission entwickeln. Mission Klassenerhalt! Die Grundlage bildet ein unbändiger Kampfeswille und Zusammenhalt. Dies müssen wir alle verinnerlichen – vom Staff bis zu jedem einzelnen Spieler. Wer das nicht zeigt, kann kein Teil dieser Mission sein!

Du hast die Nachverpflichtungen angesprochen. Mit Simi Shittu, Kaza Kajami-Keane und nun auch Bryant Crawford sind Spieler mit viel Qualität dazugekommen. Aber selbst mit Shittu und Kajami-Keane bleiben kontinuierliche Erfolge noch aus. Sind diese Spieler für die nötige Wende zu spät gekommen?

Nils Mittmann: Die Verpflichtungen haben zugegebenermaßen sehr lange gedauert und am Ende des Tages müssen wir dafür wie auch für die generelle Kaderzusammenstellung die Verantwortung übernehmen – egal, welche Gründe es dafür gab.

Fakt ist aber, dass wir mit der tatkräftigen Unterstützung unserer Sponsoren in den vergangenen Monaten sehr viel investiert haben, um mit diesen Nachverpflichtungen und dem Trainerwechsel mehr Stabilität zu schaffen und neue Impulse zu setzen. Aktuell bleiben die Erfolgserlebnisse wie gesagt noch aus, aber mit diesen Veränderungen haben wir jetzt ein hohes Maß an Qualität und Quantität im Training und das legt den Grundstein dafür, sich schneller zu steigern. Der Fokus liegt auf einer deutlich besseren Defensive, denn wenn man wie gegen Trier zu Hause über 100 Punkte kassiert, wird es nahezu unmöglich, zu gewinnen.

Aber ich bin zuversichtlich, dass wir uns stabilisieren und die nötigen Spiele gewinnen werden – auch wenn die Zeit unbestritten knapp und unsere Lage mehr als brenzlig ist.

Die Einbrüche in den Spielen scheinen einerseits konditioneller Art zu sein, können aber auch mentale Gründe haben. Siehst du die Mannschaft vom Kopf her stark genug, um den Umschwung zu schaffen?

Nils Mittmann: Das wird sich zeigen. Aber klar ist, wir müssen endlich den Bock umstoßen und anfangen, Spiele zu gewinnen. Genau diesen Impuls erhoffen wir uns auch von den Neuzugängen, die Erfahrung auf internationalem Niveau mitbringen und der Mannschaft zusätzliche mentale Stärke geben. Headcoach Ramón Díaz bringt ebenfalls viel positive Energie rein und hat eine gute, aber auch fordernde Ansprache. Aber wir können nicht in jeden einzelnen Kopf hineinschauen, sondern müssen darauf bauen, dass wir insgesamt mental stabil genug sind und es als Team schaffen. Wir haben jetzt aufgrund des kommenden spielfreien Wochenendes zwei Wochen Zeit, um im Training nochmal deutlich an den Defiziten zu arbeiten und damit die Weichen für einen beherzten und erfolgreichen Kampf um den Klassenerhalt zu stellen.

Und was passiert, wenn das nicht gelingt und die Löwen tatsächlich absteigen?

Nils Mittmann: Unser Ziel wäre im Falle eines Abstiegs klar: Den Standort mit seiner Infrastruktur aufrechterhalten und direkt wieder in die BBL aufsteigen.

Die Signale der Sponsoren sind positiv, und wir haben über die Jahre einen stabilen Basketballstandort aufgebaut – mit moderner Infrastruktur, einer breiten Basis wirtschaftlicher Partner, großem gesellschaftlichem Engagement und einer erfolgreichen Talententwicklung. Diese Entwicklung wollen und werden wir fortführen. Ein sportlicher Rückschritt wäre schmerzhaft, aber nicht das Ende der Löwen.

Das ist ein positives Signal. Gibt es das denn auch zur ausstehenden Freigabe von Bryant Crawford?

Nils Mittmann: Wir haben nicht erwartet, dass sein ehemaliger Club Bursaspor der Freigabe unverzüglich zustimmen würde, hier entscheidet nun die FIBA. Das ist natürlich ein gewisses Risiko, aber die Sachlage stellt sich aus unserer Sicht eindeutig dar. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Aspekte, die Vertragsinhalte oder laufende Verhandlungen betreffen, nicht öffentlich kommentieren werden. Aber wir haben gemeinsam mit Bryants Agenten die entsprechenden Unterlagen bei der FIBA eingereicht, um die Freigabe zu erwirken. Wir sind guter Dinge, dass wir diese zeitnah erhalten werden.

Vielen Dank für das Gespräch. 

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