Basketball Löwen-Headcoach Ramón Díaz hatte im Rahmen des heutigen Doppelspieltags mit dem LionPride (2. DBBL Nord) viel Hoffnung in die Partie seiner Mannschaft gegen den Tabellenachten VET-CONCEPT Gladiators Trier gesetzt. „Ich bin überzeugt davon, dass sich mit einem Sieg am Sonntag vieles ändern kann“, hatte der Spanier gesagt und sah sein Team zunächst auf einem guten Weg. Noch ohne ihren letzten Neuzugang Bryant Crawford, dafür aber wieder mit dem genesenen Topscorer und Top-Rebounder Simi Shittu lagen die Löwen nach 23 Minuten mit zehn Punkten vorne und zeigten eine gute Leistung, ehe sich die Geschichte der vergangenen Wochen wiederholte. Es folgte ein Einbruch – vor allem defensiv – durch den die offensivstarken Gäste die Oberhand gewannen. Die Moselstädter erzielten in der zweiten Halbzeit 69 Punkte und die ebneten den Weg zur 97:106-Niederlage (43:37) der Löwen vor 4.445 Zuschauenden in der Volkswagen Halle.
Weiterhin bei den Löwen nicht dabei waren Barra Njie (Glutealmuskulatur), Romario Holloway (Gehirnerschütterung) und Eliah Braun (Sprunggelenk). Durch die Rückkehr von Simi Shittu in den Kader setzte Josh Hawley aufgrund der Ausländerregelung aus.
Der Doppelspieltag begann mit einem wichtigen Erfolg des LionPride: Das Damen-Team von Eintracht Braunschweig besiegte den Tabellenletzten Hürther BC vor knapp 1.000 Zuschauenden mit 80:70. Zu gern hätten die Löwen in ihrem drauffolgenden und nicht minder relevanten Spiel im Kampf um Klassenerhalt nachgelegt – und es sah zunächst auch vielversprechend aus. Bryant Crawford, dessen Freigabe noch aussteht, verfolgte die temporeiche Partie von der Bank aus. In der hatten die Löwen von Beginn an große Probleme damit, das schnelle Spiel der Trierer in der Transition zu unterbinden, von dem immer wieder Marten Linßen komplett frei unterm Korb profitierte. Dennoch hielt das Team von Ramón Díaz gut gegen die offensivstarken Gäste dagegen. Angeführt von Chip Flanigan und Ferdi Zylka zeigten die Löwen grundsätzlich eine Griffigkeit in der Verteidigung und die zahlte sich über eigene Fastbreak-Punkte in einer 18:12-Führung aus.
Der Tabellenachte von der Mosel ließ sich aber nicht abschütteln und war nach einer Fehlerkette von vergebenen Freiwürfen und Ballverlusten plötzlich mit zwei Zählern vorne (22:24, 13. Min.). Ab diesem Zeitpunkt wechselten die Führungen mehrfach hin und her. Als Luka Ščuka dann das 30:29 erzielte, knickte der Slowene in der gleichen Aktion um und konnte ab diesem Zeitpunkt nicht mehr weiterspielen – eine Diagnose steht noch aus. Doch der defensiv extrem aufmerksame Ferdi Zylka und sein Team steckten den Ausfall gut weg und setzten sich auf 37:31 ab. Dabei zeigte sich: Trier hatte gegen die Löwen-Verteidigung seine Mühe, wie auch Gladiators-Trainer Jacques Schneider betonte. „Braunschweig hat uns in der ersten Halbzeit einen extrem harten Kampf geboten. Wir haben nicht ins Spiel gefunden (…).“

Die Gäste hatten nach 20 Minuten bereits neunmal den Ball verloren und nur 43 Prozent aus dem Feld getroffen. Die Löwen haderten zwar ebenso wie ihr Gegenüber von der Dreierlinie, trafen insgesamt aber etwas besser (49 Prozent) und hatten auch bei den Fastbreak-Punkten ausgeglichen. Bei den Rebounds präsentierte man sich ebenfalls ebenbürtig, wenngleich Simi Shittu bei seiner Rückkehr aufs Spielparkett nicht an seine Leistung vor dem FIBA-Fenster anknüpfen konnte. Dennoch: Die Löwen gingen mit einer 43:37-Führung in die zweite Halbzeit und bauten ihren Vorsprung nach der Pause und nach weiteren guten Defensivaktionen von Ferdi Zylka auf zehn Punkte aus (49:39, 23. Min.). Es schien, als hätte das Díaz-Team die Gäste unter Kontrolle. „Dann haben wir durchrotiert und Trier hat daraufhin 24 Punkte erzielt“, blickt der Spanier zurück – und diese Phase veränderte das Spiel. Bei den Löwen fehlte plötzlich die Intensität wie auch Zuordnung in der Verteidigung, sie bekamen die Gladiators kaum noch gestoppt. Einige strittige Schiedsrichterentscheidungen erschwerten die Situation zusätzlich und so wurden aus zehn Punkten Vorsprung acht Zähler Rückstand (60:68, 30. Min.).
Die Trierer hatten im dritten Viertel 31 Punkte erzielt, die Löwen nur 17 und mittlerweile auch den Zugriff bei den Rebounds verloren. Diese Entwicklung setzte sich im letzten Abschnitt fort. Der Rückstand der Löwen wuchs binnen fünf Minuten rasant bis auf 17 Punkte an (70:87), ehe Grant Sherfield von außen heiß lief. Das kam aber zu spät und änderte nichts mehr an der Trierer Führung, weil die defensive Gegenwehr schlichtweg zu schwach war. „Die Verteidigung in den letzten 15 Minuten war katastrophal“, sagte der enttäuschte Ramón Díaz, nachdem sein Team in der zweiten Halbzeit 69 Punkte kassiert hatte. Somit blieb die dringend benötigte Trendwende der Löwen aus, während der SYNTAINICS MBC zuvor nach 13 Niederlagen in Folge einen deutlichen 99:68-Sieg über ALBA BERLIN holte.
Die Trainerstimmen zum Spiel:
Ramón Díaz (Basketball Löwen Braunschweig): „Im Moment bin ich sehr frustriert. Ich kann nicht begreifen, was passiert ist. Wir haben in der ersten Halbzeit gegen eine der besten Offensiv-Mannschaften der Liga eine sehr solide Verteidigung gespielt und nur 37 Punkte zugelassen. Im dritten Viertel lagen wir mit zehn Punkten in Führung. Dann haben wir durchrotiert und Trier hat daraufhin 24 Punkte erzielt. Das ist viel zu viel. Die Verteidigung in den letzten 15 Minuten war katastrophal. Ich verstehe, wenn die Fans frustriert sind, zumal ich auch gesagt habe, dass dieses Spiel für uns und die Zukunft sehr wichtig war. Aber wir müssen weiterarbeiten und positiv bleiben, denn wir haben gezeigt, dass wir in Teilen des Spiels solide spielen können. Das müssen wir nun auf 35 bis 40 Minuten übertragen. Wenn uns das nicht gelingt, werden wir nicht gewinnen.“
Jacques Schneider (VET-CONCEPT Gladiatiors Trier): „Es war ein sehr umkämpftes Spiel, in dem Braunschweig uns in der ersten Halbzeit einen extrem harten Kampf geboten hat. Wir haben nicht ins Spiel gefunden und sind mit einem Rückstand in die Kabine gegangen. Es ist uns in der zweiten Halbzeit aber gelungen, zurückzukommen und vor allem unseren Basketball zu spielen. Darauf bin ich heute unfassbar stolz. Wir haben uns in den vergangenen Wochen nicht aus der Ruhe bringen lassen und auch bei Misserfolg an uns geglaubt. Und heute hat man in der zweiten Hälfte eine Trierer Mannschaft gesehen, die den Ball sehr gut bewegt, schnell und mit einer gewissen Leichtigkeit sowie Freude gespielt hat. Deshalb haben wir nach hinten raus auch verdient gewonnen und dazu kommt, dass wir dann defensiv einen guten Zugriff hatten und gut beim Rebound gearbeitet haben. Es war für uns ein rundes Spiel.“
Basketball Löwen: Worthy 2, N’Guessan 19 (8 Rebounds), Schröder, Scuka 4, Zylka 8 (5 Ballgewinne), Ewelt n.e., Obiesie 8, Hartwich, Kajami-Keane 19 (5 Assists), Sherfield 19 (5 Assists), Flanigan 13 (5 Rebounds), Shittu 5 (5 Rebounds, 4 Ballgewinne).
Gladiators Trier: Ashworth 22 (6 Assists), Guillozet 12 (7 Assists), Yakhchali 5, Hollersbacher 9 (10 Rebounds), Linßen 17, Roland 13 (5 Assists), U. King 2, Rapieque, Adekunle 5, Mann n.e., Zirbes 12 (6 Rebounds), G. King 9.