Die Basketball Löwen Braunschweig bestreiten am morgigen Dienstag beim FC Bayern München ihr zweites von drei easyCredit BBL-Spielen innerhalb von zehn Tagen. Tip-Off der Begegnung gegen den amtierenden Deutschen Meister ist um 20 Uhr im SAP Garden. Die Partie wird live bei Dyn übertragen.
Auch nach dem vergangenen Ligaspiel in Bamberg bleibt die Ausgangssituation unverändert: Nach der 81:88 (44:32) Auswärtsniederlage beim amtierenden Pokalsieger haben die Basketball Löwen weiterhin zwei Siege Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze. Zwar verteidigten die Braunschweiger in der ersten Halbzeit energisch und provozierten besonders im ersten Spielabschnitt stetig Ballverluste der Oberfranken, mussten sich jedoch trotz einer 20:5-Führung zu Beginn am Ende geschlagen geben. Headcoach Ramón Díaz zeigte sich nach der Partie in Bamberg dennoch positiv, dass „diese Mannschaft eine gute Chance und vor allem auch die Fähigkeiten dazu hat, Spiele zu gewinnen und so auch die Liga zu halten.“ Dabei helfen kann auch Rückkehrer Josh Hawley, der in Bamberg nach langer Verletzungspause wieder auf dem Parkett stand und sieben Punkte sowie vier Rebounds beisteuerte. Wie schon in Bamberg dürfte hingegen ein Einsatz von Simi Shittu (Fußbeschwerden) auch in München noch auf sich warten lassen.
Dort erwartet das Löwen-Team ein „physisches Spiel mit hoher Geschwindigkeit“, wie Assistant-Coach Keith Thomas einordnet. Die Münchner führen die Liga derzeit souverän mit 19 Siegen bei lediglich zwei Niederlagen an und stellen damit das formstärkste Team. Auch die jüngste Bilanz in der BBL unterstreicht diesen Status: Neun der letzten zehn Pflichtspiele konnten die Bayern gewinnen, die einzige Niederlage kassierten sie Anfang Februar im Heimspiel gegen ratiopharm ulm. Thomas attestiert dem FC Bayern eine „sehr hohe individuelle Kader-Qualität, die ausschlaggebend für ein High-IQ-Basketballspiel sein wird.“

Für die Löwen ist es bereits das dritte Aufeinandertreffen mit dem deutschen Meister in dieser Saison. Sowohl im Achtelfinale des BBL-Pokals als auch Anfang Januar in der Liga behielt der aktuelle Tabellenführer die Oberhand. Der Braunschweiger Assistant-Coach bilanziert: „Aller guten Dinge sind drei: Wir wissen, was uns erwartet und sind jetzt hoffentlich dazu in der Lage, unsere Fehler aus den vergangenen beiden Partien zu korrigieren.“ Insgesamt fällt die historische Bilanz ebenfalls zugunsten des FC Bayern Basketball aus. In bislang 36 Begegnungen konnten die Löwen vier Siege verbuchen – bemerkenswert dabei allerdings: Drei dieser Erfolge gelangen auswärts in München.
Vor der FIBA-Länderspielpause mussten die Bayern im Pokalhalbfinale auf heimischem Parkett im SAP Garden eine schmerzhafte Niederlage nach Verlängerung gegen Bamberg hinnehmen. Anschließend standen zwei Partien in der EuroLeague bei Real Madrid und bei KK Crvena Zvezda in Belgrad auf dem Programm, von denen sie das Spiel bei den Serben für sich entschieden. Topscorer dieser Partie war Nationalspieler Andreas Obst mit 16 Punkten. Mit durchschnittlich 14,9 Zählern pro Spiel ist er auch in der BBL der erfolgreichste Korbjäger der Münchner, der seinen Vertrag gerade bis 2029 verlängert hat. Ebenfalls zweistellig punkten Justinian Jessup (11,3 PpS) und Vladimir Lucic (11,7 PpS). Letzterer trifft zudem den Dreipunktwurf zu 56,7 Prozent. Beim jüngsten BBL-Heimauftritt gegen die SKYLINERS ragte vor allem Big Man David McCormack heraus, der 21 Punkte und fünf Rebounds verbuchte. Mit durchschnittlich 5,6 Rebounds pro Partie ist er zudem der beste Rebounder seines Teams. Zusätzlich unterstreicht Wenyen Gabriel (10,5 PpS) mit 1,1 Blocks pro Spiel den defensiven Impact im Frontcourt der Münchner. Mit diesem Wert gehört er aktuell zu den fünf besten Shotblockern der Liga.
Statistisch gehören die Bayern um Neu-Headcoach Svetislav Pesic in dieser BBL-Saison sowohl offensiv als auch defensiv zur Spitze. Zusätzlich zur zweitbesten Dreierquote (38 Prozent) treffen die Münchner mit einer Fieldgoalquote von 48,6 Prozent im Ligavergleich am hochprozentigsten. Gleichzeitig überzeugt der Tabellenführer auch in der Defensive: Mit durchschnittlich 71,1 zugelassenen Punkten pro Spiel stellen die Bayern die beste Verteidigung der Liga. Diese starke Defensivleistung bekamen die Löwen auch im Hinspiel Anfang Januar zu spüren, in welchem sie nur 62 Punkte erzielten. Neben einer offensiven Steigerung bedarf es also einer “perfekten Ausführung des Gameplans, um sich gut in München zu präsentieren“, wie Assistant-Coach Thomas deutlich macht.