Für unsere Basketball Löwen Braunschweig beginnt am Samstag und mitten im Kampf um den Klassenerhalt ein neues Kapitel: Der heute vorgestellte neue Cheftrainer Ramón Díaz wird die morgige easyCredit BBL-Partie gegen die SKYLINERS in Frankfurt coachen und setzt dabei vor allem auf eine veränderte Energie und Einstellung seiner neuen Mannschaft. Die Partie in der Süwag Energie ARENA beginnt um 18:30 Uhr und wird live bei Dyn übertragen.
Es waren verrückte vergangene 24 Stunden beim Tabellenletzten Basketball Löwen Braunschweig. Gestern gegen Mittag sagte Ramón Díaz als Headcoach zu und reiste noch am gleichen Tag nach Braunschweig, um heute das Vormittagstraining leiten und morgen das Spiel gegen die SKYLINERS coachen zu können. Ein Flug konnte trotz der Kurzfristigkeit und des Lufthansa-Streiks gefunden werden – am Abend kam der Spanier kurz nach 22:00 Uhr in Düsseldorf an und wurde dort von Löwen-Geschäftsführer Nils Mittmann abgeholt. Ramón Díaz erzählte heute, dass er erst gegen 3:00 Uhr in seinem Bett in Braunschweig eingeschlafen sei. Seinem Elan hat das aber nicht geschadet. Zumindest war der im heutigen Training deutlich zu sehen und zu spüren: Der neue Löwen-Headcoach war gleich mittendrin, machte Dampf und hatte Feuer.
„In den ersten Trainingseinheiten will ich die Spieler vor allem davon überzeugen, dass sie das nötige Talent und die Fähigkeiten haben, um Spiele zu gewinnen. Aber sie müssen unbedingt versuchen, positiv zu sein und ihre Einstellung ändern“, sagt Ramón Díaz. Dem Spanier ist klar, dass taktische Anpassungen vor seinem Debüt mit nur einem Training kaum möglich sind. Aber darum geht es ihm auch (noch) nicht. „Es geht erstmal darum, die Energie zu ändern und nicht die Taktik“, so der 43-Jährige. Er selbst strotze vor positiver Energie und betonte, dass sich für ihn mit dem Engagement bei den Löwen und in der BBL ein Traum erfüllt habe. „Ich habe keine Sekunde gezögert, diese Chance zu ergreifen und möchte dem Club dabei helfen, seine aktuellen Ziele zu erreichen“, so Díaz. Und dafür sendet er auch eine erste klare Botschaft: „Wenn wir wettbewerbsfähig sein wollen, müssen wir uns defensiv deutlich verbessern.“

Die Verteidigung war unter anderem im vergangenen Spiel beim direkten Konkurrenten Veolia Towers Hamburg der entscheidende Grund für die Niederlage. Die Hanseaten hatten bis zur Halbzeit schon 25 Punkte aus Fastbreaks erzielt, am Ende waren es 39 Punkte. Vor allem in der ersten Hälfte hatten die Löwen den Towers zu oft den roten Teppich ausgerollt und auch die nötige Physis sowie Intensität vermissen lassen. Darüber wurde bereits Anfang der Woche gesprochen und anschließend eine gute Reaktion der Spieler im Training gezeigt. Das werden Kapitän Chip Flanigan & Co. zusammen mit dem Enthusiasmus von Ramón Díaz morgen in das Spiel gegen die Frankfurter nehmen müssen, die sich in dieser Saison unter Headcoach Klaus Perwas stabil präsentieren.
Aktuell stehen die SKYLINERS auf dem zehnten Tabellenplatz (18:20) und überzeugen insbesondere mit ihren offensiven Qualitäten. Diese haben die Löwen schon in der Hinrunde deutlich zu spüren bekommen, als sie klar mit 73:95 unterlegen waren. Vor allem Isaiah Swope war damals im Eins-gegen-Eins kaum zu stoppen und erzielte 26 Punkte. Der Guard hat am Mittwoch bei der Niederlage nach Verlängerung (108:115) gegen den Tabellendritten aus Trier unglaubliche 41 Punkte erzielt und ist mit 17 Punkten im Schnitt Frankfurts zweitbester Scorer hinter Center Jaedon LeDee. Der athletische US-Amerikaner war beim ersten Aufeinandertreffen Anfang Oktober nicht dabei, spielt mit 17,9 Zählern und 9,2 Rebounds pro Spiel aber eine bislang sehr starke Saison. Dementsprechend dürfte in der Zone ein interessantes Duell mit Löwen-Center Simi Shittu zu erwarten sein, der nach drei Einsätzen bei durchschnittlich 18 Punkten und 11,3 Rebounds steht und derzeit der effektivste Spieler (23) in der easyCredit BBL ist – vor LeDee (19,9).
Der Frankfurter Big Man hat aber auch defensive Qualitäten, vor allem in der Switch-Verteidigung – und das hilft der Perwas-Mannschaft um die weiteren wichtigen Spieler wie Allrounder William Christmas (12,8 PpS) und Till Pape (12,7 PpS) ungemein. „Wann immer es einen kleinen Vorteil zu geben scheint, macht Frankfurt einen guten Job, diesen zu covern“, so Löwen-Assistant Coach Ferried Naciri. Und der fügt hinzu: „Es wird offensiv nicht einfach für uns werden und wir müssen gegebenenfalls alternative Wege zum Punkten finden.“ So oder so: Gegen die SKYLINERS, die zu Hause bisher nur drei von sechs Spielen gewonnen haben, wird von den Löwen an beiden Enden des Feldes eine gute Leistung notwendig sein, um den ersten Auswärtssieg dieser Saison zu holen, damit auch die Serie von sieben Niederlagen in Folge zu stoppen – und die Mission Trendwende unter Ramón Díaz gleich zum Auftakt in Frankfurt einzuleiten.