Spielergebnis

91:86

6205 Zuschauer feiern Löwen-Sieg zum Saisonauftakt

6205 Zuschauer feiern Löwen-Sieg zum Saisonauftakt

29.09.
2023

Was für ein spektakulärer Abend in der Volkswagen Halle Braunschweig, was für ein Start in die neue easyCredit BBL-Saison! Eine sagenhafte Kulisse von 6.205 Zuschauern war zum Saisonauftakt der Basketball Löwen Braunschweig dabei und sah ebenso wie Weltmeister Dennis Schröder eine von Beginn an rasante Derby-Partie, die mit einem 91:86-Sieg (46:51) über die EWE Baskets Oldenburg endete. In der von Volkswagen Financial Services als Sponsor of the Day präsentierten Begegnung hatten sich die sehr treffsicheren, zunächst physischeren und auch favorisierten Gäste zur Halbzeit eine Fünf-Punkte-Führung geholt. Doch mit Beginn der zweiten Spielhälfte drehten die Löwen das Spiel. „Ich denke wir haben das Spiel über die Verteidigung in der zweiten Halbzeit gewonnen“, nannte Löwen-Headcoach Jesús Ramírez den für ihn entscheidenden Grund des umjubelten Erfolges. Seine Mannschaft ließ im dritten Viertel nur 16 Punkte zu und zündete aus der guten Verteidigung heraus mit 32 Punkten erzielten auch ein offensives Feuerwerk ab. Das war ausschlaggebend für den Erfolg, der nach dem Spiel enthusiastisch von Mannschaft, Dennis Schröder und den Fans gefeiert wurde. TJ Crockett (24 Punkte) und Ahmaad Rorie (17 Punkte) waren die besten Löwen-Scorer, für die Gäste war Kyle Foster am erfolgreichsten (17). Lange genießen können die Löwen den Sieg nicht – die bestreiten bereits am Sonntag das nächste Spiel und treten dann auswärts beim SYNTAINICS MBC an.


Die Partie war von Anfang an von hohem Tempo und auch von starken Trefferquoten beider Teams geprägt. Aus dem Feld trafen die Löwen in den ersten zehn Minuten noch besser als die Oldenburger: 69 Prozent ihrer Würfe hatten sie verwandelt, während die Gäste 56 Prozent trafen. Allerdings konnte sich das Ramírez-Team daraus nur einen geringen Vorteil erspielen, weil es die Offensiv-Rebounds der Gäste nicht unter Kontrolle hatte. Die EWE Baskets schnappten sich fünf Abpraller am offensiven Brett und erzielten daraus sechs Punkte.

Die tolle Kulisse von über 6000 Zuschauern gab es zuletzt in der Saison 2015/16. Fotos: Christian Schlüter

Im zweiten Viertel, in das die Löwen um das starke Guard-Duo Ahmaad Rorie und TJ Crockett eine knappe 28:27-Führung mitnahmen, bekamen sie die zweiten Chancen der Gäste besser in den Griff. Dafür liefen die Oldenburger um Kyle Foster von der Dreierlinie heiß. Sie versenkten fünf Dreier und hatten zur Halbzeit eine Dreierquote von 78 Prozent. Das in Kombination mit der Tatsache, dass die Löwen ihre Big Men nur schleppend ins Spiel bekamen und generell an beiden Enden des Feldes die Physis fehlte, sorgte für einen Fünf-Punkte-Rückstand zur Pause (46:51).

Über die Verteidigung zum Sieg

In der hatte Jesús Ramírez die richtigen Worte gefunden. Seine Mannschaft kam defensiv aggressiver raus und nahm die Physis in Brettnähe an. Nachdem die Gäste das 46:53 erzielt hatten, war es vor allem Brandon Tischler, der offensiv wie defensiv entschlossen für die Löwen voranging. Er hatte sein Team zum 55:55 geführt – und das hatte sich nach einem Block von TJ Crockett mit anschließendem Dreier in der 26. Minute die 65:62-Führung geholt. Die 6205 Zuschauenden in der Volkswagen Halle waren aus dem Häuschen und feuerten die Löwen lautstark an. Die münzten diesen Push in Energie um, spielten wie entfesselt auf und zogen durch Offensiv-Rebounds sowie „And-one-Plays“ auf 78:67 nach 30 Minuten davon.

Das Besondere war, dass jeder Löwe im dritten Viertel etwas zu den insgesamt erzielten 32 Punkten und lediglich 16 zugelassenen Zählern beigetragen hatte. Und daran knüpfte das Ramírez-Team im finalen Abschnitt an. Barra Njie und Sananda Fru setzten zu Beginn die Akzente, ehe TJ Crockett in der 37. Minute per Dreier das 87:73 erzielt hatte. Die Halle stand Kopf, die Stimmung war unbeschreiblich. Doch nachdem es sich in dieser Phase schon fast wie der Sieg anfühlte, kamen die EWE Baskets noch einmal heran. Das war einigen etwas nervös wirkenden Abschlüssen und der Oldenburger Qualität geschuldet. So hatten die Löwen 20 Sekunden vor dem Ende nur noch vier Punkte Vorsprung. Aber der reichte, weil TJ Crockett einen Freiwurf verwandelte und Nicholas Tischler danach mit einem Ballgewinn den Schlusspunkt setzte!

Dennis Schröder war voll mit dabei und feuerte die Löwen an!
Nur 43 Stunden bis zum nächsten Spiel

Für die Basketball Löwen gilt es jetzt, schnell zu regenerieren und den Rückenwind aus dem heutigen Sieg mit nach Weißenfels zu nehmen. Dort treten Martin Peterka & Co. bereits an diesem Sonntag zum Auswärtsspiel gegen den SYNTAINICS MBC an (Tip-Off: 15:30 Uhr, live bei DYN). Die „Wölfe“ haben aber auch nur eine kurze Erholungsphase, da sie heute im Süden beim FC Bayern München gespielt haben. Die Partie beim Meisterfavoriten endete mit einem 96:87-Sieg für die Münchener.

Für die Weißenfelser war es bereits das zweite Spiel in dieser Saison, da sie ebenso wie die Löwen am vorangegangenen Wochenende in der ersten Runde des BBL Pokals ran mussten. Da setzten sie sich mit 81:73 auswärts beim ProA-Ligisten FRAPORT SKYLINERS durch. Diante Baldwin, der als Ersatz für den bis zuletzt angeschlagenen Charles Callison mit einem Vertrag über zweieinhalb Monate ausgestattet wurde, führte die Wölfe mit 17 Punkten und vier Assists an. Baldwin ist einer von insgesamt fünf neuen ausländischen Spielern im Team vom BBL-Headcoach Predrag Krunic, der bereits in der Saison 2015/16 bei den Wölfen und diverse Jahre in Oldenburg sowie in Bonn an der Seitenlinie stand. Krunic kann aber auch auf viel Konstanz im Wölfe-Team bauen. Denn neben den US-Amerikanern Callison und Stephon Jelks sind auch die deutschen Leistungsträger um John Bryant, Kostja Mushidi und Martin Breunig geblieben.

„Der MBC ist immer schwer zu spielen, da haben wir uns auch die letzten Jahre schwergetan“, sagt Jesús Ramírez mit Blick auf Sonntag und ergänzt: „Es sieht so aus, als würden sie auch in dieser Saison viel über 1-gegen-1-Situationen und Schnellangriffe spielen. Klar ist, wenn wir nicht von Anfang an wach sind, dann werden wir darunter leiden. Dementsprechend müssen wir gut vorbereitet sein und dürfen da am Sonntag nicht leichtfertig reingehen, nur weil wir heute gewonnen haben.“

Trainerstimmen zum Spiel:

Jesús Ramírez (Basketball Löwen): „Ich denke wir haben das Spiel über die Verteidigung in der zweiten Halbzeit gewonnen. Da haben wir physischer gespielt und wenn wir das machen, dann sind wir gut. Natürlich war klar, dass Oldenburg offensiv sehr gut sein würde und dass sie ihre Plays besser ausführen. Aber wir müssen dann defensiv einfach fokussierter sein – vor allem zu Hause. Wir werden nicht jedes Mal gewinnen können, wenn wir zu Hause zur Halbzeit 50 Punkte kassieren. Insgesamt sind wir natürlich sehr glücklich über das heutige Event. Was hier heute passiert ist, war unglaublich. Deshalb mein Glückwunsch an alle und auch danke für die Unterstützung. Aber jetzt müssen wir den Fokus schon wieder auf Sonntag richten, wenn wir gegen den MBC spielen.“

Pedro Calles (EWE Baskets Oldenburg): „Zuerst möchte ich Braunschweig gratulieren. Sie haben sehr gut und aggressiv gespielt. Das war aber auch keine Überraschung, weil sie das in der gesamten Vorbereitung schon getan haben. Der Schlüssel des Spiels war im dritten Viertel, in dem wir ein wenig unsere Identität verloren haben. Wir haben unsere Offensive nicht gut exekutiert und haben einfache Punkte an unseren Gegner abgegeben. Im letzten Viertel waren wir defensiv solider und haben bis zum Ende gekämpft. Aber es ist offensichtlich, dass wir noch einige Arbeit vor uns haben.“

Basketball Löwen: Crockett Jr. 24 (5 Rebounds, 4 Assists), N. Tischler 3 (3 Ballgewinne), Aydinoglu n.e., Zylka, Bango 9 (6 Rebounds), Fru 3 (3 Assists), B. Tischler 11 (5 Rebounds, 2 Ballgewinne), Rorie 17 (8 Assists, 2 Ballgewinne), Peterka 12, Njie 9, Sylla 3.

EWE Baskets Oldenburg:  Schoormann 12, Chapman 7 (7 Rebounds, 4 Assists), DiLeo 2, Russell 9 (6 Assists), Foster 17, Izundu 11 (7 Rebounds), Agbakoko 2, Manning Jr. 12, Wank n.e., Williams 14.

Die DYN-HIGHLIGHTS zum Spiel.

Galerie Löwen vs. Oldenburg (Fotos: Schlüter & SoulClap Media)

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