Spielergebnis

89:83

Stark gekämpft, Löwen! 83:89-Niederlage beim Tabellenführer

Stark gekämpft, Löwen! 83:89-Niederlage beim Tabellenführer

30.12.
2021

„Wir müssen verstehen, dass wir von Beginn an bereit sein müssen“, sagte unser Headcoach Jesús Ramírez am Donnerstagabend nach der 83:89-Niederlage (40:53) beim Tabellenführer Telekom Baskets Bonn. Diese Aussage hatte einen Grund: Sein Team lag nach etwa 13 Spielminuten mit 17 Punkten zurück, weil es den offensivstarken Gegner in der ersten Halbzeit spielen ließ, zu viele Offensiv-Rebounds gestattete und zudem neun eigene Ballverluste produzierte. Die Bonner nutzten das für 53 Punkte zur Halbzeit, ehe die Löwen den Schalter umlegten und laut Topscorer David Krämer (20 Punkte) dann „voll da waren“. Neben nur 36 zugelassenen Punkten in der zweiten Halbzeit und einer deutlich besseren Ballkontrolle, war auch Krämer mit vier Dreiern im dritten Viertel entscheidend an der Aufholjagd der Löwen beteiligt. Der Guard kam im letzten Viertel aufgrund von fünf Fouls allerdings nur noch 20 Sekunden zum Einsatz. Zudem schied Kapitän Robin Amaize in der 31. Minute mit einer Verletzung aus, während Nicholas Tischler sich im ersten Viertel eine Platzwunde am Kopf zugezogen hatte und seitdem ebenfalls fehlte. Trotz all dieser Umstände erhielten sich die kämpferischen Löwen bis zur Schlussminute ihre Siegchance: Sie lagen 76 Sekunden vor dem Ende nur mit 81:82 zurück, doch machte Bonn um den überragenden Jeremy Morgan (24 Punkte) mit einem Dreier und Freiwürfen den neunten Sieg in Folge perfekt.


Den ersten Wurf hatten die Löwen nach etwas mehr als zwei Minuten getroffen, zu diesem Zeitpunkt waren die Bonner bereits auf 8:0 weggezogen. Danach fand das Ramírez-Team etwas besser ins Spiel, kam Schritt für Schritt über David Krämer heran und hatte nach einem spektakulären Dunk von Owen Klassen das 12:13 hergestellt (6. Min.). In Korbnähe trafen die Löwen in diesem ersten Viertel mit 83-prozentiger Trefferquote sehr stark und kompensierten damit die noch maue Dreierquote von 29 Prozent. Allerdings verloren sie 6-mal den Ball. Allein vier Ballverluste unterliefen ihnen in den letzten drei Minuten, was die von außen treffsicheren Bonner (fünf Dreier) prompt mit einem 11:0-Lauf bestraften.

Löwen kommen nach 17 Punkten Rückstand zurück

So gingen die Löwen beim Stand von 19:29 ins zweite Viertel und der Rückstand wuchs schnell an. Der Grund: Die Bonner spielten mit mehr Intensität als die Ramírez-Mannschaft und waren entschlossener in ihren Aktionen. Das galt vor allem für Jeremy Morgan. Der war kaum zu stoppen, erzielte Punkt um Punkt und holte diverse Offensiv-Rebounds. Er sorgte fast im Alleingang dafür, dass die Löwen nach 13 Minuten mit 17 Punkten hinten lagen (23:40). „Bonn hat in der ersten Hälfte alles gemacht, was sie machen wollten“, analysierte David Krämer nach dem Spiel. Und das galt auch ganz entscheidend für die Arbeit am offensiven Brett. Die Löwen ließen in diesem Viertel acht Bonner Offensiv-Rebounds zu, was es unheimlich schwer machte, näher heranzukommen. Aber Tookie Brown nahm in dieser Phase die Intensität der Gastgeber an und half seinem Team dabei, zur Halbzeit auf 13 Punkte zu verkürzen (40:53).

Kapitän Robin Amaize verletzte sich im letzten Viertel. Eine Diagnose steht noch aus. Fotos: Jörn Wolter

Nach der Pause zeigten die Löwen ein anderes Gesicht. Sie passten jetzt viel besser auf den Ball auf, waren defensiv griffiger und holten sich selbst endlich Offensiv-Rebounds. Außerdem erarbeiteten sie sich mehr Freiwürfe und hatten einen David Krämer in ihren Reihen, der Mitte des dritten Viertel heiß lief. Der 24-jährige Guard traf vier Dreier und sorgte mit einem Ballgewinn zudem für Fastbreak-Punkte von Luc van Slooten. Seine starke Offensivleistung in Kombination mit einer deutlich verbesserten Verteidigung – Bonn erzielte in diesem Viertel nur 20 Punkte – brachte die Löwen in der 26. Minute auf vier Punkte an den Tabellenführer heran (62:66). Leider kassierte Krämer kurz darauf sein viertes Foul und ging deshalb erstmal auf die Bank. Hinzukommend ließen die Löwen in der Schlussphase des Viertels einige Freiwürfe liegen, weshalb sie beim Stand von 67:73 in die letzten zehn Minuten gingen.

Bis zur Schlussminute am Überraschungssieg geschnuppert

Der Auftakt in dieses Viertel war nicht vielsprechend. Zuerst setzten sich die Bonner wieder auf zehn Punkte ab und dann verletzte sich Kapitän Robin Amaize in der 31. Minute am Knie und konnte nicht mehr weiterspielen (eine Diagnose steht noch aus). Aber die Löwen steckten nicht auf, sondern ließen den Ball laufen, erzielten sieben Punkte in Folge und zwangen Bonns Coach Tuomas Iisalo zur Auszeit (74:77, 34. Min.). Kurz darauf folgte der nächste Rückschlag. David Krämer wurde nach längerer, foulbedingter Zeit auf der Bank eingewechselt und kassierte nach nur 20 Sekunden auf dem Parkett sein fünftes Foul. Doch auch diese Hürde nahmen die Löwen und schnupperten nach einem Korbleger von Luc van Slooten zum 81:82 bei noch 76 verbleibenden Sekunden an der Siegchance. Allerdings behielten die Bonner die Nerven. Ihr Routinier Karsten Tadda traf 13 Sekunden später einen Dreier, der die Entscheidung herbeiführte.

Trainerstimmen zum Spiel:

Jesús Ramírez (Basketball Löwen): „Ich gratuliere Bonn zum Sieg. Sie sind zuhause ungeschlagen und eine sehr gute Basketballmannschaft. Sie habe eine klare Vorstellung, wie sie spielen wollen und die Trainer und Spieler setzen das um, was sie geplant haben. Wir müssen verstehen, dass wir von Beginn an bereit sein müssen. Wir dürfen in der ersten Halbzeit nicht neun Turnovers verursachen, wovon wir sechs Bälle einfach hergeschenkt haben. Auch die neun Offensiv-Rebounds in der ersten Halbzeit dürfen wir ihnen nicht erlauben, wenn wir genau wissen, dass Bonn das beste Offensiv-Rebound-Team der Liga ist. Dadurch haben wir uns in eine schwere Ausgangsituation für die zweite Halbzeit manövriert. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann besser gemacht, wodurch wir am Ende wieder herangekommen sind. Aber wir können uns gegen kein Team in der Liga so einen Start leisten. Jetzt müssen wir unsere Kräfte sammeln, hoffentlich ist Robin Amaize nicht schwerer verletzt, und uns auf Göttingen vorbereiten.“

Tuomas Iisalo (Telekom Baskets Bonn): „Es war so schwierig wie erwartet. Braunschweig ist eine sehr gute Mannschaft, die sehr guten Teambasketball spielt. Sie spielen mit viel Intensität und sind sehr fokussiert. Wir hatten einen guten Start ins Spiel und haben dann unseren Rhythmus verloren. Am Ende war es sehr knapp. Wir haben so ein Spiel gebraucht, nach den zwei deutlichen Siegen gegen Bayreuth und Weißenfels. Es war sehr wichtig für uns, dass wir heute diese Herausforderung am Ende zu bewältigen hatten.“

Basketball Löwen: Brown 11, Krämer 20, N. Tischler, van Slooten 12, Klassen 9, B. Tischler, Peterka 8 (3 Assists), Sehnal 7 (9 Assists), Amaize 8, Turudic 8 (5 Rebounds).

Telekom Baskets Bonn: Ward 3, Gorham 6, Kessens 11 (6 Rebounds), Tadda 6, Bowlin 3 (5 Assists), Hawkins 7, Morgan 24 (7 Rebounds, 3 Assists), Kratzer 13 (8 Rebounds), Hasbargen n.e., Jackson-Cartwright 16 (6 Rebounds, 11 Assists).

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