Spielergebnis

91:79

Revanche verpasst: 79:91-Niederlage in Weißenfels

Revanche verpasst: 79:91-Niederlage in Weißenfels

29.04.
2022

Nachdem unsere Löwen zuletzt zweimal in Folge auswärts erfolgreich waren, mussten sie heute auch im Rückspiel gegen den SYNTAINICS MBC als Verlierer das Parkett verlassen. Mit 79:91 (47:44) unterlag das Team von Löwen-Headcoach Jesús Ramírez am Freitagabend, nachdem es in der Stadthalle Weißenfels stark begonnen und bereits mit elf Punkten geführt hatte. Dann ließen Topscorer David Krämer (19 Punkte) und seine Kollegen aber ihre zuvor gezeigte Konsequenz vermissen, wodurch der von der Dreierlinie starke MBC zurück ins Spiel kam. Nach einem engen zweiten und dritten Viertel kippte die Partie in den letzten Spielminuten schließlich in Richtung der Gastgeber. Die zeigten auf insgesamt drei Disqualifikationen und angefeuert von ihren Fans eine starke Reaktion, während die Löwen neben einer insgesamt sehr schwachen Freiwurfquote (41 Prozent) dann auch schlechte Entscheidungen trafen und das Spiel so aus der Hand gaben. Wie schon in den vorherigen Partien musste die Ramírez-Mannschaft weiterhin auf den angeschlagenen Tookie Brown (Leistenbeschwerden) verzichten, zudem fehlte dieses Mal auch Owen Klassen. Der Center und seine Frau hatten heute ihr Kind erwartet, das am späten Nachmittag zur Welt kam. Aufgrund dieser schönen Nachricht direkt nach dem Spiel reisten die Löwen trotz Niederlage mit einem Lächeln auf den Lippen unmittelbar nach der Partie weiter in Richtung Bamberg, wo sie am Sonntag zu ihrem letzten Auswärtsspiel dieser Saison antreten.


Zu Beginn der Partie rauschten die Dreier auf beiden Seiten nur so durch die Reusen. Es waren sieben an der Zahl, die beide Teams in den ersten drei Minuten trafen. In der vierten Minute war es dann der gute Brandon Tischler, der energisch zum Korb zog und erfolgreich war. Aber nicht nur er, sondern alle Löwen spielten sehr griffig, waren fast immer einen Schritt schneller als der Gegner und vor allem treffsicher. 85,7 Prozent der Feldwürfe hatte das Ramírez-Team nach guten vier Minuten getroffen und das war auch in der Verteidigung wachsam. Da hatten die Löwen bereits mehrere MBC-Ballverluste erzwungen und sich so eine verdiente 20:9-Führung (5. Min.) erspielt. Dann ließen die Löwen allerdings die vorherige Konsequenz vermissen. „Als wir zehn, elf Punkte in Führung lagen, haben wir nur noch verwaltet“, sagte Ramírez nach dem Spiel, wenngleich seine Mannschaft sich viele Offensiv-Rebounds schnappte. Aber die traf ihre Würfe kaum noch, während der MBC von der Dreierlinie heiß blieb: Die Wölfe versenkten 86 Prozent aus der Distanz und kamen darüber zurück ins Spiel.

Trotz 12:0-Lauf der Wölfe: Löwen gehen mit Führung in Pause

Dem Ramírez-Team war deshalb nach dem ersten Viertel nur noch eine knappe 25:22-Führung geblieben und die war nach 15 Minuten erstmals weg (30:32). Das lag einerseits an erzwungenen Aktionen sowie Ballverlusten und andererseits an weiterhin treffsicheren Wölfen. Den Gastgebern gelang in dieser Phase ein 12:0-Lauf (30:37), den Martin Peterka mit einem Dreier beendete. Er und sein Team spielten nach einer vorherigen Auszeit von Jesús Ramírez auch wieder entschlossener, was sich auszahlen sollte. Zuerst stellte Brandon Tischler mit einem Dunk den Ausgleich her und dann erspielten sich die Löwen, die zur Halbzeit nur zwei von acht Freiwürfen getroffen hatten, wieder einen leichten Vorteil und gingen mit 47:44 in die Kabine.

Die Löwen hatten nach den ersten beiden Vierteln durch ihre gute Arbeit am offensiven Brett und erzwungene gegnerische Ballverluste 13 Feldwürfe mehr als der MBC. Sie versenkten auch gute 57 Prozent ihrer Zweier und 41 Prozent der Dreier. Aber die Hausherren hatten nach 20 Minuten immer noch starke 63 Prozent von der 6,75m-Linie versenkt. Das war neben der vielen vergebenen Freiwürfe ein Grund dafür, dass die Partie zur Halbzeit so eng war und nach der Pause eng blieb. Ein weiterer Grund war, dass der MBC sich stetig mehr ins Spiel biss und einen besseren Spielfluss entwickelte. Bis zur 26. Minute lagen die Löwen dennoch knapp vorne (56:53), ehe die Wölfe sich zuerst durch einen Dreier von Kostja Mushidi die Führung holten und die nach einem weiteren Dreier von Sergio Kerusch auf 59:63 ausbauten. Luc van Slooten, der bei den BBL Awards auf Platz 3 der besten Nachwuchsspieler gelandet ist, hatte darauf ebenfalls vom Perimeter die Antwort in der mittlerweile hitzigen Partie, die schließlich mit 63:63 ins letzte Viertel ging.

„Technische Fouls haben das Publikum ins Spiel gebracht“

Noch Ende des dritten Abschnitts war MBC-Spielmacher Nikola Rebic durch ein zweites technisches Foul ausgeschieden, was bereits die Gemüter der Fans erhitzt hatte. Richtig laut wurde es allerdings, als im letzten Viertel zuerst Center John Bryant ein disqualifizierendes Foul erhielt und wenig später auch MBC-Headcoach Igor Jovovic wegen seines zweiten technischen Fouls die Halle verlassen musste. Die Löwen lagen zu diesem Zeitpunkt mit 70:65 vorne, verloren dann aber laut Ramírez „den Faden“. Anders die Gastgeber. Die entwickelten anfeuert von den Fans nochmal Energie und kamen zurück. David Krämer konnte den Vorsprung der Löwen bis zur 36. Minute halten (76:73), doch dann kippte die Partie gänzlich. In den letzten zwei Minuten der Partie erzielten die Löwen nur zwei Zähler, während der MBC davonzog und mit seinem Sieg den Klassenerhalt sicherstellte.

Trainerstimmen zum Spiel:

Jesús Ramírez (Basketball Löwen): „Wir haben lange Zeit vieles richtig gemacht und uns eine Führung herausgespielt. Als wir zehn, elf Punkte in Führung lagen, haben wir nur noch verwaltet. Die Wölfe hatten mehr Biss, sie haben mehr kreiert und mit den technischen Fouls das Publikum ins Spiel gebracht. Wir haben hingegen den Faden verloren, nicht mehr gut genug dagegengehalten und falsche Entscheidungen getroffen. Letztendlich hat der SYNTAINICS MBC verdient gewonnen.“

Igor Jovovic (SYNTAINICS MBC): „Das war ein großartiger Sieg für unsere Mannschaft und für unseren Club. Braunschweig hat lange sein Talent gezeigt. Dann sind einige verrückte Dinge passiert. Wir haben Nikola Rebic und John Bryant frühzeitig verloren, dann musste auch ich gehen. Aber das hat die Mannschaft in der wichtigsten Phase des Spiels enger zusammengeschweißt, das Publikum ins Spiel gebracht und allen viel Rückenwind gegeben.“

Basketball Löwen: Krämer 19, N. Tischler 3, van Slooten 3 (6 Rebounds), Roosch n.e., Frau 2, B. Tischler 14 (5 Rebounds), Peterka 10 (4 Assists), Sehnal (5 Assists), Zagars 4 (7 Assists), Turudic 14 (5 Rebounds).

SYNTAINICS MBC: English 20, Kerusch 11 (7 Rebounds), Mushidi 16, Caisin 3, Morris 17 (4 Assists), Huskic 11 (7 Rebounds, 3 Assists), Rapieque, Upshaw 4 (6 Rebounds), Rebic 5, Bryant 4 (6 Rebounds).

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