Spielergebnis

92:90

Nach langer Führung: Löwen verlieren Krimi in der Verlängerung

Nach langer Führung: Löwen verlieren Krimi in der Verlängerung

30.10.
2021

Der dritte Saisonsieg für unsere Löwen war greifbar nah. Doch obwohl unser Team von der 9. Minute bis 28 Sekunden vor dem regulären Ende der Spielzeit in Führung gelegen hatte, musste es sich am späten Samstagabend in einem Krimi nach Verlängerung knapp mit 90:92 (50:39, 79:79) auswärts bei den HAKRO Merlins Crailsheim geschlagen geben. Dabei hatten Topscorer Robin Amaize (19 Punkte) & Co. lange Zeit vieles richtig gemacht. Wie von Trainer Ramírez gefordert, arbeiteten sie viel besser beim Rebound und entschieden das Duell an den Brettern deutlich mit 54:40 für sich. Zudem nahmen die Löwen den gefährlichen Merlins-Spielmacher T.J. Shorts in der ersten Halbzeit aus dem Spiel, ließen den Ball erneut hervorragend laufen und erspielten sich gute Würfe. Das resultierte in einer verdienten Elf-Punkte-Führung zur Halbzeit, die jedoch in der zweiten Spielhälfte durch sinkende Trefferquoten, vergebene Freiwürfe und zu viele Ballverluste schmolz. Zudem drehte Shorts (19 Punkte) nach der Pause auf und führte sein Team in die Verlängerung, in der die Löwen unglücklich das Nachsehen hatten.


Die Löwen hatten einen Blitzstart ins Spiel und lagen schnell mit 7:0 vorne. Diese Führung währte jedoch nicht lange und das hatte zwei Gründe: Zum einen schlossen die Löwen einige Angriffe in Folge nicht erfolgreich ab. Zum anderen erhielten die Merlins wichtige Impulse von Terrell Harris und Richmond Aririguzoh, die in der 7. Minute für das 16:14 ihres Teams sorgten. Genau in dieser Phase waren Tookie Brown und der nach seiner Verletzung wieder genesene David Krämer zur Stelle. Sie übernahmen Verantwortung und leiteten mit zwei Dreipunktespielen die Wende zum 24:20 nach zehn Minuten ein.

David Krämer war es auch, der die Löwen viertelübergreifend zu einem 14:0-Lauf führte (31:20, 12. Minute). Dieser Vorsprung war vollkommen verdient, weil die Löwen gut verteidigten, Crailsheims Dreh- und Angelpunkt T.J. Shorts kontrollierten und sich gute Würfe herausspielten. Ein Manko war jedoch, dass ihre Big Men Owen Klassen und Benedikt Turudic bereits drei Fouls kassiert hatten und Headcoach Jesús Ramírez ab Mitte des Viertels als Vorsichtsmaßnahme ohne sie spielte. Das führte wiederum dazu, dass die Löwen ihr Spiel stark nach außen verlagerten, die Würfe in dieser Phase aber selten fielen und die Merlins über einen 8:0-Lauf in der 18. Minute auf 41:38 dran waren. Youngster Luc van Slooten war in dieser kniffligen Situation maßgeblich daran beteiligt, dass die Löwen ihren Kopf aus der Schlinge zogen: Er traf zwei befreiende Dreier in Folge – in der Summe verwandelte er in diesem Viertel vier – und Robin Amaize legte ebenfalls von „Downtown“ zum 50:39 nach.

Luc van Slooten traf im zweiten Viertel vier Dreier und hatte großen Anteil an einer 11-Punkte-Führung zur Halbzeit. Fotos: dieLICHTBUILDER Klamann & Bauer
Trotz Dominanz beim Rebound: Vorsprung schmilzt

Mit diesem Stand ging es in die Kabine, aus der die Gastgeber besser zurückkamen. Das galt vor allem für T.J. Shorts. Der Merlins-Topscorer war in der ersten Halbzeit ohne Punkte geblieben, fand jetzt aber besser ins Spiel und verkürzte den Rückstand auf sechs Zähler (52:46). Und es sollte noch enger werden, obwohl die Löwen vieles richtig machten. Sie arbeiteten hervorragend am Brett, hatten nach dem dritten Viertel bereits 17 Offensiv-Rebounds gefangen und spielten sich mit gutem Passspiel viele offene Würfe heraus. Aber von der Dreierlinie rauschte in diesem Abschnitt nur ein Wurf durch die Reuse, hinzukommend verloren die Löwen fünf Mal den Ball. Dadurch blieben die Merlins im Spiel, die zwischenzeitig auf zwei Zähler dran waren (59:57), nach 30 Minuten aber mit fünf Punkten zurücklagen (67:62).

Beide Teams starteten fahrig in das letzte Viertel dieser intensiven Partie. Dennoch konnten die Löwen ihre Führung zunächst weiterhin behaupten, mussten aber ab der 32. Minute auf David Krämer verzichten, der aufgrund eines zuvor erlittenen Nasenbeinbruchs nicht mehr zurückkehrte. Er sah von der Bank zu, wie sein Team weiterhin zu oft den Ball verlor, Freiwürfe vergab und die Gastgeber immer näher herankamen. Eine Minute vor Spielende lagen die Löwen noch mit zwei Punkten vorne, doch Terrell Harris glich 28 Sekunden vor dem Ende aus.

Verlängerung

In dieser spielentscheidenden Phase übernahm Kapitän Robin Amaize für die Löwen das Zepter und erzielte insgesamt sieben von elf Löwen-Punkten. Er und Martin Peterka hatten ihr Team drei Mal in Führung geworfen, aber die Merlins konterten. So fiel die Entscheidung in diesem Krimi erst in den Schlusssekunden. Beim Stand von 90:91 aus Löwensicht zog Amaize stark bedrängt und bei noch fünf Sekunden auf der Uhr zum Korb, traf aber nicht. Im Gegenzug foulten die Löwen, Merlins-Center Bogdan Radosavljevic versenkte nur einen Freiwurf, doch fand der Wurf von van Slooten mit letzter Sekunde nicht ins Ziel.

Trainerstimmen zum Spiel:

Jesús Ramírez (Basketball Löwen Braunschweig): „Glückwunsch an Crailsheim. Gutes Spiel, guter Kampf. Wir waren zwei Mal in der Position zu gewinnen und meine Spieler haben mit außergewöhnlichem Einsatz gespielt. Das ist die Basis, die wir brauchen. Wir wollen Woche für Woche besser werden. Das ist es. Im Basketball geht es um Details, zwei, drei gute Situationen am Ende für Crailsheim haben den Unterschied ausgemacht. Das passiert und wir müssen das respektieren. Die Dinge und diese Spiele werden auch wieder in unsere Richtung laufen.“

Sebastian Gleim (HAKRO Merlins Crailsheim): „Wir haben jetzt das dritte Spiel in einer Woche gewonnen. Wir haben in Bayreuth gewonnen, jetzt heute zuhause gegen Braunschweig. Das ist überhaupt nicht selbstverständlich für uns, das ist eine Riesensache, da müssen wir uns heute selbst alle auf die eigene Schulter klopfen, die Mannschaft, die Fans. Der Staff hat einen riesigen Job gemacht, die Jungs fit und vorbereitet zu kriegen. Das ist einfach ein gigantischer Erfolg für unseren Club. Wir haben trotzdem gewisse Fehler gemacht.“

Basketball Löwen: Brown 16 (8 Rebounds, 3 Assists), Krämer 7 (5 Rebounds), N. Tischler 4, van Slooten 15, Klassen 11 (9 Rebounds), B. Tischler, Peterka 9, Sehnal 4 (8 Assists), Amaize 19 (8 Rebounds, 5 Assists), Turudic 5.

HAKRO Merlins Crailsheim: Shorts 19 (6 Rebounds, 8 Assists), Lewis 17 (6 Rebounds, 3 Assists), Savage 2, Stuckey 9 (3 Assists), Kovacevic n.e., Lasisi 5, Harris 15 (4 Assists), Bleck 9 (6 Rebounds), Kindzeka, Kovacevic, Radosavljevic 7 (5 Rebounds, 3 Assists), Aririguzoh 9.

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