Löwen beenden das Jahr in Ulm

Löwen beenden das Jahr in Ulm

29.12.
2022

Einen Tag vor Silvester müssen unsere Löwen noch einmal auswärts im Süden Deutschlands beim Tabellenzehnten ratiopharm ulm ran. Dort wird die Mannschaft von Headcoach Jesús Ramírez morgen Abend trotz ihrer aktuell herausfordernden Situation versuchen alles in die Waagschale zu werfen, um das Jahr 2022 mit einem Sieg zu beenden. Tip-Off der Begegnung in der ratiopharm arena ist um 19 Uhr, MagentaSport überträgt live ab 18:45 Uhr – Löwen-Fans können die Partie zudem in der Roots Sportsbar verfolgen. 


„Wir befinden uns gegenwärtig in einer schwierigen Lage, aber wir werden kämpfen“, sagt Ramírez entschlossen und fügt an: „Ich hoffe, dass nichts weiter passiert und wir gesund zurückkommen.“ Diese Aussage kommt nicht von ungefähr. Denn nachdem Topscorer David Krämer beim Auswärtsspiel in München eine kleine Fraktur im Kniebereich erlitten hatte und mehrere Wochen ausfallen wird, verletzte sich im vergangenen Heimspiel gegen Göttingen auch noch Luc van Slooten. Unser Forward hatte gewissermaßen Glück im Unglück: Untersuchungen am Herzogin Elisabeth Hospital (HEH, Melverode) ergaben einen Außenband-Teilriss im Sprunggelenk, was für ihn eine mindestens zweiwöchige Pause bedeutet. Zudem ist noch unklar, ob Löwen-Neuzugang Divine Myles morgen spielen kann. Der Point Guard weilt zwar seit Dienstagabend in Braunschweig und wäre nach erfolgreich absolviertem Medizincheck einsatzbereit. Allerdings liegt die Freigabe durch seinen vorherigen Club aktuell noch nicht vor.

„Die Chemie ist in Ordnung“

Hinzukommend zu diesen Umständen haben die jungen Löwen zuletzt fünf Spiele in Folge verloren und das geht natürlich nicht spurlos an der Mannschaft vorbei. „Wir merken das vor allem in den Spielen, da agieren wir teilweise mit weniger Selbstvertrauen und die Leichtigkeit fehlt etwas. Gleichzeitig trainiert das Team gut und die Stimmung könnte in Anbetracht der Situation auch negativ sein. Aber die Chemie ist in Ordnung“, betont Ramírez, dessen Ziel für die morgige Begegnung in Ulm klar ist: Aus den aktuellen Begebenheiten das Beste machen und mit einem der Situation angepassten logischen Konzept in die Partie gehen.

Die ehemaligen Löwen Tommy Klepeisz und Karim Jallow sind Leistungsträger der Ulmer. Foto: Harry Langer

Eine Chance könnte darin liegen, dass die Löwen wahrscheinlich „größer“ als die Ulmer-Mannschaft von Cheftrainer Anton Gavel sein werden. Denn die Gastgeber kämpfen mit Verletzungsproblemen im Frontcourt und mussten hier zuletzt auf Nicolas Bretzel (7,5 PpS) und Sagaba Konate (6,8 PpS; 4,3 RpS) verzichten. Dafür standen die beiden 19-jährigen Nachwuchsspieler David Fuchs (3,5 PpS) und Antonio Dorn (3,0 PpS) auf dem Parkett und sammelten BBL-Erfahrung. Ohnehin setzen die Ulmer in dieser Saison viel auf junge Spieler, wie den im Sommer verpflichteten 18 Jahre alten Spielmacher Juan Nunez (7,6 PpS; 4,4 ApS) und seinen 23-jährigen brasilianischen Positionskollegen Yago dos Santos, der aktuell mit 12,9 Punkten und 5,4 Assists im Schnitt bester Scorer und Vorlagengeber des Teams ist. „Er brauchte Zeit, um in der BBL anzukommen, hat jetzt aber einen großen Einfluss auf das Spiel und ist schwer zu verteidigen“, sagt der Löwen-Headcoach über den 1,75 Meter großen dos Santos. Seine Entwicklung steht sinnbildlich für die der Ulmer Mannschaft: Die „Spatzen“ hatten einen schweren Start und zu Saisonbeginn inklusive des MagentaSport BBL Pokal-Achtelfinales fünfmal in Folge in der BBL verloren. Der erste Sieg folgte am 29. Oktober über medi bayreuth (88:73). Seitdem haben die Ulmer in der BBL drei weitere Partien gegen Heidelberg, Frankfurt und Crailsheim gewonnen und waren am Dienstag nur knapp mit 84:87 in Ludwigsburg unterlegen.

Ulm hat besseren Rhythmus gefunden

Als einen wichtigen Faktor dafür, dass sie in der Liga in die Spur gefunden haben, sieht Jesús Ramírez die Ulmer Teilnahme im Eurocup: „Sie haben zwei Spiele pro Woche. Das hilft einer jungen Mannschaft, sich schneller zu entwickeln. Der Eurocup war schon in der Vergangenheit ein guter Wettbewerb für Ulm und die jungen Spieler haben da mehr Freiheiten. Dadurch finden sie in einen besseren Rhythmus und gewinnen an Selbstvertrauen.“ Das haben sie offensichtlich mit in die BBL genommen, in der die beiden früheren Löwen Karim Jallow (10,9 PpS; 4,6 RpS) und Tommy Klepeisz (9,5 PpS; 4,0 ApS) nach dos Santos die nächstbesten Ulmer Scorer sind. Zuletzt präsentierte sich auch der 31-jährige Robin Christen in starker Form: Er kommt auf 9,1 Punkte im Schnitt, die er bei 39-prozentiger Dreierquote erzielt. Der jüngste und ebenfalls sehr erfahrene Neuzugang Brandon Paul erzielt ebenso wie Forward Joshua Hawley durchschnittlich neun Punkte und drückt in 17 Minuten Spielzeit sechsmal pro Partie vom Perimeter ab (33 Prozent Trefferquote). Insgesamt wirft die Mannschaft von Anton Gavel ordentlich von der Dreierlinie und trifft 35,7 Prozent.

Vergangene Saison gelang den Löwen beim Auswärtsspiel in Ulm ein Coup: Sie besiegten den damaligen Tabellendritten aufgrund einer starken Verteidigungsleistung deutlich mit 78:59 und waren dabei ebenfalls dezimiert ohne Benedikt Turudic und Arturs Zagars und mit einem angeschlagenen Ondrej Sehnal ins Spiel gegangen. In Bezug auf Letztgenannten haben die Löwen-Verantwortlichen entschieden, dass er nicht mit zum morgigen Spiel nach Ulm fahren wird.

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