Letzte Auswärtstour der Saison führt nach Weißenfels und Bamberg

Letzte Auswärtstour der Saison führt nach Weißenfels und Bamberg

28.04.
2022

Das Saisonende naht in großen Schritten: Bevor unsere Löwen am 8. Mai zu ihrem letzten Saisonspiel vor heimischem Publikum in der Volkswagen Halle gegen ALBA BERLIN antreten (Tip-Off: 15 Uhr / Tickets), müssen sie noch zweimal binnen drei Tagen auswärts ran: Zuerst trifft das Team von Headcoach Jesús Ramírez am morgigen Freitag um 19 Uhr in der Stadthalle Weißenfels auf den SYNTAINICS MBC, ehe es am Sonntag gute 200 Kilometer weiter südlich gegen Brose Bamberg ran muss (Tip-Off: 18 Uhr, beide Spiele live auf www.magentasport.de). Die Sonntagsbegegnung wird zudem live in der Roots Sportsbar gezeigt. 


Mit so einem Auswärts-Doppelpack haben die Löwen in der vergangenen Woche bereits gute Erfahrung gemacht. Da siegten sie Mittwoch bei den JobStairs GIESSEN 46ers mit 82:66 und ließen drei Tage später einen starken 77:68-Erfolg bei den NINERS Chemnitz folgen. In dieser Woche ist die Pause zwischen den beiden bevorstehenden Partien einen Tag kürzer, „aber wir werden versuchen, unsere Energie so gut wie möglich zu erhalten. Müdigkeit ist zu diesem Zeitpunkt der Saison ein Fakt, aber sollte kein Faktor sein“, so Ramírez. Der sieht sich und seine Mannschaft am Freitag mit einem Gegner konfrontiert, der offensiv-orientierten Basketball spielt, viel Talent hat und sich auf jeder Position einen Vorteil erarbeiten kann. Defensiv ist der MBC durchaus anfällig und kassiert knapp 90 gegnerische Punkte im Schnitt. Aber am anderen Ende kommen sie selbst auf 84,1 Punkte pro Spiel und treffen dabei 48,6 Prozent ihrer Feldwürfe. Letztgenannter Wert ist aktuell der viertbeste in der Liga.

Benedikt Turudic möchte an seiner alter Wirkungsstätte Revanche für die Hinrunden-Niederlage nehmen. Foto: SoulClap Media

Diese Offensivstärke haben die Löwen schon im Hinspiel gegen den Tabellensechzehnten (20:44) zu spüren bekommen, der den Klassenerhalt rechnerisch noch nicht sicher hat. Am damaligen zweiten Spieltag waren David Krämer & Co. mit 101:106 nach Verlängerung unterlegen und hatten vor allem Schwierigkeiten, die beiden Frontcourt-Spieler Goran Huskic (21 Punkte, zwölf Rebounds, acht Assists) und Chris Coffey (31 Punkte, acht Rebounds) zu kontrollieren. Während die Saison für Coffey wegen einer Wadenverletzung im Februar vorzeitig endete, überzeugt der 2,10 Meter große Huskic mit 11,2 Punkten, 5,5 Rebounds und 4,6 Assists weiterhin als Leistungsträger und effektivster MBC-Spieler (17,2). Er verteilt damit ebenso viele Vorlagen wie Spielmacher Nikola Rebic (10,8 PpS; 4,6 ApS) und bildet zusammen mit dem nachverpflichteten und früheren Liga-MVP John Bryant (5,8 PpS; 4,1 RpS) ein Center-Duo mit sehr guten Passqualitäten. „Die Präsenz in der Zone ist definitiv ein Unterschied zwischen dem MBC und unseren vorherigen Gegnern. Beide Big Men können punkten sowie passen und wir müssen versuchen, es ihnen so schwer wie möglich zu machen“, sagt der Löwen-Headcoach.

Aber auch gegen den Topscorer Jamel Morris (16,8 PpS) und den nachverpflichteten Power Forward Reggie Upshaw (13,3 PpS; 7,4 RpS) werden die Löwen vor allem im Eins-gegen-Eins wachsam sein müssen. Morris ist zusammen mit dem seit zehn Spielen für den MBC aktiven Guard A.J. English (12,0 PpS) gefährlichster Dreierschütze: Beide nehmen im Schnitt jeweils mehr als fünf Würfe von der 6,75m-Linie und versenken davon über 43 Prozent. Der Ex-Löwe Kostja Mushidi erzielt 11,7 Punkte im Schnitt und ist damit der sechste Wolf, der auf eine zweistellige Punkteausbeute kommt.

Sonntag gegen vielseitige Bamberger

Bei so viel Korbgefahr ist klar, dass der Fokus der Löwen auf einer guten Verteidigung liegen wird. Die hat die Mannschaft von Jesús Ramírez in den vergangenen Wochen stetig verbessert und über die starke Defensive beispielsweise auch das Spiel bei den NINERS Chemnitz gewonnen. Diese Steigerung wollen und müssen die Löwen in den verbleibenden Partien fortsetzen, zumal nicht nur der MBC, sondern auch der Sonntagsgegner Brose Bamberg (84,0 PpS) offensiv überzeugt. Die Franken, die seit Ende November von Oren Amiel gecoacht werden, sind als Zehnter mit zwei Punkten Rückstand auf den Achten noch im Rennen um einen Playoff-Platz dabei. Zwar haben sie zuletzt deutlich bei ALBA BERLIN verloren (57:89), hatten sich davor aber zwei wichtige und enorm knappe Siege gegen ratiopharm ulm (115:114 n.V.) und die BG Göttingen (88:87) gesichert.

„Sie sehen jetzt mehr als Einheit aus und spielen offensiv wie defensiv gut zusammen“, sagt Ramírez über die Bamberger, die ebenfalls über einen starken und vielseitigen Frontcourt verfügen. Dort trumpft vor allem der ehemalige Löwe Christian Sengfelder als Brose-Topscorer (16,9 PpS; 6,3 RpS; 42% Dreierquote) und bester deutscher Punktesammler der Liga auf. Der deutsche Nationalspieler hat im nachverpflichteten und athletischen Akil Mitchell (12,9 PpS; 7,2 RpS; 40% Dreierquote) die ideale Ergänzung auf den großen Positionen. „Sie bilden ein sehr gefährliches Duo, weil Mitchell ebenso wie Sengfelder über einen guten Wurf verfügt und auf den Positionen 4 und 5 spielen kann. Beide können zusammen oder auch in Kombination mit Center Martinas Geben (6,6 PpS) spielen. Das gibt ihnen viele verschiedene Möglichkeiten“, erläutert der Löwen-Headcoach eine große Stärke der Bamberger.

Von der Dreierlinie lief es für Luc van Slooten und seine Kollegen im Hinspiel mit 50 Prozent Trefferquote sehr ordentlich! Foto: Christian Schlüter

Allerdings sind auch die Guards nicht zu vernachlässigen: Der Anfang März nach „Freak City“ gewechselte Chris Dowe zeigt mit 12,6 Punkten, 4,8 Rebounds und 3,9 Assists Allrounder-Qualitäten, während Spielmacher Justin Robinson als bester Vorlagengeber (5,3 ApS) überzeugt und auch 12,5 Zähler im Schnitt auflegt. „Er ist sehr gefährlich und hat schon Spiele für Bamberg gewonnen“, so Ramírez über den 1,73 Meter großen US-Amerikaner, der mit dem weiteren Guard Omar Prewitt (12,3 PpS) das Quintett der zweistelligen Bamberger Scorer komplettiert.

Im Hinspiel am 23. Oktober hatten die Löwen die damals als Tabellenführer angereisten Bamberger trotz ihrer 15 Offensiv-Rebounds mit 90:84 besiegt. Die Franken sind mit 12,7 Offensiv-Rebounds im Schnitt ohnehin unter den Top 4-Teams der Liga, die Löwen kommen allerdings auch auf zwölf gefangene Abpraller am offensiven Brett. Beim Hinrundensieg war jedoch die Trefferquote entscheidend. Da hatten die Löwen mit 60-prozentiger Zweier- und 50-prozentiger Dreierquote überzeugt und so den damals noch von Johan Roijakkers gecoachten Bambergern die erste Saisonniederlage beigefügt.

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