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Lukas Wank kam auf 10 Punkte. Foto: Harry Langer

Wahnsinns-Teamleistung führt zum 103:98-Auswärtssieg in Ulm

15.02.2020

„Wir haben vor zwei Tagen in Crailsheim nicht gut gespielt und heute Charakter gezeigt“, sagte Scott Eatherton im Anschluss an die erfolgreiche Freitagspartie beim EuroCup-Team und Playoff-Kandidaten ratiopharm ulm. Die endete für unsere Löwen mit einem 103:98-Auswärtscoup, an dem unser Center einen wesentlichen Anteil hatte: Scott kam auf 21 Punkte bei einer Zweierquote von 100 Prozent (10/10) und führte unsere in der ersten Halbzeit spielerisch überlegenen Löwen zu einer deutlichen 13-Punkte-Führung nach 20 Minuten. In der zweiten Spielhälfte wurden die Gastgeber stärker und unsere dezimierten Löwen – Lucca Staiger pausierte mit Fußproblemen und Aleksandar Marelja litt unter Kreislaufschwierigkeiten – etwas müde. Dennoch hielten sie ihre Führung, die allerdings immer knapper wurde und 84 Sekunden vor dem Ende wechselte. Löwen-Kapitän Tommy Klepeisz hatte sofort die Antwort parat, ehe seine Mannschaft sich durch Ballgewinne den Sieg schnappte! Insgesamt war es eine starke Teamleistung: Sieben Spieler punkteten zweistellig, zudem verteilten die Löwen 28 Assists und klauten dem Gegner zehn Mal den Ball.


Die Löwen erwischten einen Start nach Maß und lagen nach vier Minuten mit 13:4 in Führung. Offensiv flutschte es einfach. Unser Team ließ den Ball schnell laufen und fand über das Pick-and-Roll immer wieder Scott Eatherton, der in Korbnähe dominierte. Zehn Punkte legte der Center im ersten Viertel auf, in dem unsere Löwen aber auch defensiv bissig waren. Das zeigte sich unter anderem in fünf Ulmer Ballverlusten, welche die Gastgeber aber noch nicht aus dem Rhythmus brachten. Das Gegenteil war der Fall. Die Ulmer fanden zunehmend besser ins Spiel, profitieren davon, dass die Löwen von der Dreier- und Freiwurflinie einige Punkte liegen ließen und hatten die Führung nach zehn Minuten gedreht (25:27 aus Löwensicht).

Davon ließ sich das Strobl-Team aber keinesfalls verunsichern, sondern blieb dran. Zwar fielen die Löwen zunächst auf 31:34 zurück, allerdings arbeiteten sie nach wie vor gut in der Verteidigung und gingen so wieder in Führung (39:37, 16. Minute). Über die gute Defense lief es weiterhin in der Offense. Unsere Löwen und ihr guter Spielmacher Trevor Releford spielten die Ulmer teilweise schwindelig, nutzten den Platz in Korbnähe aus und trafen jetzt auch Dreier. Insgesamt dreimal binnen zwei Minuten netzten der auffällige Lukas Wank und der in dieser Phase starke Joe Lawson aus der Distanz zum 54:42 ein. Die sonst so laute ratiopharm arena war jetzt ganz leise, bis die Ulmer Fans „Wir wollen euch kämpfen sehen“ anstimmten.

Das tat ihre Mannschaft nach der Pause. Die Ulmer kamen mit verbesserter Verteidigung aus der Kabine und hatten den 13-Punkte-Halbzeitvorsprung (57:44) der Löwen schnell auf sechs Zähler verkürzt. Dann kam es zum Dreier-Shootout. Innerhalb von vier Minuten versenkten beide Teams zusammen sieben Dreier – Tommy Klepeisz und Jairus Lyles trafen je zwei für die Löwen. Doch schienen ihre Ausfälle langsam Wirkung zu zeigen: Das Strobl-Team wirkte etwas müde, verteidigte als Folge dessen nicht mehr ganz so griffig und bekam Scott Eatherton kaum noch ins Spiel. Trotzdem hielten die Löwen ihre Führung und gingen mit 81:75 ins letzte Viertel.

Die hatte der starke Tyler Harvey aber schnell reduziert. Die Punkte 17 und 18 des Ulmer Guards bedeuteten das 85:81 in der 33. Minute, woraufhin Pete Strobl mit einer Auszeit reagierte. Lukas Wank erhöhte den Vorsprung anschließend auf sieben Zähler und den hielten die Löwen bis zur 36. Minute (92:85). Die ließen dann allerdings gute Chancen zum Punkten aus, während für die „Spatzen“ Killian Hayes (insgesamt 18 Punkte) in die Bresche sprang. Der 18-jährige Spielmacher erzielte in den letzten dreieinhalb Minuten acht Punkte, auch den Dreier zur Ulmer Führung (93:95, 39. Minute). Tommy Klepeisz antwortete umgehend, ebenfalls aus der Distanz. Und dann packten er und sein Team nochmal in der Verteidigung zu: Die Löwen um Jairus Lyles forcierten in den letzten 50 Sekunden des Spiels vier Ulmer Ballverluste, machten aus allen Punkte und sicherten sich somit den Sieg vor der nun anstehenden Länderspielpause.

Viertel aus Löwensicht: 25:27, 32:17, 24:31, 22:23;

Trainerstimmen zum Spiel:

Pete Strobl (Basketball Löwen Braunschweig):
„Ich muss zuerst sagen, dass ich wahnsinnig dankbar bin, dass die Leute in Ulm an mich geglaubt haben. Ohne Thorsten Leibenath und Thomas Stoll wäre ich jetzt nicht in Deutschland. Die Zuschauer hier in Ulm sind die besten in ganz Deutschland. Für mich war es deswegen ein ganz besonderes Spiel. Und es war eine schnelle Wende. Vor zwei Tagen haben wir noch in Crailsheim verloren, aber aus diesem Spiel gelernt. Wir haben heute viel Herz und Charakter gezeigt. Wir haben kein Budget wie die Top-Clubs – trotzdem arbeiten mir mit allem, was wir haben. Heute hat man gesehen, dass wir auch noch Fehler machen. Aber wir sind auf dem richtigen Weg und ich bin stolz auf meine Mannschaft. Der Unterschied heute war in meinen Augen, dass wir von Beginn an gut und konsequent verteidigt haben.“

Jaka Lakovic (ratiopharm ulm): „Zuerst möchte ich Braunschweig zum Sieg gratulieren. Sie haben verdient gewonnen. Für uns war es ein sehr enttäuschender Abend, weil wir nicht so gespielt haben, wie wir es wollten. Gegen Alba haben wir uns das Spiel noch aus den Händen nehmen lassen, da ging es nur um Details. Das war heute aber nicht der Fall. Alles, worauf ich meine Spieler eingestellt habe und worüber wir gesprochen haben, ist heute eingetreten. Braunschweig ist ein Team, das aggressiv verteidigt. Wir haben uns zu viele Ballverluste geleistet, die zu zu vielen einfachen Punkten geführt haben. Das war ein schwerer Abend für uns. Und obwohl wir das Comeback geschafft haben und eine Chance auf den Sieg hatten – Braunschweig war heute einfach das bessere Team.“

Basketball Löwen Braunschweig: Wank 10, Lyles 17 (3 Ballgewinne), Zeeb, Klepeisz 16 (9 Assists), Göttsche n.e., Marelja n.e., Releford 10 (5 Rebounds, 11 Assists), Lawson III 14, Hübner n.e., Jallow 15 (5 Rebounds), Eatherton 21 (9 Rebounds).

ratiopharm ulm: Harvey 18, Hayes 18 (5 Rebounds, 6 Assists), Günther 4, Philipps 4, Jerrett 9 (4 Assists), Obst 14 (5 Assists), Goodwin 8, Hinrichs 15 (7 Rebounds), Ugrai n.e., Heckmann n.e., Schilling 4, Willis 4.

Statistik zum Spiel


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