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Niederlage in Gießen: Rebounds + Freiwürfe machen den Unterschied

08.04.2016

Es war bis zum Schluss ein Krimi, der jedoch kein gutes Ende für die Basketball Löwen Braunschweig nahm. Das Team von Trainer Raoul Korner hatte zu Beginn des dritten Viertels noch mit 12 Zählern geführt, verlor aber am heutigen Freitag, 8. April, dennoch mit 71:73 (44:35) bei den einen Rang über ihnen platzierten GIESSEN 46ers. Raoul Korner machte verlorene Rebound-Duelle in der entscheidenden Phase des Spiels und erneut zu viele vergebene Freiwürfe (15/26) als Gründe aus, weshalb es in der umkämpften und physischen Partie nicht zum Sieg gereicht hat. Durch die Niederlage können die Löwen-Basketballer nun wohl auch das letzte Fünkchen auf ihre Playoff-Hoffnungen begraben, denn der Rückstand auf die 46ers beträgt jetzt sechs Punkte bei noch fünf verbleibenden Spielen. Topscorer bei den Löwen wurde Derek Needham mit 19 Punkten, für die Gießener kam Yorman Polas Barolo auf 13 Zähler.


Die Löwen begannen defensiv gleich mit einem Stopp und konnten sich nach einem Dreier von Nicolai Simon auf 11:6 absetzen (4. Minute). Aber das Korner-Team hatte anfangs Schwierigkeiten im Umschaltspiel von Angriff auf Verteidigung und davon profitierten die Gastgeber: Aus einem Schnellangriff heraus erzielten die Gießener das 12:13. Insgesamt gelang den 46ers ein 8:0-Lauf, ehe Amin Stevens nach drei punktlosen Braunschweiger Minuten zum Ausgleich traf. Der Löwen-Forward war auch zwei Sekunden vor dem Viertelende zur Stelle und markierte die 20:18-Führung nach einem ausgeglichenen ersten Spielabschnitt.

Wie schon zum Ende der ersten zehn Minuten blieb Amin Stevens weiterhin „heiß“. Nach nicht einmal fünf Spielminuten in diesem Viertel hatte er bereits weitere acht Zähler auf seinem Konto verbucht und einen Riesenanteil daran, dass die Löwen in Führung blieben. Die setzten sich bis auf 35:27 über ihr gut funktionierendes „Pick-and-Roll“ ab, büßten allerdings etwas von ihrem Vorsprung ein, als sie erzwungene Würfe nahmen und diese verfehlten. Erst als die Löwen sich wieder auf ihr Teamspiel besannen, fielen erneut die Körbe: Derek Needham war auf Assist von Jermaine Anderson erfolgreich und Tyrone Nash netzte auf Zuspiel von Kenny Frease ein. Auf diese Weise hatten die Löwen sich bis zur Halbzeit ihre bis hierhin höchste Führung erspielt und lagen mit neun Zählern vorne (44:35).

Zu Beginn des dritten Viertels ging das Korner-Team erstmals zweistellig in Führung, hatte aber nach nicht einmal drei Spielminuten fünf Teamfouls kassiert. Auf der anderen Seite wurde ein technisches Foul gegen die 46ers verhängt, was die Stimmung in der Stadthalle Gießen-Ost anheizte. Ein Pfeifkonzert begleitete die Löwen nun in jedem ihrer Angriffe und das zeigte auf beiden Seiten Wirkung. Die 46ers waren jetzt wie angeknipst und verteidigten deutlich stärker. Als Folge dessen kamen die Löwen seltener in ihre Systeme. Sie hatten zunächst Glück, dass die Gießener gute Möglichkeiten ausließen, zu verkürzen. Das änderte sich jedoch bis zum Viertelende, weil bei den Löwen kaum noch was fallen wollte, während die Hessen immer stärker wurden. Bis auf 54:50 kamen die Gastgeber heran und mit diesem Stand ging es ins letzte Viertel.

Hier setzte sich fort, was zuvor seinen Anfang genommen hatte. Die 46ers wurden zunehmend mehr Herr in ihrem Haus und die Löwen verfielen durch den defensiven Druck des Gegners mehr in Einzelaktionen. Unter dem Korb gab es für sie kaum noch ein Durchkommen. Da war es Balsam für die Seele, dass Tyrone Nash aus der Mitteldistanz zum 59:55 traf (35. Minute). Er war auch zur Stelle nachdem die Hessen sich die 62:61-Führung geholt hatten und markierte mit einem getroffenen Freiwurf den Ausgleich. Aber die 46ers waren griffiger, schnappten sich jetzt konsequenter die Rebounds und nutzten ihre Chancen besser. Während die Löwen an der Freiwurflinie erneut wichtige Punkte liegenließen, traf Gießens Braimoh von gleicher Stelle zum 69:64 für sein Team. Durch zwei Dreipunktespiele blieben die Löwen nach weiteren erfolgreichen 46ers-Freiwürfen im Spiel und hatten bis zur letzten Sekunde die Chance auf den Sieg: Nach einem Freiwurf von Jermaine Anderson zum 71:73 warf er den zweiten bewusst daneben, den sich die Löwen als Offensiv-Rebound krallten. Derek Needham bekam noch einen Dreipunktewurf mit Ablauf der Uhr, doch der verfehlte sein Ziel.

Trainerstimmen zum Spiel:

Raoul Korner (Basketball Löwen Braunschweig): Zunächst einmal Glückwunsch zu einem hart umkämpften Sieg heute. Ich denke, dass wir das Spiel drei Viertel lang ganz gut im Griff hatten. Das Blatt hat sich dann im vierten Viertel gewendet. Da waren zumindest zwei Offensiv-Rebounds, die wir nicht hätten abgeben dürfen. Außerdem haben wir insgesamt elf Freiwürfe liegen lassen. Das sind dann Punkte, die dir in der Endabrechnung fehlen. Es war ein enges Spiel mit zwei Teams auf Augenhöhe und einem glücklichen, aber nicht unverdienten Sieger.

Denis Wucherer (GIESSEN 46ers): Es war eines unserer Ziele, dass wir gegen die Mannschaften, die bei uns irgendwo in der Nähe sind, mindestens einmal gewinnen und sind froh, dass wir das geschafft haben. Es war das erwartet harte Stück Arbeit. Sie haben uns schon im Hinspiel mit ihrer physischen Verteidigung zugesetzt. Daher war es klar, dass das auch heute der Plan sein würde. Gerade die extrem physischen Tyrone Nash und Amin Stevens haben uns wehgetan, es hat gedauert, bis wir da in der Verteidigung Zugriff gefunden haben. Wir haben dann aber nach der ersten Halbzeit unser Energieniveau in die Höhe schrauben können und mit viel Herz und Leidenschaft gespielt. Ich bin froh, dass wir weiter an uns geglaubt haben und das Spiel am Ende mit Glück, aber auch nicht unverdient, gewonnen haben.

Die Viertel im Überblick: 18:20, 17:24, 15:10, 23:17.

Basketball Löwen Braunschweig: Gertz,Nash 14, Bogdanov n.e., Theis 2, Needham 19, Stevens 18 (13 Rebounds), Grant 4, Amaize, Adler, Simon 6, Frease 1 (6 Rebounds), Anderson 7 (4 Assists).

GIESSEN 46ers: Zazai n.e., Hobbs 5 (9 Rebounds, 4 Assists), Bartolo 13, DiLeo 2, Palm 11, Lischka 3, Braimoh 5, Tadda 7, Wells 7 (6 Assists), Olaseni 11 (17 Rebounds), Wragge 9, Schoo.

Boxscore zum Spiel


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