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Eine Kooperation mit der Braunschweiger Verkehrs-GmbH hat's möglich gemacht: Center Kenny Frease flankiert den Löwen-Gelenkbus, der seit Dezember im Einsatz ist. Auf dem Foto von links nach rechts: Jörg Meier (Bereichsleiter Marketing bei der Braunschweiger Verkehrs-GmbH), Stefan Schwope (Löwen-Geschäftsführer), Raoul Korner (Headcoach der Basketball Löwen) und Kenny Frease. Foto: Ingo Hoffmann

"Wir müssen auf möglichst vielen Kanälen präsent sein"

20.01.2016

Die sportlich erfolgreiche Hinrunde der Basketball Löwen Braunschweig war in vieler Munde und hat für positive Schlagzeilen gesorgt. Doch auch hinter den Kulissen des Braunschweiger Basketball-Bundesligisten hat sich in Sachen Zuschauergewinnung und Außendarstellung einiges bewegt und positiv entwickelt. Wo genau angesetzt und was verändert wurde, darüber berichtet Nicolas Grundmann, Assistent der Löwen-Geschäftsführung und im Wesentlichen zuständig für den Bereich Marketing, im Interview.


Du bist seit dem Sommer für die Basketball Löwen Braunschweig GmbH tätig. Wie gut hast du dich mittlerweile eingefunden?

Sehr gut – als ich Mitte Juli bei den Löwen angefangen habe,waren es zunächst sehr viele Themen, die kurzfristig und zum Teil auch provisorisch angegangen werden mussten und natürlich dauert alles etwas länger, wenn man sich erst einmal neu zurechtfinden muss. Aber seit einigen Wochen bin ich, glaube ich, in einer ganz guten Routine, die es ermöglicht, auch mal wieder kreativ neue Ideen anzugehen. Grundsätzlich haben wir in der Geschäftsstelle ein tolles Team zusammen, mit dem die Zusammenarbeit Spaß macht.

Du hast in der letzten Saison bereits beim Kooperationspartner MTV Herzöge Wolfenbüttel gearbeitet und warst ebenso lange Jahre Geschäftsführer der Zweiten Basketball Bundesliga. Inwieweit haben diese Erfahrungen im Basketballgeschäft dir geholfen, bei den Löwen schnell Fuß zu fassen?

Ich bin seit über 25 Jahren mit ganzem Herzen Basketballer und habe in dieser Zeit sowohl als Spieler als auch später als Funktionär viel Erfahrung gesammelt und zahlreiche Kontakte geknüpft. Es ist natürlich hilfreich, wenn man in der Basketballszene gut vernetzt ist und sich bei verschiedenen Fragen auch immer mal Anregungen oder Hilfestellung außerhalb des eigenen Büros holen kann.

Bei den Löwen bist du schwerpunktmäßig für den Bereich Marketing tätig. Worauf hast du in diesem Segment bei deinem Beginn zunächst den Fokus gelegt?

Im Wesentlichen geht es um zwei große Themen: Zum einen, auf möglichst vielen Kanälen präsent zu sein und mehr Zuschauer in die Halle zu locken, zum anderen diese dann dort bestmöglich zu unterhalten – soweit es als Außenstehender möglich ist.

Zuschauergewinnung/Außendarstellung sind also die Löwen-Marketing-Themen schlechthin. Dazu gab es Anfang der Saison auch einen Marketing-Workshop. Was hast du daraus mitgenommen?

Das war eine tolle Veranstaltung, die mir direkt zu Beginn meiner Tätigkeit vor allem gezeigt hat, dass es in Braunschweig und Umgebung zahlreiche Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen gibt, denen der hiesige Basketball so viel bedeutet, dass sie dafür einen Teil ihrer Zeit opfern, um gemeinsam mit uns wichtige Themen zu bearbeiten. Aber auch inhaltlich haben wir daraus einen riesigen Ideenkatalog mitgenommen, den wir anschließend auf seine Umsetzbarkeit geprüft und dann priorisiert haben.

Auf welche Maßnahmen/Aktionen habt ihr dabei zunächst den Schwerpunkt gelegt und warum?

Zunächst ging es darum, diverse Partnerschaften im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit zu verlängern oder neu abzuschließen, um uns eine möglichst breite Präsenz zu sichern. Wir haben in der gesamten Region über Hundert Spots, wo unsere Spielankündigungsplakate hängen oder Video-Clips von uns laufen. Dank der Zusammenarbeit mit der Braunschweiger Verkehrs-GmbH fährt seit Dezember ein großer Löwen-Gelenkbus durch die Stadt, und auch ein LKW der Spedition Lagerpusch ist mit Löwen-Branding unterwegs. Im Bereich der sozialen Medien haben wir unser Facebook-Engagement deutlich verstärkt und zusätzlich einen Instagram-Account ins Leben gerufen.

Wichtig ist außerdem, dass man diverse Wege finden muss, um unterschiedliche Zielgruppen erreichen zu können. 
Hier liegt ein Schwerpunkt bei der Altersgruppe der 18- bis ca. 30-jährigen, die unserem Eindruck nach bei den Löwen im Vergleich zu anderen BBL-Hallen unterrepräsentiert sind. Diese sprechen wir mit verschiedenen Studenten-Aktionen an, außerdem sind wir Kooperationen mit diversen Clubs aus dem Braunschweiger Nachtleben eingegangen, um dort auf die Löwen aufmerksam zu machen. Das setzt sich dann in der Volkswagen Halle fort, wo seit Saisonbeginn mit DJ JNS und KidKapone zwei aus der Braunschweiger DJ-Szene bekannte Größen für die Musik verantwortlich sind und mit Steve Ridder von Radio38 ein zusätzlicher Hallenmoderator für Stimmung sorgt.

Eine andere Kern-Zielgruppe sind Familien. Ich glaube, es gibt zum Beispiel keine andere Halle in der Beko BBL, die im Innenraum mit einer großen Hüpfburg aufwarten kann. Auf der Südseite versuchen wir die Weitläufigkeit unserer Spielstätte – im Hinblick auf die Nähe zum Geschehen sonst sicher ein Nachteil – positiv zu nutzen und eine „Kids-Area“ zu etablieren. Durch den Stand der Sportjugend Braunschweig besteht dort für Kinder vor dem Spiel und in der Halbzeit auch die Möglichkeit, selbst einmal auf den Korb zu werfen. Diesen Bereich wollen wir zukünftig noch ausbauen, denn ich glaube, dass wir Familien eine echte Alternative zu anderen gemeinschaftlichen Freizeitaktivitäten bieten können.

Endlich gibt es auch wieder ein Maskottchen. Henri hat nicht nur bei den Kindern die Herzen im Sturm gewonnen und macht sowohl bei unseren Spielen in der Volkswagen Halle, wie auch bei Promotion-Terminen und Video-Clips einen tollen Job.

Wie erfolgreich bewertest du diese Maßnahmen bis jetzt?

Die Entwicklung ist sicher positiv, auch wenn die ersten messbaren Erfolge eine Weile auf sich warten ließen. Der bisherige Höhepunkt und gleichzeitig eine Art Durchbruch war das Spiel gegen Bayern München kurz vor Weihnachten, wo gefühlt die ganze Stadt zusammen gehalten hat, um den Bayern die Stirn zu bieten. In diesem Zusammenhang haben wir auch erstmals sehr erfolgreich mit Eintracht Braunschweig kooperiert, der Videoclip der beiden Mannschaftskapitäne hat bei Facebook über 150.000 Menschen erreicht.

Ich glaube bei diesem Spiel waren viele Braunschweiger zum ersten Mal oder seit langer Zeit das erste Mal in der Volkswagen Halle und haben gemerkt, dass sich dort einiges getan hat und zudem ein echtes Team auf dem Spielfeld steht, das für Identifikation sorgt und Unterstützung verdient hat.

Und abschließend die Frage: Was wird weiterhin an Maßnahmen angedacht und ist das dauerhafte Ziel?

Ziel ist es, sowohl den Anteil der regelmäßigen Zuschauer als auch das Potenzial an Gelegenheitszuschauern stetig zu vergrößern und die Bindung zum Braunschweiger Basketball wieder zu erhöhen. Das ist natürlich ein Prozess, bei dem man dauerhaft am Ball bleiben muss und der nicht von heute auf morgen zu schaffen ist.

Ich finde aber, dass die Stimmung in dieser Saison auch bei schwächer besuchten Spielen schon sehr gut gewesen ist. Um dies zu unterstützen, werden wir zukünftig sicher einmal einen Teil der Halle abhängen, um unsere riesige Halle zumindest optisch etwas kleiner zu machen und für eine dichtere Atmosphäre zu sorgen. Im Rahmenprogramm wird es auch weiterhin immer mal wieder Neues, z. B. verschiedene Halbzeit-Acts geben.

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg.

Das Interview führte Fabienne Buhl.


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