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Foto: Tilo Wiedensohler

Löwen verkaufen sich teuer: 74:82-Niederlage bei ALBA BERLIN

12.02.2019

Unser Headcoach Frank Menz hatte vor der heutigen Partie beim Favoriten ALBA BERLIN gesagt, dass es für unser Team darauf ankäme, das verletzungsbedingte Fehlen von Leistungsträger Scott Eatherton so gut wie möglich zu kompensieren und unter den gegebenen Umständen ein gutes Spiel zu machen. Das ist unserem Team über weite Strecken sehr gut gelungen. Unsere Löwen verloren zwar mit 74:82 (43:39), spielten aber hinten wie vorne eine starke erste Hälfte und führten zu Beginn des zweiten Viertels zurecht mit zwölf Punkten. Erst im dritten Viertel gelang es den Berlinern, ihre Vorteile unter den Körben auszuspielen, weshalb sie diesen Abschnitt deutlich mit 28:10 für sich entschieden. Der daraus resultierende Rückstand von 14 Punkten war eine zu große Hypothek und trotz gewonnenem letzten Viertels nicht mehr aufzuholen. DeAndre Lansdowne avancierte mit 21 Punkten einmal mehr zu unserem Topscorer, Christian Sengfelder kam auf ein Double-Double von 15 Zählern und 10 Rebounds. Für die Berliner war Rokas Giedraitis mit 18 Punkten am erfolgreichsten.


Man musste sich fast schon die Augen reiben, so stark wie die Löwen trotz des Ausfalls von Scott Eatherton (Überdehnung der Bandstrukturen im Kniegelenk) ins Spiel gestartet waren. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase lagen unsere Löwen in der 6. Minute nach einem Dreier von BJ Blake mit 12:8 vorne und ALBA-Coach Aito Garcia Reneses nahm seine erste Auszeit. Doch nützte die erstmal nichts. Denn das Menz-Team versenkte bis zur 9. Minute drei weitere Würfe vom Perimeter (56 Prozent Dreierquote) und klaute dem Gegner mit einer wachsamen Verteidigung gleich mehrfach den Ball. Bis auf 10 Punkte enteilten Chris Sengfelder & Co. den Berlinern.

Ins zweite Viertel gingen sie mit einer 26:18-Führung und die bauten unsere Löwen ganz schnell auf zwölf Punkte aus (32:20, 12. Minute). Doch sollten das für mehrere Minuten erst einmal die letzten Löwen-Zähler aus dem Feld gewesen sein. Bis zur 19. Minute war unser Team nur noch von der Freiwurflinie erfolgreich. Das lag zum einen an einer deutlich intensiveren Berliner Verteidigung. Aber auf der anderen Seite hatten unsere Löwen bei mehreren Würfen auch Pech und verloren ein, zwei Mal zu oft den Ball. Die Berliner holten deshalb auf. Doch netzte der erneut starke Christian Sengfelder in der letzten Minute des Viertels zwei Dreier zur 43:39-Halbzeitführung ein.

„ALBA hatte Größenvorteile unter den Körben, aber in der ersten Halbzeit haben wir es geschafft, dass sie davon wenig profitiert haben“, sagte Frank Menz nach dem Spiel. Doch genau dieser Punkt änderte sich im dritten Viertel. Die Berliner dominierten zusehends unter den Brettern. Sie holten sich mehrfach Offensiv-Rebounds und kamen durch gutes und schnelles Passspiel teils zu einfachen Punkten in Korbnähe. Vor allem das Duo Sikma und Giedraitis drehte richtig auf und erzielte in diesem Viertel 20 Punkte. Und während es beim Tabellenvierten flutschte, stockte es bei den Löwen jetzt in der Offensive. Sie spielten ihre Würfe zwar auch sehr gut heraus, nur fielen die kaum. Die Folge: In der 29. Minute lagen unsere Löwen erstmals zweistellig hinten und gingen mit 14 Zählern (53:67) Rückstand ins letzte Viertel.

Aber die Messe war noch nicht gelesen. Denn die Verteidigung des Menz-Teams griff im letzten Viertel wieder besser und forcierte sechs ALBA-Ballverluste. Zudem versenkten unsere Löwen um Topscorer DeAndre Lansdowne in den letzten zehn Minuten insgesamt noch fünf weitere Dreier und waren in der 39. Minute auf 69:75 dran. Allerdings hatten sie Berlins Martin Hermannsson 73 Sekunden vor dem Ende für einen Moment zu frei an der 6,75-Meterlinie stehen lassen. Der versenkte seinen Wurf eiskalt zum 69:78 aus Löwensicht – und das war die Entscheidung.

Viertel aus Löwensicht: 26:18, 17:21, 10:28, 21:15;

Trainerstimmen zum Spiel:

Frank Menz (Basketball Löwen Brauns
chweig): „Heute mussten wir auf einen unserer zwei mit Abstand überragenden Spieler dieser Saison verzichten. Das war schwer für uns zu kompensieren. Ich bin froh, dass wir ein knappes Spiel hatten und zur Halbzeit sogar geführt haben. ALBA hatte Größenvorteile unter den Körben, aber in der ersten Halbzeit haben wir es geschafft, dass sie davon wenig profitiert haben. Aber in der zweiten Hälfte hat ALBA mit seiner schlauen Spielweise sehr gut reagiert und uns sehr wehgetan. ALBA hat dann richtig gut gespielt. Ich bin froh, dass wir wie immer in dieser Saison trotzdem keine Sekunde nachgelassen haben und am Ende sogar noch die Chance hatten, das Spiel knapp zu machen.“

Aito Garcia Reneses (ALBA BERLIN): „Unser Start war sehr schlecht. Wir haben zahlreiche Bälle verloren und waren mental nicht bereit genug. Braunschweig ist ein sehr gut organisiertes Team und sie haben es uns sehr schwer gemacht. Ich bin froh, dass es uns noch gelungen ist, unseren Spielstil zu finden. Das war nicht einfach für uns, denn unser letztes Spiel liegt nur 48 Stunden zurück. Wir sind noch in allen drei Wettbewerben im Rennen, was mich fast etwas überrascht, bei all den Problemen die wir mit Verletzungen haben. Jetzt konzentrieren wir uns auf das Pokalfinale am Sonntag in Bamberg..“

Basketball Löwen Braunschweig:
Nawrocki 7, Blake 6, Lansdowne 21 (4 Ballgewinne), Klepeisz 11 (4 Assists), Sengfelder 15 (10 Rebounds), Kovacevic, Koné 5 (3 Assists), Hines 4 (3 Ballgewinne), Rahon 2 (6 Assists), Lagerpusch 3 (5 Rebounds).

ALBA BERLIN:
Saibou 2, Siva 8 (4 Assists), Giffey 12, Mattisseck n.e., Hermannsson 10 (8 Assists), Wagner, Ogbe, Giedraitis 18 (7 Rebounds, 5 Ballgewinne), Thiemann 13, Nnoko 4 (7 Rebounds), Sikma 15.

Boxscore zum Spiel


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