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Kyle Visser kassierte im ersten Viertel schon drei Fouls. Dennoch behielten er und sein Team in der Drachenhöhle die Oberhand! Foto: Kamper

Löwen holen wichtigen Auswärtssieg bei den Artland Dragons

07.03.2015

Um sich die Chancen im Rennen auf einen Playoff-Platz zu erhalten, war die heutige Beko BBL-Partie der Basketball Löwen Braunschweig bei den Artland Dragons richtungsweisend. Dafür musste beim Tabellenneunten unbedingt ein Sieg für das Team von Löwen-Trainer Raoul Korner her, und dies gelang auch. Die Braunschweiger Korbjäger gewannen nach einer soliden Leistung und einer spannenden Endphase verdient mit 75:78 (34:35) in der Artland Arena. Damit weisen sie nun ein Punktekonto von 24:26 auf und haben zwei Punkte Rückstand auf einen Playoff-Platz. Bester Braunschweiger Punktesammler war Derrick Allen, der auf ein Double-Double von 15 Punkten und zwölf Rebounds kam. Bei den Artland Dragons wurde Lawrence Hill mit 20 Punkten Topscorer.


Beide Teams suchten in den ersten Angriffen den Weg über ihre Big Men. Hier war Kyle Visser für die Basketball Löwen erfolgreich: Die ersten fünf Braunschweiger Punkte gingen alle auf sein Konto (0:5, 1. Minute). Nach diesem Auftakt nach Maß bestimmte das Korner-Team zunächst auch weiterhin das Geschehen auf dem Parkett. Die Löwen holten sich mehrfach zweite Chancen und konnten die Führung behaupten (2:10, 3. Minute). Allerdings waren die Trefferquoten auf beiden Seiten eher dürftig (je 29 Prozent aus dem Feld), weshalb das Spiel im „low-scoring“-Bereich blieb. Aber es ging um was, und das war zu spüren. Beide Teams verteidigten mit hoher Intensität, schenkten sich wenig. Und als in der achten Spielminute bereits das dritte Foul gegen Kyle Visser verhängt wurde, beschwerte sich Raoul Korner vehement über diesen Pfiff und erhielt ein technisches Foul. Die Gastgeber schlossen zum 12:13 auf und damit ging es in das zweite Viertel.

Hier stand nun Maurice Pluskota für die Basketball Löwen auf dem Parkett. Der Nachwuchs-Center brachte viel Energie ins Spiel, indem er beherzt zum Korb und auf diese Weise Fouls zog. Vier Freiwürfe wurden ihm zugesprochen – und die nutzte er zum 16:17 (12. Minute). Überhaupt attackierten die Braunschweiger den Korb jetzt aggressiver und konsequenter als in den letzten Minuten des ersten Viertels. Und als Trent Lockett dann auch einen Dreier einstreute, lagen die Basketball Löwen wieder etwas deutlicher in Führung. Bis auf acht Punkte setzte sich das Korner-Team ab (20:28,16. Minute), ehe die Gastgeber über Würfe von außen wieder bis auf drei Zähler herankamen und der Löwen-Trainer eine Auszeit nahm. Zwar bekamen die Löwen-Basketballer Artlands Lawrence Hill in dieser Phase kaum unter Kontrolle, konnten aber eine hauchdünne 34:35-Führung in die Halbzeitpause mitnehmen.

Zurück auf dem Parkett blieben die Basketball Löwen vorne. Aber das Spiel war zäh. Punkte mussten sich auf beiden Enden des Feldes hart erarbeitet werden und im Abschluss fehlten Dru Joyce & Co. mitunter das nötige Fortune. Der Braunschweiger Spielmacher war nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Gastgeber (40:40, 24. Minute) aber per Dreier zur Stelle, und Cornelius Adler konnte prompt aus der Distanz zum 42:46 nachlegen. Die Löwen-Basketballer zogen anschließend bis auf neun Zähler weg, doch verpuffte dieser Vorsprung nach zwei „Drachen“-Dreiern wieder ganz schnell (48:50, 27. Minute). Nervös wurde das Korner-Team dadurch aber nicht. Ganz im Gegenteil: Die Braunschweiger spielten in Ruhe ihre Systeme durch, zogen weitere Fouls und setzten sich wieder leicht ab. Zum Viertelende lagen sie mit 49:55 vorne, und ihre Führung hätte noch höher sein können, wenn sie nicht mehrere Freiwürfe hätten liegen lassen.

Nach zwei schnellen Drachen-Punkten zu Beginn der letzten zehn Minuten dauerte es mehr als zwei Minuten, bis die ersten Zähler für die Basketball Löwen fielen. Doch danach lief es offensiv wieder deutlich runder für die Braunschweiger. Sie bewegten sich gut, ließen den Ball laufen und fanden immer wieder den freien Mann, der verwandelte. Die Folge: eine 54:67-Führung (35. Minute)! Und auch wenn der in der zweiten Halbzeit stark aufdrehende Derrick Allen und seine Kollegen das Spiel kontrollierten, so war der Drops keinesfalls gelutscht. Bei noch 26 verbleibenden Sekunden auf der Spieluhr waren die Gastgeber bis auf 70:73 dran. Jetzt wurden die Basketball Löwen immer wieder an die Freiwurflinie geschickt. Und weil ihnen hier ein wenig die Hand zitterte, stand es drei Sekunden vor dem Ende sogar nur noch 75:76. Doch Immanuel McElroy verwandelte die letzten beide Freiwürfe sicher und machte damit den wichtigen Sieg perfekt.

Trainerstimmen zum Spiel:

Raoul Korner (Basketball Löwen Braunschweig): Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Das war ein extrem wichtiges Spiel, im Kampf um die Playoffs für uns fast ein Do-or-die-Spiel. Wir sind extrem gut gestartet, und uns wurde dann durch Foulprobleme, insbesondere bei Kyle Visser, der Rhythmus genommen. Wir hatten uns vorgenommen, den Dragons den Drei-Punkte-Wurf schwer zu machen. Probleme hatten wir bei den Rebounds und den Freiwürfen, aber wir hatten das Spiel größtenteils unter Kontrolle. Am Ende haben wir die Nerven behalten, obwohl Artland angefangen hat, zu treffen. Außerdem sind andere Spieler in die Bresche gesprungen, als die Starter Probleme hatten, deswegen gebührt der gesamten Mannschaft mein Lob.

Tyron McCoy (Artland Dragons): Braunschweig hat verdient gewonnen. Ich bin enttäuscht von unserer Offensiv-Leistung. Das war ein wichtiges Spiel für beide Mannschaften, und wir haben offene Würfe und einfache Korbleger vergeben. Das ist immer enttäuschend für einen Trainer, Teamkameraden und Fans. Wir haben eine solide Verteidigung gespielt, aber man kann sich nicht das ganze Spiel über auf seine Verteidigung verlassen. Wenn man Würfe nicht trifft, verliert man das Vertrauen. David Holston hat heute keinen Rhythmus bekommen, weil er früh Foulprobleme hatte. Wir wollen aggressiv verteidigen, aber den Gegner nicht 46 Mal an die Freiwurflinie schicken. Es war dennoch gut zu sehen, dass die Spieler bis zum Ende gekämpft und nicht aufgegeben haben. In der Crunchtime haben wir nach Offensiv-Rebounds nicht oft genug bessere Wurfoptionen gesucht.

Basketball Löwen Braunschweig: Johnson n.e.,Visser 9 (5 Rebounds), Bogdanov n.e., Theis, Joyce 12 (7 Assists), Allen 15 (12 Rebounds), Pluskota 5, Abromaitis 13, Adler 3, McElroy 6, Lockett 8 (7 Rebounds), Simon 7.

Artland Dragons: McCray 5, Schwartz n.e., Doreth, Holston 6 (5 Rebounds, 4 Assists), Seiferth 7 (5 Rebounds), Grünheid 2, Thomas 5, Graves 8 (6 Assists), Hill 20 (10 Rebounds), Horner 5, Frease 14 (8 Rebounds), Toppert 3.


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