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DeAndre Lansdowne überragte mit 32 Punkten. Foto: SoulClap Media

Löwen siegen im unfassbaren Overtime-Krimi

09.12.2018

Die 3.105 Zuschauer, die am heutigen zweiten Advent in die Volkswagen Halle gekommen waren, sind voll auf ihre Kosten gekommen. In einem unglaublichen Spiel haben unsere Löwen nach Verlängerung mit 100:99 (42:42, 87:87) gegen den Champions League-Teilnehmer MHP RIESEN Ludwigsburg gewonnen. Nach einem starken Löwen-Start und einer 14-Punkte-Führung, fanden die Gäste einen immer besseren Rhythmus, vor allem aus der Distanz (39 Prozent Dreierquote) und hatten das Spiel im letzten Viertel gänzlich gedreht. Da lagen die Schwaben schon mit elf Punkten vorne, ehe unsere Löwen um ihr überragendes Duo DeAndre Lansdowne (32 Punkte) und Scott Eatherton (22 Punkte und 17 Rebounds) wieder aufholten. Zum Ende der regulären Spielzeit wurde es dann richtig eng. DeAndre Lansdowne versenkte zwei unfassbare Dreier und Scott Eatherton hatte anschließend an der Freiwurflinie sogar den Sieg in der Hand. Doch ging es in die Verlängerung und in dieser blieb es bis in die Schlusssekunden weiter packend. Die Entscheidung fiel erst mit der letzten Sekunde, als die Löwen mit drei Punkten führten und Ludwigsburgs Kelan Martin mit seinem letzten Wurf nur für zwei traf.


Die Löwen fanden hervorragend ins Spiel und hatten sofort einen guten Offensiv-Rhythmus. Aber auch defensiv spielten sie stark, waren bissiger als die Gäste und führten deshalb zwischenzeitig mit 14 Punkten (24:10, 8. Minute). In den letzten zwei Minuten des ersten Viertels gerieten die Löwen dann aber ein wenig aus dem Takt: Die zuvor hochprozentig getroffenen Würfe fielen kaum noch, weshalb die Ludwigsburger verkürzen konnten.

Mit einer 26:20-Führung ging es in die zweiten zehn Minuten. Und während das Menz-Team jetzt weiterhin mit der Trefferquote haderte, wurden die MHP RIESEN immer sicherer. In der 16. Minute hatten sich die Gäste die erste Führung geholt, ehe die Löwen zwei Mal wunderbar kombinierten und wieder vorne lagen. Bis zur Halbzeit blieb es eng, beim Stand von 42:42 ging es in die Kabinen.

Zu Beginn des dritten Viertels legten die Löwen wieder genau so munter los, wie zum Anfang der Partie. Sie legten einen 10:2-Lauf zum 52:44 aufs Parkett, was Gäste-Coach John Patrick zu einer Auszeit zwang (24. Minute). Danach zeigten die MHP RIESEN eine entsprechende Reaktion und lagen nach einem 10:0-Lauf erneut vorne (57:61, 28. Minute). In dieser Phase vergaben die Löwen auch etliche Freiwürfe, weshalb die Ludwigsburger ihren Vorsprung mit ins letzte Viertel nahmen.

Aus einem 62:66 wurde ganz schnell ein 68:79. Das lag daran, dass die RIESEN vier Dreier in Folge trafen. Aber unsere Löwen kamen wieder zurück. Und daran hatte neben einer guten Verteidigung auch Youngster Lars Lagerpusch einen wichtigen Anteil. Er erzielte fünf Punkte in Folge zum 73:79 und wenig später versenkte Thomas Klepeisz einen Dreier zum 77:79 (37. Minute). Trotzdem hielten die Gäste ihre knappe Führung. Bei 24 verbleibenden Sekunden lagen die RIESEN mit vier Zählern vorne, ehe der starke DeAndre Lansdowne zuerst einen Dreier zum 83:84 und kurz darauf einen weiteren zum 86:87 versenkte. Die Halle stand bei nur noch 13 Sekunden Spielzeit Kopf. Und plötzlich war der Sieg greifbar nah. Denn Lansdowne fing einen langen Ball des Gegners ab und Scott Eatherton wurde anschließend gefoult. Der hätte mit beiden Freiwürfen und jetzt noch einer Sekunde Spielzeit den Sieg dingfest machen können. Der erste Wurf fiel durch die Reuse, doch der zweite nicht: 87:87, Verlängerung.

Es vergingen anderthalb Minuten, bis die ersten Punkte in der Overtime fielen. BJ Blake war zur Stelle und zwei Minuten später hatte Kapitän Thomas Klepeisz das 95:91 erzielt (44. Minute). Aber die RIESEN antworteten erneut vom Perimeter zum 97:97-Ausgleich, noch 46 Sekunden Spielzeit. Thomas Klepeisz legte wieder vor und 13 Sekunden vor dem Ende stand erneut Scott Eatherton beim Stand von 99:97 an der Freiwurflinie. Er traf den ersten Wurf, vergab den zweiten – aber der letzte Wurf von Kelan Martin zählte nur für zwei und damit war der Sieg perfekt!

Viertel aus Löwensicht: 26:20, 16:22, 20:24, 25:21, 13:12;

Trainerstimmen zum Spiel:

Frank Menz (Basketball Löwen Braunschweig):
„Ich denke, das ist ein kurioses Ergebnis für zwei Mannschaften, die sich in der Regel über die Defense definieren. Wir können aber sehr stolz sein auf unsere heutige Leistung. Die Ludwigsburger waren vor dem Spiel nicht nur die beste Rebound-Mannschaft in der Bundesliga, sondern sie waren die beste Offensiv-Rebound-Mannschaft. Das war unser Fokus und wir haben jetzt am Ende sechs Offensiv-Rebounds mehr und insgesamt acht Rebounds mehr geholt, das ist eine bärenstarke Leistung. Bei den Ballverlusten haben wir in der ersten Halbzeit nur vier gehabt, insgesamt neun, das ist für uns gegen eine sehr aggressive Verteidigung ein Top-Ergebnis. Man kann sehr zufrieden sein. Wir waren das erste Mal komplett und alle Spieler hatten einen Anteil am Sieg, was natürlich ganz wichtig für die Stimmung ist.“

 

John Patrick (MHP RIESEN Ludwigsburg): „Ich möchte Braunschweig gratulieren, am Ende war es ein verdienter Sieg. Sie hatten am Anfang eine gute Intensität und waren gut vorbereitet und haben gleich ganz schnell geführt. Wir haben uns zurückgekämpft und dachten, dass wir das Spiel in der Hand hatten. Aber am Ende hat Lansdowne spektakulären Dreier getroffen und über das ganze Spiel hat Braunschweig den Ball gut kontrolliert und gut bewegt. Wir hatten zu viele hektische Aktionen, hatten mehr Turnover und weniger Rebounds als Braunschweig. Es tut weh zu verlieren, aber es ist ein verdienter Sieg für Braunschweig.“

Basketball Löwen Braunschweig: Nawrocki, Blake 9 (8 Rebounds), Figge, Lansdowne 32, Klepeisz 13 (8 Assists), Sengfelder 8, Kovacevic n.e., Koné 2, Hines 1, Rahon 7 (4 Assists), Eatherton 22 (17 Rebounds), Lagerpusch 6.

MHP RIESEN Ludwigsburg:
Crawford 14 (5 Rebounds, 9 Assists), Sabeckis, Klassen, Noupoue, Waleskowski 21 (7 Rebounds, 4 Assists), Jones 16 (6 Assists), von Fintel, Martin 27 (9 Rebounds), Jallow 13 (5 Rebounds), Chapman 8 (6 Rebounds).

Boxscore zum Spiel 


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