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Für Trent Lockett & Co. gab es unter dem gegnerischen Korb selten ein Durchkommen. Foto: Daniel Loeb

Kämpferische Basketball Löwen verlieren am Ende deutlich in Bamberg

22.02.2015

Ohne ihren an einem Magen-Darm-Infekt erkrankten Spielmacher Dru Joyce traten die Basketball Löwen Braunschweig am heutigen Sonntag (22. Februar) beim Tabellenführer Brose Baskets in Bamberg an. Dabei zeigte das Löwen-Team von Trainer Raoul Korner Startschwierigkeiten, kämpfte sich aber nach bereits 20 Punkten Rückstand in der ersten Spielhälfte über die Zonen-Verteidigung zurück ins Spiel. Bis auf sechs Zähler kamen die Braunschweiger wieder heran, ehe ihnen am Ende die Puste ausging und die Hausherren doch wieder auf 20 Zähler zum 77:57-Sieg (43:30) davonziehen konnten. Bei den Basketball Löwen, bei denen auch Maurice Pluskota fehlte (Achillessehnen-Beschwerden), überragte ein starker Tim Abromaitis mit 26 Punkten (83 Prozent Dreierquote). Für die Brose Baskets, die ohne Joshua Duncan (Knieverletzung) spielten, war Ryan Thompson mit 23 Zählern Topscorer.


Die Basketball Löwen suchten zu Beginn der Partie ihren Center Kyle Visser, der mit Freiwürfen erfolgreich war. Allerdings wollte den Braunschweigern aus dem Feld nicht viel gelingen. Und als sie dann auch zwei Mal in Folge den Ball verloren, lagen sie schnell mit 12:3 zurück (3. Minute). Aber der in den vergangenen Wochen starke Tim Abromaitis übernahm das Zepter für das Korner-Team: Er erzielte sieben Punkte in Folge, zwei davon zum 12:10 (4. Minute) holten er und seine Mannschaft nach einer starken Press-Verteidigung und einem erzwungenen Bamberger Fehlpass heraus. Tim Abromaitis war auch weiterhin nicht zu stoppen, jedoch galt dies ebenso für Brose-Forward Ryan Thompson, der die Löwen wieder mit sieben Zählern ins Hintertreffen warf (24:17, 8. Minute). Insgesamt machte in diesem ersten Viertel vor allem die Trefferquote aus dem Feld den Unterschied: Die Löwen-Basketballer trafen lediglich 38 Prozent ihrer Feldwürfe, die Brose Baskets 72 Prozent. Dementsprechend ging es mit einem Rückstand von 33:21 ins zweite Viertel.

Das Bild änderte sich hier zunächst nicht. Die Basketball Löwen mühten sich, einen offensiven Rhythmus zu finden, bissen sich jedoch an der Bamberger Verteidigung die Zähne aus. Minutenlang wollte kein Treffer für die Braunschweiger fallen, die den Gegner im Gegenzug aber auch nicht stoppen konnten. Die Folge: Der Spitzenreiter legte einen 8:0-Lauf aufs Parkett und zog auf 41:21 davon (15. Minute). Erst nach mehr als sechs gespielten Minuten war es schließlich Immanuel McElroy vorbehalten, die ersten Löwen-Zähler in diesem Viertel zu markieren. Und der Routinier, der heute größtenteils die Spielmacher-Position einnahm, besorgte dann auch die Punkte zum 41:25 (17. Minute). Zwar war es nach wie vor Schwerstarbeit für die Basketball Löwen, zu erfolgreichen Abschlüssen zu kommen. Aber auch die Brose Baskets trafen nun nicht mehr bei so hoher Quote und verloren zudem ein, zwei Mal den Ball. Das gab Trent Lockett & Co. die Chance, den Rückstand nach einem weiteren Dreier von Tim Abromaitis auf 43:30 zur Halbzeitpause zu verkürzen.

Mit zwei Punkten von Trent Lockett startete das Korner-Team in das dritte Viertel. Allerdings kassierte er kurz darauf auch sein drittes Foul und musste erst einmal auf die Bank. Aber dafür war Tim Abromaitis nach wie vor zur Stelle und sorgte mit einem Dreier für das 47:35 (23. Minute). Direkt unter dem Korb gab es für die Löwen-Basketballer aber so gut wie kein Durchkommen, weshalb der Rückstand relativ konstant bei um die zwölf Zähler blieb. Nach einem unsportlichen Foul gegen die Brose Baskets hätten die Braunschweiger näher herankommen können. Aber sie trafen nicht, während die Bamberger im direkten Gegenangriff zu einfachen Punkten zum 51:37 kamen (26. Minute). Doch Immanuel McElroy & Co. steckten nicht auf. Der Löwen-Guard fand Tim Abromaitis, der zwei Mal in Folge per Dreier erfolgreich war und das 54:44 markierte. Und als dann wenig später Martin Bogdanov noch einen Dreier versenkte und Derrick Allen unterm Korb einnetzte, waren die Braunschweiger zum Viertelende auf 56:49 dran.

Im letzten Spielabschnitt konnte der Tabellenführer seine Führung zwar halten, allerdings waren die Basketball Löwen jetzt ungemein bissig und verteidigten stark. Trent Lockett gelangen beispielsweise gleich zwei Ballgewinne hintereinander. Zwar sprangen dabei keine Punkte heraus, aber in der Partie war nun richtig Pfeffer. Drei Minuten lang fielen auf beiden Seiten keine Körbe, ehe Trent Lockett nahezu akrobatisch das 59:53 erzielte (35. Minute). Nach einer Auszeit folgten dann aber drei Brose-Dreier in Serie. Die Löwen-Basketballer blieben in dieser Phase ohne erfolgreichen Abschluss, weshalb sie in weniger als einer Spielminute plötzlich wieder mit 68:53 zurücklagen (37. Minute). Beim Korner-Team schien der Akku nun leer zu sein, und es wollte kaum noch etwas gelingen. Die Brose Baskets nutzten dies aus und so wurde der Braunschweiger Rückstand am Ende doch wieder deutlich.

Trainerstimmen zum Spiel:

Raoul Korner (Basketball Löwen Braunschweig): Glückwunsch an Bamberg. Es war ein verdienter Sieg. Die Vorzeichen standen heute nicht gut, unser Starting-Point-Guard ist kurzfristig mit Magen-Darm-Virus ausgefallen. Wir hatten in den ersten zehn Minuten Probleme das Tempo zu kontrollieren. Bamberg ist physisch in die Partie gestartet und hat Tempo gemacht. Danach ist es uns besser gelungen, unsere Zonenverteidigung war hier ein gutes Mittel. Wir haben Bamberg in der Zone die Optionen weg genommen und darauf spekuliert, dass sie ihre Distanzwürfe nicht treffen. Inside haben wir einen guten Job gemacht, leider haben sie trotzdem von draußen getroffen. In den letzten fünf Minuten ist uns die Puste ausgegangen. Der Bamberg Express war voll in Fahrt und wir nur Passagier. Insgesamt hatten wir 25 gute Minuten und 15 Minuten, an denen wir arbeiten müssen.

Andrea Trinchieri (Brose Baskets): Braunschweig spielt mit dem richtigen Geist und ist wirklich sehr gut trainiert. Wir sind von einem großen Auswärtsspiel in Ulm gekommen. Als wir mit 20 Punkten in Front waren, haben wir gedacht, dass der Dienst heute vorbei und das Spiel gewonnen ist. Wir wurden nachlässig, haben schlechte Entscheidungen getroffen und einfache Fehler gemacht. Ich bin etwas schockiert, wie wir in dieser Phase aufgetreten sind. Ich muss mir gut überlegen, wie ich dem Team begegne, immerhin schaffen wir es dennoch Spiele zu gewinnen. Eigentlich ist es immer positiv, wenn Spiele gewonnen werden, in denen die Mannschaft nicht gut spielt. Das bedeutet, wir haben noch viel Potential.

Basketball Löwen Braunschweig: Visser 3, Bogdanov 5, Theis, Allen 6 (5 Rebounds), Abromaitis 26 (7 Rebounds), Adler 2, McElroy 7, Lockett 6, Simon 2.

Brose Baskets: Bagaric, Thompson 23, Tadda, Theis 5 (5 Rebounds), Wannamaker 7 (4 Assists, 4 Steals), Schmidt, Strelnieks 8 (4 Assists), Obst 6, Harris 4 (5 Rebounds), Mbakwe 10 (7 Rebounds), Thiemann, Robinson 14 (5 Assists).


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