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Dyshawn Pierre und Alex Ruoff lieferten sich ein tolles Duell.

Derby-Krimi zum Abschluss: Löwen verlieren nach 2-facher Verlängerung

01.05.2017

Im letzten Spiel der Saison boten unsere Löwen im heutigen Derby bei der BG Göttingen einen Wahnsinnskrimi. Erst nach zweifacher Verlängerung und einer insgesamt sehr tempo- und abwechslungsreichen Partie mit 13 Führungswechseln stand die 107:114-Niederlage der Löwen fest (85:85, 98:98). Dabei hatten sie trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Carlos Medlock wie schon zuletzt in Tübingen und gegen Würzburg die Chance, sich die zwei Punkte nach einer über die gesamte Zeit engen Partie zu holen. Unsere Löwen führten 86 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit mit 83:80, konnten ihren Vorsprung aber nicht halten und gingen in die Verlängerung. In der nahmen sich beide Teams nichts, weshalb der Krimi in einer zweiten Verlängerung fortgesetzt wurde. Hier schwanden die Kräfte unserer ersatzgeschwächten Löwen zunehmend, sodass sich die Hausherren schnell einen kleinen Vorsprung erspielen konnten. Den machten unseren Löwen um ihr herausragendes Duo Geoffrey Groselle (33 Punkte, zehn Rebounds) und Dyshawn Pierre (31 Punkte, zehn Rebounds) nicht mehr wett und beenden die Saison damit mit sechs Siegen.


Unsere Löwen hatten zu Beginn große Schwierigkeiten, die Göttinger zu stoppen. Die machten viel Tempo, zogen immer wieder zum Korb und konnten sich regelmäßig durchsetzen, weshalb das Menz-Team mit 6:12 in Rückstand geriet (4. Minute). Aber die Löwen ließen sich nicht abschütteln, waren jetzt besser im Spiel angekommen und nach einem Dreier von Carlton Guyton auf 11:15 dran. Sie hätten auch gleich im Angriff danach auf zwei Zähler verkürzen können, wenn ein Korbleger von Dyshawn Pierre sich nicht herausgedreht hätte. Doch so vergingen zwei weitere Minuten, ehe Geoffrey Groselle per Alley-Oop den Ball durch die Reuse stopfte und das 17:19 besorgte. Überhaupt war es jetzt der Löwen-Center, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Er dunkte gleich noch einmal, klaute dem Gegner dann den Ball und das nutzten unsere Löwen zum Ausgleich (21:21, 19. Minute). Zum Ende des ersten Viertels in einer rasanten Partie lagen die Löwen knapp mit 26:28 zurück.

Nach zwei Punkten vom guten Luis Figge und dem erneuten Ausgleich hatten unsere Löwen anschließend wenig Fortune. Ein Tip-In-Versuch landete auf dem Ring, ein Angriff wurde als Offensiv-Foul abgepfiffen und offene Würfe wollten nicht fallen. Dyshawn Pierre & Co. fielen folglich auf 30:35 zurück und als Frank Menz sich über einen Pfiff der Schiedsrichter beklagte, gab es auch noch ein technisches Foul gegen ihn. Die Veilchen machten daraus vier Punkte und setzen sich weiter auf 39:32 ab (16. Minute). Doch auch wenn in dieser Phase einiges gegen die Löwen lief, so steckten sie trotzdem nicht auf. Hinzukommend wirkte sich die Einwechselung von Geoffrey Groselle sehr positiv auf das Braunschweiger Spiel aus. Der Big Man war zweimal in Folge im Zusammenspiel mit Thomas Klepeisz erfolgreich und brachte sein Team auf 39:41 heran. Die Göttinger konterten aber nochmals, zogen in der 18. Spielminute wieder auf sechs Zähler davon. Allerdings leisteten sie sich dann Ballverluste und so konnten unsere Löwen zum 45:47 in einer nach wie vor temporeichen Partie verkürzen.

Nach nicht einmal anderthalb gespielten Minuten im dritten Viertel hatten sich die Löwen erstmals nach dem 2:0 wieder eine Führung geholt (50:49). Nach einigen darauf folgenden Führungswechseln blieben die Braunschweiger aber vorne. Und daran hatte auch Geoffrey Groselle einen Anteil. Denn nachdem der Center in der ersten Halbzeit vor allem offensiv Akzente gesetzt hatte, war er jetzt mit zwei geblockten Würfen zur Stelle und besorgte danach per Korbleger das 61:56 für sein Team (26. Minute). Doch so wie unsere Löwen zuvor schon mehrfach wieder herangekommen waren, taten das jetzt auch die Göttinger. Begünstigt durch Braunschweiger Fehlwürfe hatten sie sich in der 29. Spielminute die Führung zurückgeholt (66:63). Die Löwen waren in dieser Göttinger Aufholphase dreimal ohne Erfolg aus der Distanz gewesen und suchten wieder den Weg unter den Korb. Hier klappte es. Und weil dem Menz-Team zudem Stopps gelangen, hatte es sich das 67:66 nach drei Vierteln erspielt.

In den letzten zehn Spielminuten stand die Partie weiterhin Spitz auf Knopf. In der 33. Minute hatten die Löwen aber über Dyshawn Pierre das 72:68 erzielt. Und der Löwen-Forward übernahm jetzt, verwandelte zwei weitere Dreier zum 78:73 für das Menz-Team (35. Minute). Die Löwen führten kurz darauf mit sechs Punkten. Aber sie bewegten den Ball jetzt nicht mehr so gut und verloren ihn vor allem zu häufig, weshalb die Göttinger wieder bis auf einen Punkt aufholten (78:79, 37. Minute). Die Veilchen ließen nun aber auch diverse Möglichkeiten liegen, während Dyshawn Pierre über einen Schnellangriff abschloss und wieder für etwas Puffer sorgte. Bis 1:26 Minuten vor dem Ende lagen die Löwen mit 83:80 vorne – doch reichte das nicht. Denn die Göttinger holten sich noch einmal die 85:83-Führung, auf die Geoffrey Groselle mit einem krachenden Dunking auf Anspiel von Dyshawn Pierre die passende Antwort fand: Ausgleich und Verlängerung!

Die Partie war weiterhin ein offensiver Schlagabtausch. Auf Löwenzähler folgten sofort BG-Punkte. Dabei waren die Braunschweiger bis zum 94:92 immer leicht vorne, bis ein Göttinger Dreier die Führung wechseln ließ. Und als die Veilchen einen weiteren Wurf vom Perimeter zum 98:94 verwandelt hatten, da nahm Frank Menz eine Auszeit. Daraufhin erzielte sein Team vier Zähler in Folge zum 98:98-Ausgleich. Die Göttinger bekamen noch einmal den Ball, doch stoppten unsere Löwen auch diesen Angriff und hatten selbst noch 15 Sekunden für ihren Angriff. Den brachten sie aber nicht im Korb unter und so ging es in die zweite Verlängerung.

Unsere Löwen um ihre beiden Topscorer Pierre und Groselle vergaben ihre ersten beiden Würfe. Aber bei den müden Braunschweigern wanderte der Ball kaum noch durch die eigenen Reihen. Die Göttinger hingegen ließen das Spielgerät laufen. Dadurch erspielten sie sich gute Chancen, die sie nutzten und nach zwei Minuten in dieser zweiten Overtime mit 104:98 vorne lagen. Erneut Auszeit Frank Menz. Auf die kamen die Löwen über eine verbesserte Ballbewegung wieder auf einen Punkt heran (103:104). Und dann wäre ihnen fast ein weiterer Stopp gelungen. Aber nur fast. Denn mit Ablauf der Wurfuhr versenkte Alex Ruoff eiskalt einen Dreier. Geoffrey Groselle legte zwar sofort zum 105:107 nach, doch pfiffen die Schiedsrichter im Anschluss daran ein Löwen-Foul in Wurfaktion. Da der Wurf fiel und es noch einen Freiwurf zum 110:105 für die BG obendrauf gab, war damit 43 Sekunden vor dem Ende das Spiel quasi entschieden – zumal die Löwen erst 31 Sekunden später wieder einen Korb machten.

Viertel im Überblick: 26:28, 19:19, 22:19, 18:19, 13:13, 9:16;

Trainerstimmen zum Spiel:

Frank Menz (Basketball Löwen Braunschweig): Das war ein spannendes Derby und ein knappes, enges Spiel. Für uns war es jetzt das dritte Spiel, das wir so knapp verloren haben und indem wir uns nicht für die gute Leistung belohnt haben. Aber wir sind zufrieden mit unserer Saisonleistung. Wir haben unsere Ziele mehr als erfüllt. Überragend auf unserer Seite waren heute Dyshawn Pierre und Geoffrey Groselle, die beide mehr als 30 Punkte erzielt haben. Am Ende war unsere Rotation nicht ganz so tief, wie die der Göttinger. Das hat sicherlich den Unterschied gemacht.

Johan Roijakkers (BG Göttingen): Heute hatte das Spiel mehr mit Offense als mit Defense zu tun. Für die Fans war es sicherlich schön, im Derby auch noch zwei Verlängerungen zu sehen. Wir wollten eigentlich etwas anders spielen, aber bei so einem Spiel ist es schwer, die Konzentration hoch zu halten. Wir sind aber dennoch sehr zufrieden. Es war ein tolles Jahr, eine tolle Leistung dieser Mannschaft. Wir haben viel mehr erreicht, als wir für möglich gehalten haben. Großes Kompliment an mein Team.

Basketball Löwen Braunschweig:
Ebert,Figge 5, Theis, Klepeisz 14 (6 Assists), Alte n.e., Schwartz 2 (5 Assists), Pierre 31 (10 Rebounds, 4 Assists), Guyton 18 (9 Assists), Simon, Groselle 33 (10 Rebounds), Boykin 4.

BG Göttingen: Williams 9, Veikalas 14, Ruoff 28 (11 Rebounds, 6 Assists), Spohr 3, Carter 11 (5 Rebounds), Schwarz, Mönninghoff 12, Waleskowski 11 (6 Rebounds), Sanders 18 (8 Rebounds, 9 Assists), Eatherton 8 (6 Rebounds), Grüttner n.e., Menzel n.e..

Boxscore zum Spiel


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