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"Ich musste nur einmal die Chance bekommen, mich auf diesem Niveau zu beweisen", sagt "Dre" Lansdowne, der vor zwei Jahren noch in der ProB spielte und jetzt bei uns ein Leistungsträger ist. Foto: Robert Kagelmann

DeAndre Lansdowne: „Als Mitspieler musst du immer positiv sein“

23.11.2017

Wir haben uns DeAndre Lansdowne zum Interview geschnappt und mit dem sympathischen Guard u.a. über den bisherigen Saisonverlauf, die Teamchemie und seine Leistungen gesprochen...


Dre, vergangenen Samstag habt ihr in Göttingen im Derby einen wichtigen Sieg eingefahren, den du in den sozialen Medien ausgiebig gefeiert hast. War das ein besonderer Erfolg für euch?

Auf jeden Fall! Wir wussten, wie wichtig dieses Spiel und ein Erfolg für alle Leute in der Organisation, für unsere Fans und die Stadt sind. Solche Derbyspiele oder „rival games“, wie wir in den USA sagen, haben einen speziellen Reiz. Außerdem war dieser Sieg sehr wichtig für uns, da wir einen direkten Konkurrenten in der BBL geschlagen haben.

Und ihr konntet mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause gehen.

Obwohl das ein dreckiger, erkämpfter Sieg war, gerade was das vierte Viertel betrifft, gehen wir mit einem guten Gefühl in die kurze Pause. Die müssen wir nun nutzen, um die bisherigen Spiele zu analysieren und zu schauen. Wir müssen gucken, was wir in Zukunft verbessern können, dsamit wir bestens vorbereitet in das nächste schwere Spiel gegen eine starke Oldenburger Mannschaft gehen können.

Nach zehn Spielen habt ihr nun vier Siege auf der Habenseite. Wie bewertest du eure Saison zum jetzigen Zeitpunkt?

Wir sind nicht ganz zufrieden, denn gerade zu Hause hatten wir einige enge Partien, die wir aus unserer Sicht hätten gewinnen müssen. Ich denke, dass wir in der Mitte einer Reihe von Teams sind, von denen wir die über uns stehenden Teams schlagen können und die unter uns schlagen müssen. Nach dem Spiel gegen Oldenburg haben wir Spiele gegen den MBC, Gießen und Tübingen, in denen wir die Chance haben, unsere Siegesbilanz auszugleichen. Wir sind definitiv auf dem richtigen Weg.

Und der Klassenerhalt bleibt weiterhin das primäre Saisonziel?

Für die Coaches, das Front- und das Back-Office ist das definitiv das Ziel. Für uns Spieler ist es nie nur das Ziel in der Liga zu bleiben, wir wollen immer das Maximum erreichen. Als Basketballer möchtest du keine niedrigen Ziele haben, du solltest immer nach dem Höchsten streben. Du musst nur daran glauben.

Wie entscheidend ist dafür die Teamchemie, die in diesem Jahr wieder harmonisch zu sein scheint? Nach dem vierten vergebenen Freiwurf hast du Zygi [Janavicius] am Samstag beispielsweise in den Arm genommen.

Das Team ist im Sommer neu zusammengestellt worden, also gewöhnen wir uns in gewisser Weise immer noch aneinander. Du musst dich daran gewöhnen, wie deine Mitspieler in bestimmten Situationen reagieren, wie sie sich auf dem Spielfeld verhalten und bewegen. Das braucht Zeit, aber wir haben eine tolle Gruppe beisammen.

Zygi ist zum Beispiel ein sehr emotionaler Spieler und in dieser Szene wollte ich ihm zeigen, dass wir unabhängig davon, ob er in dieser Situation alle oder keinen Wurf trifft, wir als Team immer hinter ihm stehen. Als Mitspieler musst du immer positiv zu deinen Kollegen sein, ich sagte ihm in diesem Moment: „Dann holen wir uns eben den Stop in der Defense!“

Du legst im Schnitt 12,4 Punkte auf und triffst den Dreier mit einem Career-High von 45 Prozent. Bisher könnte die Saison kaum besser laufen für dich, oder?

Es läuft gut, aber ich denke, dass ich immer noch viel Luft nach oben habe. Mein Scoring kann sicher besser sein, aber ich gebe dem Team das, was es braucht. An einem Tag benötigt es meine Punkte, an einem anderen meine Defense. Letzten Endes ist es wichtig, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind.

Was meine Dreierquote betrifft: Viele sehen mich nur als einen Driver an, der häufig den Korb attackiert. Vielleicht werde ich auch deshalb so speziell verteidigt und meine Quote ist derart hoch. Allerdings habe ich mich immer auch als guten Schützen gesehen, ich habe nur noch nie so häufig geworfen. Und aktuell steigt mit jedem Dreier das Selbstvertrauen in meinen Wurf. Nicht nur das eigene, sondern auch das der Coaches und Mitspieler, die mich in guten Situationen finden und offene Würfe für mich kreieren.

Hast du erwartet, dich zu diesem Zeitpunkt der Saison schon so gut auf BBL-Niveau zu bewegen?

Offen gesagt: ja. Einige Kumpels, die auf höherem Niveau in Italien und Spanien spielen, waren immer der Überzeugung, dass ich auf einem sehr hohen Level Basketball spielen kann. Und es muss einen Grund geben, dass ich jetzt dort stehe, wo ich stehe. Mein Spielverständnis und meine Geschwindigkeit waren auch in den letzten Jahren gut. Ich musste nur einmal die Chance bekommen, mich auf diesem Niveau zu beweisen. Aber klar, es gibt immer noch Dinge, die ich auf jedem Level lernen muss.

Durch die aktuelle Länderspielpause habt ihr die Möglichkeit, zum ersten Mal in dieser Spielzeit kurz durchzuatmen und die Akkus wieder aufzuladen. Hast du für diese Tage etwas Spezielles geplant?

Natürlich werde ich mir Zeit nehmen, um zu regenerieren und etwas durchzuschnaufen. Dann werde ich aber auch schnell zurück ins Fitnessstudio, um beispielsweise weiter an der Kräftigung meines Körpers zu arbeiten und eben an den Details, für die man sonst nicht unbedingt die nötige Zeit hat.

Am Wochenende fahre ich dann nach Herten, wo für mich in Deutschland basketballerisch alles begann. Dort treffe ich Freunde, ehemalige Mitspieler und Coaches, schaue mir ein Spiel an. Das ist so ein bisschen wie nach Hause zu kommen

Vielen Dank.


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