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Bryon Allen erzielte 22 Punkte und war Löwen-Topscorer. Foto: Swen Pförtner

Nach intensivem Kampf: Löwen verlieren Derby knapp mit 76:79

15.11.2020

Unsere Löwen Braunschweig sind am Samstagabend zu ihrem ersten Auswärtsspiel der Saison bei der BG Göttingen angetreten und mussten sich dort nach einem intensivem Derby knapp mit 76:79 (45:40) geschlagen geben. Diese Niederlage dürfte insbesondere deshalb weh tun, weil die Löwen mit viel Einsatz und Willen spielten und sie von der 13. bis zur 37. Minute - mit Ausnahme eines Gleichstandes - immer vorne gelegen und zwischenzeitlich sogar schon mit zehn Punkten geführt (47:57) hatten. Zudem hatten sie die Rebounds dominiert, sich insgesamt 17 Abpraller am offensiven Brett gesichert und 19 Feldwürfe mehr als der Gegner erarbeitet. Allerdings machte ihnen die BG-Achse um Tai Odiase (19 Punkte) und Luke Nelson (21 Punkte, 9 Assists) das gesamte Spiel über zu schaffen und letztgenannter war es dann auch, der acht Sekunden vor dem Ende einen schweren Dreier zum 78:76 für Göttingen traf. Zwar bekamen unsere Löwen noch die Chance, das Spiel für sich zu entscheiden, hatten aber kein Wurfglück. Bryon Allen avancierte mit 22 Punkten zum Braunschweiger Topscorer, gefolgt vom agilen und kämpferischen Karim Jallow mit 19 Zählern.


Es war von Beginn an eine intensive und unterhaltsame Partie. Die Löwen spielten mit vollem Einsatz - allen voran Karim Jallow. Der Kapitän und seine Kollegen gingen gefühlt jedem Ball hinterher und holten sich schon im ersten Viertel starke sechs Offensiv-Rebounds. Leider belohnten sie sich etwas zu wenig für ihr Engagement und trafen nur 6 von 15 Zweiern. Richtig heiß war jedoch Bryon Allen, der nach zehn Spielminuten bereits zehn Punkte auf seinem Konto verbuchte. Einen 22:19-Rückstand nach dem ersten Viertel konnte der Löwen-Guard aber nicht verhindern.

Die Strobl-Mannschaft brauchte aber nicht lange, bis sie wieder vorne lag. Das hatte neben der guten Reboundarbeit weitere Gründe, wie zum Beispiel die Verteidigung. Die war jetzt griffiger und forcierte im zweiten Viertel sieben Göttinger Ballverluste. Zudem drehte Kostja Mushidi auf und erzielte binnen drei Minuten neun Punkte. Die Löwen spielten insgesamt mit mehr Dampf, zogen viel zum Korb und bekamen in diesem Viertel neun Freiwürfe zugesprochen. Dabei setzten die Löwen immer wieder ihre individuellen Stärken und Eins-gegen-Eins-Qualitäten ein, wenngleich das Teamplay im Gegenzug etwas zu kurz kam. Aber: Hätten unsere Löwen BG-Center Tai Odiase besser in den Griff und kurz vor der Halbzeit nicht noch ein unsportliches Foul gegen sich bekommen, dann wäre ihre Führung nach 20 Minuten wohl höher als nur mit fünf Punkten (40:45) ausgefallen.

An einem größeren Vorsprung arbeiteten Lukas Meisner & Co. dann zielstrebig in den ersten Minuten nach der Pause. Unsere Löwen spielten fokussiert und lagen in der 24. Minute erstmals zweistellig vorne (47:57). Danach wurde ihr Spiel aber fahrig und damit auch fehlerbehafteter. Sie verloren den Ball, trafen ein paar Würfe nicht und hatten generell Probleme, das Duo Odiase-Nelson zu stoppen. In der 28. Minute trafen die Göttinger zum Ausgleich, bis zum Viertelende hatten die Löwen die Nase aber wieder knapp mit 59:63 vorne.

Und so kam es zu einem umkämpften letzten Viertel, in dem unsere Löwen trotz sinkender Trefferquote weiterhin lange Zeit führten. James Robinson hatte in der 36. Minute noch das 66:71 erzielt, ehe Göttingens Aubrey Dawkins zwei Dreier zum Führungswechsel verwandelte (72:71, 37. Minute). Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Zuerst traf Allen einen Dreier, darauf folgte die Antwort von Odiase per Korbleger und dann ein starker Drive von Jallow zum 75:76 bei noch einer Minute Spielzeit. Nach je einem Fehlwurf war es schließlich Luke Nelson, der einen gut verteidigten Dreier zur 78:76-Führung der BG traf. Zwar hatte Bryon Allen anschließend noch die Chance, den Sieg zu holen - aber sein Wurf verfehlte das Ziel.

Trainerstimmen zum Spiel:

Pete Strobl (Basketball Löwen Braunschweig): „Es war ein sehr enges Spiel, beide Mannschaften haben sehr hart gekämpft. Wir sind natürlich enttäuscht. Wir sind eine sehr junge Mannschaft. Wir lernen noch sehr, sehr viel. Im Training haben wir an vielen Dingen gearbeitet. Das hat heute viel besser als vorige Woche funktioniert, insbesondere die Verteidigung. Am Ende haben wir ein paar Dinge nicht gemacht, die wir hätten machen müssen. Wir haben nicht gefoult. Deswegen haben sie ein bisschen mehr Energie und diesen Push am Ende gehabt. Trotzdem hatten wir am Ende eine Chance und haben einen guten Wurf kreiert. Der ist leider nicht reingegangen so wie der von Luke Nelson. Wir müssen weiter zusammenwachsen mit unserer neuen Truppe.“

Roel Moors (BG Göttingen): „Ich bin heute sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir brauchten eine Reaktion auf das schwache Spiel am vergangenen Wochenende. Heute haben wir viel mehr Energie gezeigt gegen einen starken Gegner mit vielen offensiven Qualitäten. Wir haben defensiv wirklich gut zusammengespielt. In der ersten Halbzeit hatten wir zu viele Ballverluste und haben zu viele zweite Chancen zugelassen. Aber ich bin sehr zufrieden mit unserem Einsatz – wir haben bis zum Ende gekämpft.“

Basketball Löwen: Wank, Koné, Zeeb, van Slooten, Allen 22, Meisner 5 (6 Rebounds), Robinson 10 (5 Assists), Mushidi 11, Göttsche n.e., Peterka 4,  Schilling 5 (6 Rebounds), Jallow 19 (8 Rebounds, 3 Assists).

BG Göttingen: Weidemann 7, Nelson 21 (9 Assists), Gutiérrez 9 (5 Rebounds), Vargas, Kramer, Omuvwie 2, Odiase 19, Mönninghoff, Kamp 6, Dawkins 10, Robinson Jr. 5 (3 Assists), Turudic n.e..


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