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Trevor Releford zeigte mit 22 Punkten eine starke Leistung. Foto: Andreas Bez

Eatherton und Releford führen Löwen zum Auswärtssieg

08.03.2020

Mit 95:89 (51:49) haben unsere Löwen am Samstagabend auswärts beim SYNTAINICS MBC gewonnen und damit ihren neunten Saisonsieg geholt. Die Gastgeber, die erstmals unter ihrem neuen Headcoach Silvano Poropat aufliefen und um den Klassenerhalt kämpfen, waren der erwartet schwere Gegner. „Wie erwartet, war es eine Schlacht“, sagte Löwen-Trainer Pete Strobl nach dem Spiel, in dem seine Mannschaft sich mehrfach deutliche Führungen erspielt hatte, unter anderem im zweiten Viertel (40:28). Aber die Wölfe kämpften sich auch ohne ihren kranken Topscorer Andrew Warren immer wieder zurück, konnten allerdings nach der Halbzeitpause keinen Führungswechsel mehr herbeiführen. Da wurde es zwar im letzten Viertel noch einmal richtig eng (82:80, 34. Minute), doch behielten die Löwen um den unaufhaltsamen Scott Eatherton (28 Punkte, 11 Rebounds) und den alter Wirkungsstätte ebenfalls stark aufspielenden Trevor Releford (22 Punkte, 6 Assists) die Nerven. Sie entschieden die Partie – auch aufgrund einer deutlich besseren Dreierquote – für sich.


Unsere Löwen erwischten einen guten Start, was auch an ihrer aufmerksamen Verteidigung lag. Dadurch bekamen sie Möglichkeiten für Schnellangriffe und schlossen diese vor allem über Trevor Releford mehrfach erfolgreich ab. So auch in der 6. Minute, als der Guard zum 21:12 für unsere Löwen traf und MBC-Coach Silvano Poropat eine Auszeit nahm. Der MBC zeigte darauf eine Reaktion – allen voran das Duo Jovan Novak und Joey Dorsey. Die beiden waren von den Löwen kaum zu stoppen und brachten ihr Team auf zwei Punkte heran (24:22). Allerdings profitierte der Gastgeber auch davon, dass die Löwen mehrere Freiwürfe (5/11) liegen ließen .

Das Strobl-Team ging aber trotzdem mit einer 27:24-Führung ins zweite Viertel und baute den Vorsprung wieder aus. Das lag zum einen an Scott Eatherton: Er erzielte sieben Punkte in den ersten Minuten des Viertels. Zum anderen war defensiv auch wieder mehr Zugriff da, die Wölfe hatten in vier Minuten nur zwei Zähler erzielt (37:26, 14. Minute). Als die Löwen dann durch Lukas Wank ihre bis hierhin höchste Führung erzielt hatten (40:28), griff Poropat erneut zur Auszeit. Und der MBC kam wieder zurück – weil die Löwen ein paar Fehler machten, aber vor allem, weil die Wölfe häufig zu leicht zu Körben in Brettnähe kamen. In der Zone erzielte der MBC in diesem Spielabschnitt 20 Punkte, unsere Löwen nach der anfänglichen Drangphase von Scott Eatherton hingegen nur acht. Dafür waren Tommy Klepeisz & Co. deutlich treffsicherer von der Dreierlinie (50 Prozent). So auch in den letzten Minuten bis zur Halbzeit, als der starke Trevor Releford zwei Mal aus der Distanz einnetzte und damit die 51:49-Führung nach 20 Minuten sicherte.

Nach der Pause blieb es lange Zeit enger. Karim Jallow, der in der ersten Halbzeit noch recht zurückhaltend agierte, war jetzt deutlich präsenter. Er punktete, holte Rebounds und führte die Löwen zum 66:59 nach 26 Minuten. In Korbnähe konnten er und sein Team die Wölfe zwar nach wie vor nur schwer stoppen, allerdings packten die Löwen hier selbst was drauf und trafen insgesamt auch etwas besser aus dem Feld (58% Löwen, 55% Wölfe). Entscheidend in diesem dritten Viertel war aber die Verteidigung. Auch hier war das Strobl-Team den Tick besser und ließ nur 19 gegnerische Zähler zu, während es selbst 27 Punkte machte. Das war zusammen mit insgesamt zwölf herausgeholten Freiwürfen ausschlaggebend für den 78:68-Vorsprung nach drei Vierteln.

Doch sicher war der Löwen-Sieg noch lange nicht. Denn der MBC hatte den besseren Start in die letzten zehn Minuten: Jovan Novak versenkte zwei Dreier in Folge und das beflügelte sein Team. Die Strobl-Mannschaft wiederum ließ in der Offensive die nötige Konsequenz vermissen. Die Folge: Sie lag in der 34. Minute nur noch mit zwei Punkten vorne (82:80). Löwen-Kapitän Tommy Klepeisz war in dieser Phase mit fünf Punkten zur Stelle und Lucca Staiger traf zudem einen wichtigen Dreier zum 90:85 (36. Minute). Das verschaffte den Löwen wieder etwas Luft und sollte auch reichen. Denn spätestens als der dominante Scott Eatherton 55 Sekunden vor dem Ende zum 94:87 getroffen hatte, war der Sieg endlich sicher.

Viertel aus Löwensicht: 27:24, 24:25, 27:19, 17:21;

Trainerstimmen zum Spiel:

Pete Strobl (Basketball Löwen Braunschweig):
„Wie erwartet, war es eine Schlacht. Wir haben gewusst, dass diese Mannschaft uns heute alles entgegenwerfen und kämpfen würde und das haben sie auch gemacht. Unser Hauptfokus lag darauf, dem Gegner den Dreipunktewurf wegzunehmen, das haben wir auch gut gemeistert. Am Ende hatten wir den Siegeswillen. Außerdem war es eine sehr gute Performance von Trevor Releford und, wie immer, von Scott Eatherton. Aber es war eine Teamleistung und ich bin sehr stolz auf die Jungs. Wir müssen jetzt dennoch weiter arbeiten, denn noch läuft nicht alles perfekt. Trotzdem sind wir froh, hier heute in dieser schwierigen Situation gewonnen zu haben.“

Silvano Poropat (SYNTAINICS MBC): „Zuerst möchte ich Braunschweig zum verdienten Sieg gratulieren. Braunschweig hat genau das gespielt, was sie auszeichnet und was wir erwartet haben - angeführt von Releford in der ersten Halbzeit, Eatherton das ganze Spiel und Klepeisz am Ende. Mit den individuellen Leistungen von diesen drei Spielern haben sie den Unterschied ausgemacht. Dass dreieinhalb Wochen kein Spiel war, konnte man in den ersten fünf/sechs Minuten merken. Ich denke, dass so etwas mit entscheidend sein kann im Playoff- oder im Abstiegskampf. Der andere Punkt ist: Andrew Warren hat uns schmerzlich gefehlt. Das merkt man an der Dreierausbeute. Wir haben diese eins, zwei Dreier vermisst - vor allem in der Endphase. Die Mannschaft hat nach diesen ersten fünf Minuten gut gekämpft. Das Spiel war dann ausgeglichen. Die nächste Sache ist: Wir haben gewusst, dass Braunschweig sehr aggressiv spielt und dass es viel Kontakt im Spiel geben wird. Das ist auch viel abseits des Balls passiert und wurde auch moniert. Ich hoffe, dass nicht nur wir Trainer uns die Spiele angucken, sondern die Liga dies auch macht. Ich habe den Schiedsrichter gefragt, ob ich ihn etwas fragen kann. Er hat mir klipp und klar „Nein“ gesagt. Das ist für mich nicht in Ordnung. Das kann auch anderen Mannschaften passieren. Ich habe mein technisches Foul bekommen, nachdem Garai Zeeb ganz klar abseits des Balls Jovan Novak gefoult hat und das nicht gepfiffen wurde. Du kannst nicht als Schiedsrichter sagen „Okay, jetzt hat er ihn vielleicht ein bisschen erwischt“. Das ist nicht in Ordnung.“

Basketball Löwen Braunschweig: Wank 7, Lyles 4, Zeeb 2, Staiger 3, Klepeisz 12 (5 Assists), Göttsche n.e., Marelja, Releford 22 (6 Assists), Lawson III 4, Hübner n.e., Jallow 13, Eatherton 28 (11 Rebounds, 3 Assists).

SYNTAINICS MBC: Micovic 4, Brembly 3, Krstanovic 2, Kerusch, Zylka n.e., Novak 19 (5 Rebounds, 8 Assists), Darden 16, Dorsey 18 (9 Rebounds), Kajami-Keane 17 (4 Assists), Turudic 10.

Statistik zum Spiel


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