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Karim Jallow ließ es mehrfach ordentlich krachen und zeigte seine Saisonbestleistung. Foto: SoulClap Media

26 Jallow-Punkte reichen nicht zum Sieg

29.02.2020

Unsere Löwen konnten nach der Länderspielpause nicht an ihre zuvor gezeigte gute Leistung bei ratiopharm ulm anknüpfen: Sie unterlagen am Freitagabend im Derby mit 87:91 (41:49) gegen die BG Göttingen, die sich in den vergangenen Wochen in bestechender Form präsentierte. Dabei sahen die 3.616 Zuschauer in der ausverkauften Volkswagen Halle eine erste Halbzeit, in der die Gäste trotz des krankheitsbedingten Ausfalls von Alex Ruoff (grippaler Infekt) einen besseren Spielfluss hatten und wacher waren. Folgerichtig lagen unsere Löwen, die im Rebound insgesamt unterlegen waren und schlecht aus der Distanz trafen, zur Halbzeit mit acht Punkten zurück. Nach der Pause investierte die Mannschaft von Pete Strobl mehr in die Defensive und kam im letzten Viertel trotz des bereits ausgeschiedenen Scott Eatherton (5. Foul) bis auf zwei Punkte heran. Daran hatte Karim Jallow maßgeblichen Anteil, der mit 26 Punkten seine Saisonbestleistung zeigte und mitunter sogar auf der Position fünf spielte. Zum Sieg hat es aber nicht gereicht, weil die Göttinger die richtigen Antworten hatten und an der Freiwurflinie die Nerven behielten.


Die Anfangsphase war ausgeglichen, was sieben Führungswechsel in den ersten sieben Minuten belegen. Aber die Göttinger wirkten griffiger und das zeigte sich unter anderem im Reboundverhalten. Sieben Offensiv-Rebounds schnappten sich die Gäste im ersten Viertel, so viele hatten die Löwen nach zehn Minuten insgesamt eingesammelt. „Heute waren wir weder konzentriert, noch konsequent genug“, sagte Pete Strobl, bei dessen Team es auch nicht von der Dreierlinie lief: 0 Prozent Trefferquote standen hier zu Buche. Allerdings waren unsere Löwen dafür stark aus dem Zweierbereich, wo sie 70 Prozent der Würfe versenkten. Darunter waren auch tolle Highlights – Karim Jallow und Lukas Wank ließen es zwei Mal per Dunk krachen und begeisterten die Zuschauer.

Dennoch ging es mit einem knappen 17:19-Rückstand ins zweite Viertel und hier zogen die Gäste peu à peu davon. Das lag an zwei, drei erfolglosen Löwen-Angriffen und zwei unglücklichen Aktionen von Scott Eatherton, der die Göttinger Kyan Anderson und Elias Lasisi bei zwei Dreierversuchen foulte: Die verwandelten fünf ihrer sechs Freiwürfe zum 20:28 aus Löwensicht. Offensiv fanden unsere Löwen dann besser ins Spiel, sie trafen in diesem Viertel auch vier Dreier. Allerdings konnten sie die Göttinger zu selten stoppen. Vor allem Adam Waleskowski stellte sie in Korbnähe vor Probleme. Der erfahrene Big Man wurde immer wieder gut in Szene gesetzt und sorgte nach einem Dreier von Tommy Klepeisz (35:41) dafür, dass die Löwen bis zur Halbzeit wieder mit acht Punkten hinten lagen (41:49).

Der Rückstand wuchs mit Beginn der zweiten Spielhälfte zunächst weiter an, war nach einem Dreier von Anderson erstmals zweistellig (41:53). Aber unsere Löwen um den starken Karim Jallow spielten jetzt mit höherer defensiver Intensität. Dadurch kassierten sie zwar schnell Fouls, erarbeiteten sich aber auch Stopps. Auf diese Weise kämpften sie sich auf 49:55 heran, fingen sich dann allerdings einen trockenen Göttinger Dreier. Das dritte Viertel ging dennoch mit 18:16 an die Löwen, die Scott Eatherton etwas besser ins Spiel bekamen. Ein Wermutstropfen war allerdings, dass der Center in der 26. Minute bereits sein 4. Foul kassierte. Und das sollte bald weh tun.

Doch zuerst sorgte Scott Eatherton mit einem Dunk und Freiwurf dafür, dass sein Team anfangs des letzten Viertels auf 62:65 an den Göttingern dran war. Nur 20 Sekunden später schied unser Topscorer mit dem 5. Foul aus. Pete Strobl stellte Karim Jallow daraufhin auf die Center-Position und ließ ihn zusammen mit vier Guards spielen. Mit diesem „small ball“ blieben die Löwen an den Gästen dran, bei denen Center Dylan Osetkowski kurz darauf auch mit dem 5. Foul auf die Bank musste. Und das nutzte Jallow aus. Der Forward war Dreh- und Angelpunkt im Löwenspiel. Er ging voran, zog immer wieder zum Korb und Fouls. Acht Freiwürfe bekam er im letzten Viertel zugesprochen, in dem er insgesamt zwölf Punkte erzielte. Neben Karim Jallow steuerte auch Kapitän Tommy Klepeisz wichtige Zähler bei. Aber das reichte nicht gegen diese guten Göttinger, die sich in den vergangenen Wochen viel Selbstvertrauen erspielt haben und mit entsprechender Selbstsicherheit die richtigen Antworten zur richtigen Zeit fanden. Wie zum Beispiel Kyan Anderson, der 2,5 Minuten vor dem Ende beim Stand von 79:81 eiskalt einen Dreier verwandelte und dann an der Freiwurflinie für die Entscheidung sorgte.

Viertel aus Löwensicht: 17:19, 24:30, 18:16, 28:26;

Trainerstimmen zum Spiel:

Pete Strobl (Basketball Löwen Braunschweig): „Wir sind nicht so in das Spiel gestartet, wie wir uns das vorgenommen hatten. Heute waren wir weder konzentriert, noch konsequent genug. Wir müssen mit Herz, Ehrgeiz und einer Kämpfer-Mentalität spielen. Ein Spiel so knapp zu verlieren, tut mir persönlich sehr leid für unsere Zuschauer, sie haben mehr verdient. Wir haben sehr schlecht getroffen und auch das Duell um die Rebounds, welches sonst eine Stärke von uns ist, konnten wir heute nicht für uns entscheiden. Ich hatte das Gefühl, dass Göttingen so früh wie möglich Scott Eatherton aus dem Spiel nehmen wollte. Es gab Szenen, in denen mit sehr viel Kontakt gegen ihn gearbeitet wurde. Scott stand für uns heute nur 21 Minuten auf dem Feld und das tut uns natürlich weh. Gratulation an Coach Roijakkers und seine Mannschaft. Auch wenn wir enttäuscht sind werden wir den Kopf nicht hängen lassen, denn für uns ist jetzt jedes Spiel enorm wichtig.“

Johan Roijakkers (BG Göttingen): „Herzlichen Glückwunsch an meine Mannschaft und vielen Dank an die zahlreich mitgereisten Fans, die uns heute großartig unterstützt haben. Es war ein sehr schönes Spiel für uns. Alex Ruoff hat uns heute gefehlt, das war auch der Grund dafür, dass wir mit sehr vielen verschiedenen Aufstellungen gespielt haben. Kyan und Bennet standen zusammen auf dem Parkett, dies war schon länger nicht mehr der Fall. Außerdem hat Adam Waleskowski heute das erste Mal auf der Vier gespielt. Dadurch war es schwer heute, die passende Aufstellung zu finden. Aber mein Team hat einen sehr guten Job gemacht. Der Sieg gegen eine Playoff-Mannschaft tut uns doppelt gut und ist wichtig für den Klassenerhalt.“

Basketball Löwen Braunschweig: Wank 3 (6 Rebounds), Lyles 11, Zeeb, Staiger 5, Klepeisz 14, Göttsche n.e., Marelja, Releford 11 (3 Assists), Lawson III 2, Hübner n.e., Jallow 26 (7 Rebounds, 4 Assists), Eatherton 15 (6 Rebounds).

BG Göttingen: Lockhart 13 (4 Assists), Anderson 23 (5 Assists), Lasisi 12 (9 Rebounds), Kramer, Omuvwie, Andric 5, Mönninghoff, Waleskowski 12, Osetkowski 10, Allen 9, Hundt 7, Bryant n.e..


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