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Trevor Releford zeigte ein starkes drittes Viertel. Foto: Ochsenfoto

89:95 in Bayreuth: „Wir müssen aus dieser Niederlage lernen“

10.11.2019

Ohne den erkrankten Kostja Mushidi (Magen-Darm-Virus) haben unsere Löwen am heutigen Sonntag auswärts mit 89:95 (33:49) bei medi bayreuth verloren. Das Team von Pete Strobl hatte in den ersten beiden Vierteln offensiv und defensiv wenig Rhythmus und lag zur Halbzeit bereits mit 16 Punkten zurück. Der Löwen-Headcoach räumte nach dem Spiel ein, dass die Bayreuther verdient gewonnen hätten. „Sie haben als Mannschaft definitiv besser zusammengespielt als wir. Besonders in der ersten Halbzeit waren wir nicht konsequent genug“, sagte Strobl, dessen Team mit Beginn des dritten Viertels allerdings wie ausgewechselt spielte und einen 13:1-Lauf hinlegte. Allerdings gelang es den Löwen in der intensiven und teils hitzigen Partie trotz starker sieben Dreier im letzten Viertel nicht, noch einmal in Führung zu gehen und mussten somit die zweite Niederlage dieser easyCredit BBL-Saison hinnehmen. Joe Lawson und „Tommy“ Klepeisz stachen bei den Löwen mit je 19 Punkten heraus, für Bayreuth zeigte Evan Bruinsma mit 23 Punkten eine starke Leistung.


Die Partie verlief im ersten Viertel lange Zeit ausgeglichen. Beide Teams waren zunächst vornehmlich aus dem Zweipunktebereich erfolgreich und trafen hier bei guten Quoten. Allerdings hatten die Löwen offensiv insgesamt wenig Spielfluss, sie punkteten vornehmlich aus Einzelaktionen und hatten auch im Rebound – einer ihrer Stärken – knapp das Nachsehen. Dennoch war es bis zur 7. Minute eng: Da lag das Strobl-Team nur mit 13:15 hinten, fing sich dann allerdings einen 7:0-Lauf der Gastgeber ein, die zum Ende des 1. Viertels auch zwei Dreier versenkten und mit 25:16 führten.

Aber der Start in den zweiten Spielabschnitt machte kurzzeitig Mut: Aleksandar Marelja traf den ersten Löwen-Dreier der Partie (19:25). Doch angefeuert von den Heimfans folgte der Konter durch Bayreuths Bastian Doreth, der das Strobl-Team erstmals zweistellig ins Hintertreffen brachte (19:30, 12. Minute). Die Löwen hatten vor allem defensiv Probleme, die Korner-Mannschaft zu stoppen. Die traf in diesem Viertel vier Dreier, von denen der starke Evan Bruinsma einen in der 14. Minute zum 20:35 aus Löwensicht einnetzte. Diesem Rückstand liefen die Löwen bis zur Halbzeit hinterher, die zudem auch kaum ihren Big Man Scott Eatherton ins Spiel bekamen.

Beim Stand von 33:49 kehrten die Teams aus der Pause zurück und die Löwen waren plötzlich wesentlich präsenter. Sie waren defensiv griffiger, spielten eine Zonenverteidigung, mit der die Gastgeber Schwierigkeiten hatten: Der jetzt auffällige Trevor Releford & Co. forcierten fünf Bayreuther Ballverluste in Folge und waren nach einem 13:1-Lauf auf 46:50 dran. Die Hausherren fingen sich aber etwas und blieben vorne. Das lag maßgeblich daran, dass sie in diesem 3. Viertel elf Fouls zogen und 14 Freiwürfe erhielten, von denen sie neun trafen. Dennoch entschieden die Löwen dieses Viertel klar mit 26:16 für sich und lagen nach 30 Minuten nur noch mit 59:64 hinten.

Dieser Rückstand blieb allerdings zunächst nahezu unverändert. Zwar knabberten unsere Löwen immer wieder etwas ab, doch legten die Bayreuther sofort nach. So wurde zum Beispiel aus einem 62:67 schnell ein 63:72. Und dennoch gab unser Team nicht auf, sondern drehte ab der 35. Minute in Person von Tommy Klepeisz und Joe Lawson von der 6,75-Meterlinie auf. Insgesamt sieben Dreier versenkten die beiden, Tommy Klepeisz traf u.a. einen zum 73:77 und Joe Lawson zwei in Folge zum 81:84 (38. Minute). Das Spiel hätte trotz hoher Foulbelastung der Löwen kippen können, wenn das Korner-Team nicht sogenannte „Big plays“ gemacht hätte. So traf James Woodard 61 Sekunden vor dem Ende einen eng verteidigten Dreier mit letzter Sekunde zum 84:90 und das konnten die Löwen schließlich nicht mehr aufholen.

Viertel aus Löwensicht: 16:25, 17:24, 26:16, 30:30;

Trainerstimmen zum Spiel:

Pete Strobl (Basketball Löwen Braunschweig):
„Zunächst herzlichen Glückwunsch an Raoul Korner und seine Mannschaft zum verdienten Sieg. Sie haben als Mannschaft definitiv besser zusammengespielt als wir. Besonders in der ersten Halbzeit waren wir nicht konsequent genug. Als junge Mannschaft müssen wir lernen, dass es auswärts schwer ist, einen Sieg einzufahren. Das muss man aber erst lernen und nicht als selbstverständlich erachten, dass dieser Sieg einfach so passiert, sowas muss man sich hart erarbeiten. Unsere Mentalität und die Arbeitsmoral in der kompletten Woche über war gut. Jetzt sind wir jedoch schwer enttäuscht, dass wir die Partie verloren haben, besonders weil wir der Meinung waren, dass wir hier gewinnen können. Wir müssen aus dieser Niederlage lernen.“

Raoul Korner (medi bayreuth): „Danke für die Glückwünsche, die ich direkt an meine Mannschaft weitergeben möchte. Es war ein wichtiger und schöner Sieg für uns, der unseren Aufwärtstrend noch einmal ganz klar untermauert. Wir hatten drei Schlüssel für das Spiel heute ausgegeben: Nummer 1: Die Energie von Braunschweig zu matchen - Man sah bereits von Beginn an, dass die meisten Loseballs fast ausschließlich an uns gingen. Das war von Anfang an bereits ein gutes Signal. Nummer 2: Rebounding - Wir haben das Reboundduell, wenn auch knapp, für uns entschieden. Am Ende der Partie hatten wir mehr Rebounds als der Gegner. Punkt 3: Die Zone – Diese wollten wir eng und dicht machen, um den harten Zug der Braunschweiger zum Korb zu stoppen. Das ist uns im Halbfeld exzellent gelungen, im Ganzfeld weniger. Wir sprachen sogar in der Kabine darüber, dass Braunschweig wahrscheinlich die Zone auspacken wird und haben das erste Mal in dieser Saison gegen diese Form der Verteidigung längere Zeit gespielt und sind ins Stolpern gekommen, indem wir den Ball nicht mehr bewegt und Fehler gemacht haben. Dadurch musste Braunschweig nicht mehr ins Halbfeld in der Offensive, sondern konnte aus dem kompletten Feld attackieren und kam schließlich ins Laufen. Hut ab, dass sich die Mannschaft mit so viel Energie zurück ins Spiel gekämpft hat, aber wir hatten dann die Big Plays auf unserer Seite. Es waren am Ende einige Kleinigkeiten, die den Ausschlag ergaben und das Spiel nicht komplett kippen ließen und ich bin sehr froh, dass wir es geschafft haben. In diesem Sinne noch einmal Glückwunsch an meine Mannschaft und alles Gute an Braunschweig, die, so denke ich, auf einem sehr guten Weg sind.“

Basketball Löwen Braunschweig: Wank 5, Zeeb 2, Pwono, Klepeisz 19, Göttsche n.e., Marelja 8, Releford 14 (5 Rebounds, 6 Assists), Lawson III 19 (3 Ballgewinne), Jallow 11, Eatherton 11 (8 Rebounds, 3 Assists, 3 Ballgewinne), Lagerpusch n.e..

medi bayreuth: Robinson 8 (4 Assists), Woodard 15 (5 Rebounds, 4 Assists), Doreth 8 (5 Rebounds), Seiferth 13 (7 Rebounds), Meisner, Alford 8, Travis 9, Raffington n.e., Bruinsma 23, Linhart 11 (7 Rebounds, 4 Assists), Grüttner Bacoul n.e..

Statistik zum Spiel


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