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Dennis Nawrocki machte ein starkes Spiel und gab dem Team vor allem wichtige defensive Impulse. Foto: Andreas Bez

„Sind an unseren Nerven gescheitert“

04.05.2019

In der erwartet schweren Partie gegen den um den Klassenerhalt kämpfenden Mitteldeutschen BC haben unsere Löwen am Samstagabend wieder knapp verloren. Sie unterlagen den „Wölfen“ mit 81:84 (39:44) und haben dadurch einen Rückschlag im Rennen um einen Playoff-Platz hinnehmen müssen. „Ich glaube, das war eine unserer schlechtesten Leistungen, die wir bisher gezeigt haben. Wir waren heute überfordert mit einer Favoritenrolle“, sagte unser Headcoach Frank Menz nach der Partie, in die seine Mannschaft nervös sowie ohne offensiven wie defensiven Zugriff gestartet war und nach dem ersten Viertel bereits mit 18:31 zurücklag. Zwar kämpften sich unsere Löwen trotz eines gebrauchten Tages ihres besten Scorers DeAndre Lansdowne (2/14 Würfe aus dem Feld) über eine bessere Verteidigung zurück und hatten sich im dritten Viertel auch die erste Führung geholt. Doch trafen sie über das gesamte Spiel zu schlecht und machten insgesamt zu viele Fehler, was auch in der engen Schlussphase ausschlaggebend für die Niederlage war. Scott Eatherton avancierte mit 25 Punkten zum Löwen-Topscorer, während der überragende Tremmell Darden für den MBC auf 26 Punkte kam.


Wie es aufgrund der Tabellensituation zu erwarten war, kam der MBC mit viel Energie raus und das zeigte bei unseren Löwen Wirkung. „Ich habe uns selten so nervös gesehen wie in den ersten Minuten. Wir hatten einen schlechten Start und haben den MBC so ins Laufen gebracht“, sagte Frank Menz nach dem Spiel. Lediglich zwei von 16 Wurfversuchen trafen unsere Löwen, die aber auch defensiv keine Mittel fanden. Nach 6 Minuten lag das Menz-Team bereits mit 5:22 zurück, ehe Scott Eatherton & Co. von der Freiwurflinie aus besser ins Spiel fanden. 13 von 15 Freiwürfen trafen sie im 1. Viertel und weil ihnen jetzt auch ein paar Stopps gelangen, kamen sie auf 18:31 heran. 

Diesem Rückstand liefen unsere Löwen im zweiten Viertel zunächst weiter hinterher, bekamen aber defensiv einen besseren Zugriff. Dafür waren maßgeblich Shaquille Hines und Dennis Nawrocki verantwortlich, die mit viel Intensität spielten und dem Menz-Team einen Schub gaben: Nach einem Dunk von BJ Blake waren die Löwen auf zehn Punkte dran (28:38, 16. Minute). Und als Topscorer DeAndre Lansdowne in der 17. Minute seinen ersten Wurf traf, ging nochmal ein Ruck durch die Mannschaft. Hinten ließen die Löwen in den letzten drei Minuten bis zur Halbzeit nur noch zwei Punkte zu und vorne warf Scott Eatherton sie mit sieben Punkten in Folge auf 39:44 heran. 

Lediglich 13 Punkte hatten unsere Löwen im zweiten Viertel zugelassen. Und an diese gute Verteidigungsleistung knüpften sie nach der Pause an. Der MBC hatte erst nach fast drei Minuten den ersten Korb erzielt und in dieser Zeit hatte das Menz-Team ausgeglichen (44:44). Von nun an war die Partie stark umkämpft und eng. In der 27. Minute hatten unsere Löwen sich durch Shaquille Hines die erste Führung geholt (52:51). Aber sie machten immer wieder leichte Fehler, von Ballverlusten bis hin zu fehlendem Ausboxen, was der MBC zu Offensiv-Rebounds und Punkten nutzte. Und so ging es mit einem Rückstand von 57:60 ins letzte Viertel.

Hier holte Joe Rahon in den Anfangsminuten mit guten Offensiv-Aktionen das Momentum auf Löwenseite und warf unser Team zum 67:64. Weiter weg vom MBC kamen unsere Löwen in der engen Partie aber nicht. Sie legten vor, die Wölfe zogen nach. Zwei Minuten vor dem Ende führte das Menz-Team knapp mit 75:73, ehe eine Fehlerkette die Gastgeber auf die Siegerstraße brachte. Zuerst verlor DeAndre Lansdowne den Ball, dann kassierte Scott Eatherton ein Offensiv-Foul, ehe Shaquille Hines einen Korbleger vergab und gleich danach ein unsportliches Foul gegen sich gepfiffen bekam. Die Wölfe nutzten das angeführt vom starken Tremmell Darden zu einem 6:0-Lauf (75:79). Den Löwen blieben jetzt nur noch 17 Sekunden, in denen Thomas Klepeisz zwar noch zwei Dreier zum 81:82 traf. Aber Darden machte an der Freiwurflinie den Sack zu. 

Viertel aus Löwensicht: 18:31, 21:13, 18:16, 24:24;Trainerstimmen zum Spiel: 

Frank Menz (Basketball Löwen Braunschweig):„Glückwunsch an den MBC. Der Klassenerhalt scheint ja jetzt sehr wahrscheinlich zu sein. Ich glaube, das war eine unserer schlechtesten Leistungen, die wir bisher gezeigt haben. Wir waren heute überfordert mit einer Favoritenrolle, in die wir uns selbst gebracht haben. Ich habe uns selten so nervös gesehen wie in den ersten Minuten. Wir hatten einen schlechten Start und haben den MBC so ins Laufen gebracht. Da haben wir defensiv sowie offensiv nicht das gezeigt, was wir eigentlich können. Die Wurfleistung der Mannschaft war unterirdisch. Mit der Leistung, die wir gegen Bonn oder Bamberg gezeigt haben, hätten wir sicherlich gewinnen müssen. Großes Kompliment an Darden, er hat überragend gespielt. Er war der Top-Spieler auf dem Feld, blieb ruhig auch auf Grund seiner Euroleague Erfahrung. Am Ende waren es Kleinigkeiten, zwei Mal hinten nicht ausgeboxt, Moore und Farr holen beide Offensiv-Rebounds. Und wir sind heute an unseren Nerven gescheitert. Wir haben aber auch keinen Spieler, der Playoff-Erfahrung auf diesem Niveau hat. Auf Grund unserer Top-Leistung zuvor sind wir nun immer noch in der Lage, den achten Platz zu erreichen. Aber wenn wir so spielen wie heute, dann haben wir es nicht verdient, in die Playoffs zu kommen.“

Silvano Poropat (Mitteldeutscher BC): „Danke für die Glückwünsche, ich werde sie an das Team weiterleiten. Wir wollten den Sieg heute wirklich haben. Wir waren sehr gut vorbereitet und wussten, was auf uns zukommt. Ich muss sagen, dass Braunschweig eines der am härtesten spielenden Teams der Liga ist. Wir haben gedacht Frankfurt sei taff, aber Braunschweig war heute noch taffer. Durch das physische Spiel haben wir ein bisschen die Kontrolle verloren, die wir uns am Anfang herausgespielt hatten. Dann wurde die Partie zu einem Kampf. Beide Seiten haben gekämpft, waren manchmal verkrampft. Von unserer Seite hat die Qualität im Verlauf etwas nachgelassen. Wir wussten, was dieses Spiel für uns bedeutet und waren voll fokussiert. Wir wollten unbedingt gewinnen. Ich glaube, dass das am Ende der ausschlaggebende Grund war. Klar hat Tremmell mit seiner Erfahrung und Konzentration die Big Points gemacht. Wir sind froh ihn hier zu haben. Ich wünsche mir, dass wir auch die nächsten zwei Spiele konzentriert bleiben und im letzten Heimspiel gegen Bremerhaven eine noch heißere Atmosphäre gemeinsam mit den Fans kreieren. Wir wollen uns so verabschieden, wie wir es auch verdient haben. Ich denke, die gesamte MBC-Familie hat verdient, noch ein weiteres Jahr in der ersten Liga zu spielen.“

Basketball Löwen Braunschweig: Nawrocki 9, Blake 8 (5 Rebounds), Figge n.e., Lansdowne 5, Klepeisz 11 (6 Assists), Sengfelder 7 (6 Rebounds), Kovacevic n.e., Hines 6 (5 Rebounds, 5 geblockte Würfe), Rahon 8 (3 Assists), Hübner n.e., Eatherton 25 (7 Rebounds), Lagerpusch 2 (6 Rebounds).

Mitteldeutscher BC: Moore 5 (6 Rebounds), Farr 13 (9 Rebounds), Darden 26 (9 Rebounds), Brembly, Kerusch 2, Niedermanner n.e., Zylka n.e., Gille n.e., Releford 8 (4 Ballgewinne), Novak 12 (5 Assists), Warren 10 (4 Assists), Turudic 8.


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