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Kapitän Tommy Klepeisz zeigte mit 21 Punkten eine starke Leistung und war zusammen mit Scott Eatherton Topscorer. Foto: SoulClap Media

Wieder Verlängerung – dieses Mal ohne Erfolg

27.12.2019

Unseren Löwen ist es nicht gelungen, ihren hart erkämpften Sieg nach Verlängerung bei den FRAPORT SKYLINERS mit einem weiteren Erfolgserlebnis zu bestätigen. Vor ausverkaufter heimischer Kulisse in der Volkswagen Halle (3.686 Zuschauer) verloren sie am Freitagabend in einem physischen, spannenden und laut Gäste-Coach Tuomas Iisalo „verrückten Spiel“ mit 105:115 (48:49, 92:92) gegen die HAKRO Merlins Crailsheim und dabei ging es wieder in die Overtime. Bei weniger als drei Minuten verbleibender regulärer Spielzeit hatten unsere Löwen um die Topscorer Tommy Klepeisz und Scott Eatherton (je 21 Punkte) mit 88:82 geführt und der Sieg war damit schon greifbar nah. Doch waren es dann eigene Fehler, die in dieser Begegnung mit insgesamt 92 Freiwürfen und 68 Fouls in die Verlängerung führten. In dieser zogen die durch Fouls dezimierten und insgesamt Turnover-anfälligen (23) Löwen schließlich den Kürzeren und warten damit weiterhin auf den nächsten Heimsieg. Die nächste Chance dazu bekommt unser Team bereits am kommenden Montag (30.12.), wenn es die EWE Baskets Oldenburg zum letzten Heimspiel des Jahres 2019 in der Volkswagen Halle empfängt (Tip-Off: 19 Uhr).


In der physischen und foullastigen Partie hatten die Gäste den besseren Start und lagen schnell mit 7:2 vorne. Aber unsere Löwen kämpften sich ins Spiel und hatten in der 6. Minute die erste Führung geholt (13:12). Insgesamt war das Strobl-Team aus dem Zweierbereich richtig stark (5/5 Würfe) und zog viele Fouls. Die Löwen standen im ersten Viertel bereits 16 Mal an der Freiwurflinie und trafen von dort 13 Mal. Richtig absetzen konnten sie sich aber nicht – auch, weil die Merlins in wichtigen Phasen von der Dreierlinie erfolgreich waren.

Mit einem 26:22-Vorsprung gingen unsere Löwen ins zweite Viertel, in dem sie oft leicht den Weg ans Brett fanden und dort weiterhin sehr hochprozentig trafen (80 Prozent Zweierquote). Auf diese Weise hielten die Löwen um ihr starkes Duo Tommy Klepeisz und Scott Eatherton auch bis zur 16. Minute ihre Führung, die dann jedoch wechselte. Der Grund waren vermehrte „and ones“ sowie zweite Chancen für die Gäste in Kombination mit Löwen-Ballverlusten. Nach einem Dreier lagen die Crailsheimer mit 5 Punkten vorne (40:45). Scott Eatherton, der immer wieder gut in Szene gesetzt wurde und in diesem Viertel neun Punkte erzielte, stemmte sich dagegen und führte sein Team wieder heran. In die Kabinen ging es jedoch mit einem knappen 48:49-Rückstand.

Wieder auf dem Parkett festigten die Merlins in dieser nach wie vor foulintensiven und durch viele Freiwürfe geprägten Partie ihre Führung. Sie konnten ihren Vorsprung auf acht Punkte ausbauen (58:66), weil unsere Löwen sich zwischenzeitig schwer mit der Merlins-Verteidigung taten. Die Löwen trafen dank ihrer starken Zweierquote zwar weiterhin insgesamt besser aus dem Feld (51%, Merlins 42%) und hatten auch bei den Rebounds und Freiwürfen leicht die Nase vorn, aber die Ballverluste blieben ein Manko. Und die waren neben teils zu leichten Gästepunkten mit ausschlaggebend dafür, dass das Strobl-Team mit 64:68 ins vierte Viertel ging.

Hier gelang es unseren Löwen etwas besser, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Dabei half erheblich, dass plötzlich die Dreier fielen – zumal Scott Eatherton besser abgeschirmt wurde. Nach 30 Minuten hatten unsere Löwen nur 3 von 15 Distanzwürfen getroffen. Jetzt versenkten Lucca Staiger & Co. fünf Dreier in diesem Viertel und holten sich unter lautstarker Unterstützung der Zuschauer die 82:81-Führung. Das Momentum schien trotz umstrittener Schiedsrichterentscheidungen gänzlich auf unsere Seite zu kippen, als Karim Jallow es nach einem Ballgewinn per Dunk krachen ließ und die Fans von den Sitzen riss. Und er war es auch, der keine drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit das 88:82 erzielte. Doch das war nicht genug. Denn unsere Löwen verloren beim Stand von 90:85 zuerst den Ball und vergaben danach zwei Würfe, was die Merlins zurück ins Spiel und zum 92:92 nach 40 Minuten brachte. Wieder Verlängerung.

In diese gingen unsere Löwen bereits ohne Trevor Releford, der in der 37. Minute sein fünftes Foul erhalten hatte. Dennoch lagen sie angetrieben von Tommy Klepeisz nach 1,5 Minuten mit 98:95 vorne. Aber die Merlins kamen wieder zurück und gingen mit 99:98 in Führung. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich auch noch Jairus Lyles rausgefoult und in der 43. Minute kassierte zudem Scott Eatherton sein fünftes Foul. Dies war als unsportlich geahndet worden, woraus die Gäste von der Freiwurflinie vier Punkte machten und auf 98:103 aus Löwensicht wegzogen. Zwar kamen die Löwen nochmals auf zwei Punkte heran. Doch spätestens als Crailsheims Jan Span 50 Sekunden vor dem Ende einen Dreier zum 107:102 traf und die Löwen danach zuerst den Ball verloren und die Merlins dann an die Freiwurflinie schickten, stand die Niederlage fest.

Viertel aus Löwensicht: 26:22, 22:27, 16:19, 28:24, 13:23

Trainerstimmen zum Spiel:

Pete Strobl (Basketball Löwen Braunschweig):
„Natürlich sind wir frustriert, dass wir verloren haben. Wenn eine Mannschaft aber wie wir 23 Ballverluste hat, dann ist es sehr schwer zu gewinnen. Wir sind Kämpfer, wir spielen mit Leidenschaft, wir spielen mit Herz. Aber ab und zu treffen wir die falsche Entscheidung. Es dauert noch, bis die Jungs es wirklich verstehen, auf so einem Niveau – wie wir es als Mannschaft brauchen – zu spielen. Außerdem haben es uns die 50 Freiwürfe unseres Gegners sehr schwer gemacht. Wir hätten das Spiel zwar dennoch in der regulären Zeit gewinnen können. Aber dazu hätten wir als Mannschaft bessere Entscheidungen treffen müssen. Aus diesen Gründen haben wir verloren.“

Tuomas Iisalo (HAKRO Merlins Crailsheim): „Was für ein verrücktes Spiel. Wir sind offensiv gut ins Spiel gestartet. Beide Teams haben aber in der ersten Halbzeit ganz schlecht verteidigt, es gab viele leichte Punkte. Wir wussten, dass die Mannschaft, die zuerst Defense spielt die Oberhand gewinnt. Das ist uns im dritten Viertel und zu Beginn des vierten Viertels gelungen. Aber dann hatte Braunschweig mehr Kraft im Tank. Wir waren in einer sehr schwierigen Situation am Ende. Ich bin sehr stolz auf unsere Spieler, wie sie sich aus dieser Situation zurückgekämpft haben. Das war unser drittes Overtime-Spiel diese Saison. Die zwei Spiele vor diesem haben wir verloren, deshalb ist Stolz das richtige Wort für dieses Spiel.“

Basketball Löwen Braunschweig: Wank 3, Lyles 10, Zeeb 2, Staiger 12 (5 Assists), Klepeisz 21 (5 Assists), Göttsche, Marelja 6, Releford 11 (5 Assists), Lawson III 4, Hübner n.e., Jallow 15 (9 Rebounds), Eatherton 21 (9 Rebounds).

HAKRO Merlins Crailsheim: Russell 15 (8 Assists, 3 Ballgewinne), Carpenter n.e., Stuckey 4, Span 14 (6 Assists, 3 Ballgewinne), Herrera 9 (4 Assists), Bleck 8 (7 Rebounds), Ford 13 (6 Rebounds, 4 Ballgewinne), Morgan 14, Hawkins 24 (8 Rebounds), Jones 14, Urbansky n.e..

Statistik zum Spiel


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