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Jairus Lyles kam in seinem Löwen-Debüt auf 4 Punkte. Foto: SoulClap Media

Der Dreier fiel zu spät: Pokal-Aus im Viertelfinale

14.12.2019

Unsere Löwen haben den Einzug ins MagentaSport BBL Pokal-Halbfinale verpasst. Sie verloren am heutigen Samstagabend, 14. Dezember, in einer umkämpften Partie mit 69:80 (28:38) gegen Titelverteidiger Brose Bamberg. 3057 Zuschauer in der Volkswagen Halle erlebten dabei ein Spiel, das sehr physisch und defensiv geprägt war. So fanden beide Mannschaften offensiv auch nur schwer ihren Rhythmus, was sich in mäßigen Trefferquoten zeigte. Bei den Löwen wollte vor allem lange Zeit kein Dreier fallen. Nach drei Vierteln hatten sie 1 von 14 Würfen vom Perimeter getroffen, ehe Neuzugang Lucca Staiger bei seinem ersten Löwen-Einsatz im letzten Viertel heiß von „Downtown“ lief und den Knoten platzen ließ. Das reichte aber nicht zum Sieg, weil die Bamberger, die zwischenzeitlich schon mit 12 Punkten geführt hatten, immer wieder Antworten hatten – vor allem in Person des Ex-Löwen Christian Sengfelder. Er wurde mit 22 Punkten Topscorer der Partie. Für unsere Löwen, bei denen auch der am Nachmittag vorgestellte Jairus Lyles sein Debüt gab, war Lucca Staiger schließlich mit 14 Zählern am erfolgreichsten.


Das Spiel war von Beginn an sehr intensiv, beide Teams schenkten sich wenig und standen defensiv gut. Somit mussten die Würfe hart erarbeitet werden und fielen bei beiden Mannschaften zu 55 Prozent aus dem Zweier- aber nahezu gar nicht aus dem Dreierbereich. Das änderte die Einwechslung von Lucca Staiger auch erstmal nicht. Unterm Strich war die Dreierquote ernüchternd: Die Bamberger hatten ein Mal getroffen, die Löwen nach zehn Minuten kein einziges Mal und hatten zudem sechs Mal den Ball verloren. Das war auch der engagierten Bamberger Verteidigung geschuldet, die das ausgeglichene Viertel zum Ende hin durch einen Ballgewinn mit abgeschlossenem Schnellangriff letztlich knapp für sich entschied (13:16).

Doch dann lief es bei unseren Löwen. Sie starteten mit einem 7:0-Lauf (20:16) ins zweite Viertel, was Gäste-Coach Roel Moors sofort zu einer Auszeit zwang. Darauf folgte prompt die Antwort: Der Pokal-Titelverteidiger legte einen 9:0-Lauf aufs Parkett, ehe Joe Lawson den Run nach sehenswertem Löwen-Passspiel stoppte. Neuzugang Jairus Lyles konnte gleich danach zum 24:25 verkürzen (16. Minute), doch stockte dann wieder der Offensivmotor. Dem Team von Pete Strobl gelangen in den vier Minuten bis zur Halbzeit nur noch vier Punkte und das nutzen die Bamberger, die sich nach 20 Minuten einen 10-Punkte-Vorsprung erspielt hatten (28:38).

Doch der wurde nach der Pause korrigiert. Zwar gerieten die Löwen zunächst mit 12 Punkten in Rückstand (28:40), starteten dann allerdings eine Aufholjagd, bei der Trevor Releford das Spiel etwas mehr in seine Hände nahm. Der Löwen-Spielmacher traf den ersten Löwen-Dreier dieser Partie, erzielte binnen weniger Minuten insgesamt 7 Punkte und hatte großen Anteil an einem 10:0-Lauf zur 43:42-Führung (26. Minute). Dann wollte in der Offensive allerdings minutenlang wieder kaum was gehen. Unsere Löwen erzielten nur noch drei Punkte und damit verpuffte das Comeback – zumal der Gegner, jetzt auch etwas besser von der Dreierlinie, zurück ins Spiel fand und nach 30 Spielminuten wieder mit 10 Punkten vorne lag (46:56).

Aufgegeben hatten unsere Löwen sich trotz des Rückschlags aber nicht. Und das lag vor allem an Lucca Staiger. Der Neu-Löwe war bis ins letzte Viertel kaum in Erscheinung getreten, zeigte jetzt aber seine Wurfstärke. Er lief von der Dreierlinie heiß, von wo die Löwen bis zu diesem Zeitpunkt nur ein Mal erfolgreich gewesen waren. Insgesamt vier Dreier verwandelte Lucca Staiger und führte das Strobl-Team damit zuerst zum 64:68 und dann zum 67:71 (37. Minute). Das witterte zwar wieder die Chance, das Spiel noch drehen zu können. Doch stand auf der anderen Seite Ex-Löwe Christian Sengfelder, der einen starken Tag und die richtigen Antworten hatte. Er konterte die letzten beiden Staiger-Dreier umgehend ebenfalls aus der Distanz und besiegelte damit die Löwen-Niederlage.

Viertel aus Löwensicht: 13:16, 15:22, 18:18, 23:24;

Trainerstimmen zum Spiel:

Pete Strobl (Basketball Löwen Braunschweig):
„Wir haben eine schwierige Woche gehabt und auch ein paar Spiele in Folge verloren. Ich bin aber stolz darauf, dass wir ziemlich gut gestartet sind, vor allem in der Verteidigung. Im dritten Viertel haben wir Bamberg kurz den Vorsprung genommen, das zeigt unseren Charakter. Insgesamt muss man sagen, dass wir froh über unsere beiden Neuzugänge sind. Es dauert eine Weile, bis sie ihren Rhythmus gefunden haben. Aber wir freuen uns auf das Training in der nächsten Woche zusammen mit ihnen. Wir sind bereit, wieder zu gewinnen und als Mannschaft zu lernen. Und wir haben intelligente Spieler, die das können.“

Roel Moors (Brose Bamberg): „Für uns war das ein sehr wichtiges Spiel. Wir waren in einem Tief, deshalb bin ich sehr stolz darauf, wie wir hier aufgetreten sind. Wir haben eine sehr gute Defense gespielt und in der ersten Hälfte die Bretter kontrolliert, obwohl Braunschweig ist ein sehr gutes Rebound-Team ist. Von all den letzten Spielen war das heute unser konstantestes. Braunschweig ist zwar zurückgekommen, aber danach hatte immer wieder einer meiner Spieler starke Momente. Chris Sengfelder hat zum Beispiel immer eine Antwort auf Lucca Staigers Dreier gegeben. Insgesamt denke ich, haben wir eine gute Leistung gezeigt.“

Basketball Löwen Braunschweig: Wank 3, Lyles 4, Zeeb, Staiger 14, Klepeisz 6, Göttsche n.e., Marelja 7 (6 Rebounds), Releford 12 (4 Assists), Lawson III 6 (7 Rebounds), Jallow 6 (6 Rebounds), Eatherton 11 (9 Rebounds).

Brose Bamberg: Lee 6 (6 Assists), Weidemann, Taylor 4, McLean, Plescher n.e., Olinde, Seric n.e., Harris 9, Obasohan 15 (5 Rebounds, 3 Assists), Sengfelder 22 (8 Rebounds), Taylor 12, Marei 12 (9 Rebounds).

Statistik zum Spiel


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