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Chris Sengfelder zeigte eine starke Leistung und kam auf 15 Punkte sowie 9 Rebounds. Foto: Marcus Förster

Starkes Comeback nicht belohnt: 77:78-Niederlage in Bayreuth

21.10.2018

Unsere Löwen sind denkbar knapp an einem Überraschungssieg vorbeigeschrammt. Mit dem wieder genesenen Bazou Koné, aber nach wie vor ohne DeAndre Lansdowne, hat das Team von Headcoach Frank Menz am heutigen Sonntag ganz knapp mit 77:78 (33:39) beim Playoff-Anwärter und Champions League-Teilnehmer medi bayreuth verloren. Nach einem guten Auftakt gerieten die Löwen zur Halbzeit mit sechs Punkten und im dritten Viertel sogar schon mit 14 Zählern in Rückstand. Aber die Löwen gaben sich nicht auf und glaubten an ihre Chance – die sie aufgrund einer starken Aufholjagd im letzten Viertel auch bekamen. Das gewann das Menz-Team mit 25:14 und hatte in einer spannenden Schlussphase die Chance auf den Sieg, doch wurde der finale Wurf des überragenden Scott Eatherton geblockt. Der Löwen-Center kam auf starke 23 Punkte und zehn Rebounds. Thomas Klepeisz (14), Christian Sengfelder (15) und Joe Rahon (11) trafen ebenfalls zweistellig. Für Bayreuth war Hassan Martin am erfolgreichsten (19 Punkte).


Die Löwen starteten sehr fokussiert, allen voran Scott Eatherton. Unser Center wurde immer wieder gut in Szene gesetzt und erzielte die ersten neun Punkte zur Braunschweiger Führung. Auf Bayreuther Seite wollte dafür zunächst noch nicht viel fallen – zumindest bis die von der Bank genommenen Spieler um Hassan Martin anfingen, offensiv wie defensiv Akzente zu setzen. In der 8. Minute gerieten die Löwen dann erstmals ins Hintertreffen und gingen mit 18:22 ins zweite Viertel.

Der Rückstand vergrößerte sich schnell auf sieben Punkte (18:25, 12. Minute). Aber Scott Eatherton und Christian Sengfelder hielten dagegen und brachten die teils nervös agierenden Löwen auf 23:25 heran. Das Manko in diesem Viertel waren allerdings neben der schwachen Dreierquote die Ballverluste: Neun Mal verlor unser Team das Spielgerät, woraus die Bayreuther Kapital schlugen und zur Halbzeit mit sechs Punkten vorne lagen (39:33).

Zurück auf dem Parkett war der Start ins dritte Viertel denkbar ungünstig: Ein Bayreuther 10:2-Lauf hatte einen 14-Punkte-Rückstand des Menz-Teams zur Folge (35:49, 24. Minute). Doch angeführt von Kapitän Thomas Klepeisz, der elf Punkte in diesem Spielabschnitt erzielte, waren die Löwen in der 26. Minute wieder auf sieben Zähler dran (44:51). Allerdings wurde diese gute Braunschweiger Phase durch ein unsportliches Foul gegen Shaquille Hines gestoppt und die Gastgeber zogen erneut auf 14 Punkte davon (44:58). Aufgegeben hatten die Löwen sich aber noch lange nicht.

Mit 52:64 ging es in den letzten Spielabschnitt und jetzt drehte das Menz-Team auf. In der Verteidigung legten die Löwen eine Schippe drauf und nachdem zuvor viele Würfe nicht gepasst hatten, flutschte es plötzlich offensiv. Scott Eatherton, Christian Sengfelder und Thomas Klepeisz hatten die Offensive bis hierhin getragen und bekamen nun wichtige Unterstützung von Joe Rahon und BJ Blake. Beide zusammen erzielten zehn Punkte zum 64:70. Und nach weiteren Zählern von Christian Sengfelder und Scott Eatherton war es erneut Joe Rahon, der aus der Distanz zum 72:72-Ausgleich traf (37. Minute)!

Das Spiel war an Spannung nicht mehr zu überbieten. Und als Scott Eatherton in der 39. Minute einen erfolgreichen Korbleger mit Foul zur 77:76-Führung verwandelt hatte, da schien der Sieg für die Löwen sogar greifbar. Ein Schlüsselmoment? In dieser packenden Schlussphase entschieden die Schiedsrichter 41 Sekunden vor dem Ende und beim Stand von 77:78 auf ein umstrittenes Offensiv-Foul gegen Eatherton. Danach blieb den Löwen mit dem letzten Angriff nur noch eine Chance, wieder in Führung zu gehen und das Spiel für sich zu entscheiden: Wenige Sekunden vor dem Ende ging der Ball zum überragenden Eatherton, der drehte sich stark bedrängt Richtung Korb, drückte ab – doch wurde sein Wurf geblockt.

Viertel aus Löwensicht: 18:22, 15:17, 19:25, 25:14;

Trainerstimmen zum Spiel:

Frank Menz (Basketball Löwen Braunschweig):
„Zunächst meine Glückwünsche an Raoul zum Sieg. Ich denke, dass wir ein gutes, aber sehr körperlich betontes Spiel gesehen haben. Wir hatte heute Probleme mit der Rotation, da wir auf Lansdowne verzichten mussten. Er ist mit Abstand unser bester Offensivspieler. Koné konnte zwei Wochen lang nicht trainieren. Bei seinem Spiel merkte man, dass er noch keinen richtigen Rhythmus hat. Wir hatten uns aber vorgenommen, physisch dagegen zu halten. Nach der Halbzeit kam Bayreuth aber gut und physisch ins Spiel und da haben wir uns im dritten Viertel etwas den Schneid abkaufen lassen. Wir haben dennoch die ganze Zeit daran geglaubt, dass wir eine Chance bekommen würden und hatten diese auch. Wir haben uns wieder zurück ins Spiel gekämpft und endlich aufgehört, zu viel zu überlegen. Denn wir haben viel zu nervös agiert. Außerdem haben wir vier Spieler, die neu in der BBL sind und es entsteht ein sehr hoher Druck, den sie sich in erster Linie selbst machen. Leider haben wir auch viele einfache Würfe und offene Lay-Ups nicht getroffen. Es ist aber schade, da ich gerade sah, dass es definitiv kein Offensiv-Foul von Scott war. Und dass damit das Spiel entschieden wird, finde ich traurig.“

Raoul Korner (medi bayreuth): „Zunächst einmal Glückwunsch an meine Mannschaft zum hart umkämpften Sieg. Wir haben so ein Erfolgserlebnis dringend notwendig gehabt. Man hat gesehen, dass wir das Spiel über weite Strecken sehr kontrolliert im Griff gehabt haben. Dann lassen wir uns aber durch ein, zwei Situationen nervös machen. Lassen uns aus dem Konzept bringen und werfen alles über Bord, was wir vorher offensiv wie defensiv gut gemacht hatten. Zum Beispiel stoppen wir den Ball nicht beim Pick & Roll, doppeln, wo es überhaupt nichts zu doppeln gibt oder packen bei einem Rebound nicht richtig zu, der scheinbar schon in unsere Arme fliegt, wo der Gegner dann nur noch einen Lay-up machen muss. Im letzten Viertel hat es so ausgesehen, als hätten wir versucht, das Spiel noch aus der Hand zu geben. Ich bin aber froh, dass das letztlich nicht der Fall war. Das Spiel hat aber gezeigt, wie fragil das ganze Gebilde noch ist.“ 


Basketball Löwen Braunschweig: Nawrocki, Blake 6, Figge, Klepeisz 14 (7 Assists), Sengfelder 15 (9 Rebounds, 3 Assists, 3 Ballgewinne), Taylor 4, Koné, Hines 4, Rahon 11 (6 Rebounds, 3 Assists), Eatherton 23 (10 Rebounds), Lagerpusch.

medi bayreuth:
Thomas 13, Robertson 3, Stockton 16, Doreth, Seiferth 6, Martin 19 (9 Rebounds), Wachalski 1, Hrovat 9 (4 Assists), Meisner, Brooks 11 (5 Rebounds), Raivio n.e., Krug n.e.

Boxscore zum Spiel


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