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Zu viele Fahrkarten von "Downtown"

03.12.2007

New Yorker Phantoms – Bayer Giants Leverkusen 70:75 (23:22, 17:18, 10:17, 20:20)

Hochs und Tiefs. Ein Lauf hier, ein Konter dort. Die Partie zwischen den New Yorker Phantoms und den Bayer Giants Leverkusen hatte viele Elemente, die bei den 3.800 Zuschauern für ordentlich Unterhaltung im Rund der Volkswagen Halle sorgten. Da war die schnelle Führung der Gastgeber, aber auch die 24 verworfenen Braunschweiger Dreier in Folge.


New Yorker Phantoms – Bayer Giants Leverkusen 70:75 (23:22, 17:18, 10:17, 20:20)

Hochs und Tiefs. Ein Lauf hier, ein Konter dort. Die Partie zwischen den New Yorker Phantoms und den Bayer Giants Leverkusen hatte viele Elemente, die bei den 3.800 Zuschauern für ordentlich Unterhaltung im Rund der Volkswagen Halle sorgten. Da war die schnelle Führung der Gastgeber, aber auch die 24 verworfenen Braunschweiger Dreier in Folge. Diese Negativserie sollte bei der finalen Aufholjagd der Phantoms von Nikita Khartchenkov gestoppt werden. Reichen sollte es letztlich allerdings nicht, da die Rheinländer über vierzig Minuten gesehen die „Big Points“ markierten und der Mutapcic-Truppe eine knappe 70:75-Niederlage zufügten.

Die ersten Minuten hatten den Phantoms einen Blitzstart bei hoher Trefferquote aus der Distanz beschert. Nachdem Jonathan Levy die Partie per Dreier eröffnete wanderte der Ball in der Folge nur noch ans Brett, wo besonders Kyle Visser in der Anfangsphase eine gutes Händchen hatte. Da auch der zweite Braunschweiger Dreier – abgefeuert von Steven Wright – sein Ziel fand, schrillten bei den Gästen früh die Alarmglocken (13:4, 4. Minute). Giants-Coach Achim Kuczmann forderte eine Auszeit und instruierte seine Mannen neu. Die in blau gekleideten Leverkusener zogen merklich das Tempo an und initiierten ihrerseits einen fulminanten 17:4-Lauf, an dem der von der Bank kommende Tyron McCoy mit zwei Dreiern in Serie maßgeblich beteiligt war (17:21, 8. Minute). Bis zur Viertelpause gestatteten die Hausherren Leverkusen lediglich noch einen erfolgreichen Freiwurf und kamen so noch zu einer knappen Führung (23:22).

Der zweite Durchgang war deutlich kampfbetonter. Weder die Niedersachsen noch die Rheinländer konnten sich nennenswert absetzen (29:28, 15. Minute). Defensiv wurde auf beiden Seiten deutlich mehr investiert, was die totale Punkteausbeute merklich in den Keller trieb (40:38).

Nach dem Seitenwechsel wollte das Runde schlichtweg nicht durchs Runde. In fröhlich-unterhaltsamem Run-and-Gun ging es auf dem Parkett der Volkswagen Halle rauf und runter. Dabei fiel eine gefühlte Ewigkeit lang kein Korb für die Gastgeber. Ein Ballverlust reihte sich an den nächsten, Achim Kuczmann rief seinen Schützlingen immer wieder motivierend zu, während Emir Mutapcic innerhalb der Coaching-Box „mitverteidigte“ und sich ungewohnt früh seines Jacketts entledigte (42:43, 25. Minute). Auch nach einem Philosophiewechsel hin zum geordneten Setplay kam kein Punktesegen auf. Erst zwei späte Dreier von Brendan Winters und McCoy kurz vor der Viertelpause brachten die Gäste auf Distanz (50:55).

So verschlafen die Giants in den ersten Abschnitt starteten, so kamen die Hausherren zu Beginn des Schlussviertels nicht in die Gänge (50:60, 32. Minute). Mutapcic suchte in einer schnellen Auszeit die Lösung für die plötzliche Blockade, konnte diese jedoch auch mit einer zweiten taktischen Spielunterbrechung nicht vollends aus dem Raum schaffen. Stattdessen marschierte Leverkusen Zähler um Zähler davon (52:66, 35. Minute). Gegen die gut aufgestellte Ball-Raum-Verteidigung der Rheinländer wollte aus der Distanz kein Ball durch die Reuse fallen. Anspielstationen in Korbnähe waren wegen der Präsenz eines Ransford Brempong, Eric Taylor oder Nate Fox kaum auszumachen. Bei den Gastgebern fehlte – mit Ausnahme von Domonic Jones – jeglicher Druck von den kleinen Positionen auf die Zone. Die Initialzündung zur finalen Aufholjagd ging bei noch drei Minuten verbleibender Restspielzeit von den gut 3.800 Zuschauern im Rund der Volkswagen Halle aus, die sich von ihren Sitzen erhoben und lauthals „Defense, Defense...“ skandierten. Und in der Tat wurden die nächsten beiden Leverkusener Angriffe vereitelt, vorn selbst gepunktet – die Chance war plötzlich wieder da. Als Nikita Khartchenkov einen der wenigen Braunschweiger Dreier versenkte, kam dies nach sage und schreibe 24 Fahrkarten von „Downtown“ in Folge einer Erlösung gleich (68:71, 39. Minute). Im nächsten Angriff avancierte der Youngster jedoch zum tragischen Helden, als er nahe der Grundlinie den Ball verlor. Ein taktisches Foul und Zack Whiting verwandelte beide Freiwürfe (68:73, 40. Minute). Noch 30 Sekunden blieben den Phantoms. Der Jumper von John Allen prallte jedoch auf der vorderen Ringkante ab. Die nächsten Leverkusener Freiwürfe versenkte Center Eric Taylor sicher (68:75). Der Korbleger von Domonic Jones mit der Schlusssirene war nur noch Makulatur.

Die New Yorker Phantoms unterliegen in einer spannenden Begegnung mit 70:75 den Bayer Giants Leverkusen, bleiben aber weiterhin auf dem fünften Tabellenplatz.

Nach der Partie zeigte sich Achim Kuczmann wegen des knappen Sieges seiner Mannschaft erleichtert. „Wir haben heute zwei Teams gesehen, die sich auf Augenhöhe begegnet sind“, so der Bayer-Trainer. „Nach den zwei frühen Braunschweiger Dreiern haben wir lange nicht auf unsere Zone zurückgreifen wollen, die uns letztlich aber zum entscheidenden Vorteil verholfen hat.“ An der miserablen Quote (3/28) von jenseits der 6,25m-Linie, aber auch am falschen Rhythmus der Partie sah Phantoms-Coach Emir Mutapcic die Niederlage begründet. „Wir sind über 35 Minuten Leverkusens schnelles Tempo mitgegangen, was uns einfach nicht liegt“, analysierte der Braunschweiger Trainer. „In der Transition-Defense hat unsere Konzentration nicht gestimmt. Zudem haben wir Tyron McCoy nie ganz kontrollieren können.

New Yorker Phantoms:

Wright (5/1), Levy (8/1), Allen (14), Visser (22), Drevo (4), Jones (12), Cain (2), Schmidt, Khartchenkov (3/1)


Bayer Giants Leverkusen:

Winters (5/1), Geib (2), Brempong (8), Bailey (12), McCoy (19/3), Whiting (10), Fox (6/1), Wyrick (1), Taylor (12/1)

 


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