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Von kölsche Liedern und Windmühlen

30.04.2008

New Yorker Phantoms – Köln 99ers 83:77 (21:15, 22:22, 17:23, 23:17)

  Zur Mittagszeit waren die Köln 99ers gen Braunschweig aufgebrochen. Dann gerieten sie in einen Stau, der den Mannschaftsbus elendig lange aufhielt. Folglich wurde die Partie bei den New Yorker Phantoms eine Viertelstunde später angepfiffen. Nichts desto trotz war die Stimmung in der mit 2.320 Zuschauern – darunter 20 jecke Kölsche - gefüllten Volkswagen Halle gut.


New Yorker Phantoms – Köln 99ers 83:77 (21:15, 22:22, 17:23, 23:17)

 

Zur Mittagszeit waren die Köln 99ers gen Braunschweig aufgebrochen. Dann gerieten sie in einen Stau, der den Mannschaftsbus elendig lange aufhielt. Folglich wurde die Partie bei den New Yorker Phantoms eine Viertelstunde später angepfiffen. Nichts desto trotz war die Stimmung in der mit 2.320 Zuschauern – darunter 20 jecke Kölsche - gefüllten Volkswagen Halle gut. Und so stimmten beide Fanlager in das vom DJ häufig eingespielte „Viva Colonia“ lautstark mit ein. Grund zum Feiern gab es allemal, immerhin bestritten die Phantoms ihr letztes Heimspiel der Saison und wollten sich mit einem Sieg von ihrem Publikum verabschieden. Das taten sie dann auch, mussten vorab jedoch 40 Minuten Schwerstarbeit verrichten, denn die Rheinländer boten ihnen einen harten Kampf. Aus diesem gingen die New Yorker Phantoms jedoch siegreich hervor und bezwangen die Köln 99ers mit 83:77, womit sie sich gleichzeitig den neunten Platz in der BBL-Tabelle sicherten.

 

Die knapp 350 Kilometer lange Anreise inklusive Stau schien den Gästen in den Anfangsminuten noch mächtig in den Knochen zu stecken. Einzig Juniorennationalspieler Philipp Schwethelm machte den Eindruck, als ob er sich in der Volkswagen Halle pudelwohl fühlen würde. Der Youngster, der noch auf der Heimfahrt in seinen 19. Geburtstag hineinfeiert, markierte gleich neun der ersten elf Gästezähler. Er konnte jedoch nicht verhindern, dass Braunschweig mit einer mannschaftlich geschlossenen Leistung die Oberhand hatte und eine frühe Führung erspielte. Insgesamt trafen die Phantoms im Anfangsabschnitt acht ihrer zwölf Würfe, wobei sie sechs direkte Korbvorlagen verteilten und Köln sich acht Ballverluste leistete (21:15).

 

Die Fabelquote der Phantoms hielt an. Auch im zweiten Viertel fanden überdurchschnittlich viele Bälle den Weg durch des Gegners Reuse. Mit acht Treffern bei elf Versuchen hielt Braunschweig die Rheinländer weiter auf Distanz. Nachdem sich die Mutapcic-Truppe drauf und dran machte die Differenz gen Zweistelligkeit zu treiben, zündete Brian Greene plötzlich sein Zwischengas (29:21, 14. Minute). Der Amerikaner hatte entscheidenden Anteil am Kölner 8:1-Lauf, der das Momentum beinahe hätte kippen lassen (30:29, 16. Minute). Unter anderem zwei Dreier von Domonic Jones rückten die Machtverhältnisse wieder gerade und stellten erneut den alten Abstand her (43:37).

 

Besser noch, sie bauten ihn nach dem Seitenwechsel sogar aus. Abermals war es ein Dreier von Jones, welcher für ordentlich Stimmung auf den Rängen sorgte (53:43, 25. Minute). Die nächsten fünf Minuten bis zur letzten Viertelpause gehörten allerdings den Domstädtern um Brian Greene. Der dynamische Swingman zeichnete mit neun Punkten im dritten Viertel hauptverantwortlich für die rheinländische Aufholjagd, welche pünktlich zur kurzen Pause im Ausgleich gipfelte (60:60).

 

Den besseren Start ins Schlussviertel nannten die Gäste ihr Eigen (60:64, 31. Minute). Doch Jones und Co. hatten den Konter parat und legten einen 14:2-Run hin, mit welchem sie auch die 2.320 Zuschauer wieder ins Spiel brachten (74:66, 37. Minute). Die 99ers packten ihre Zonenpresse aus und forcierten auf diese Weise diverse Braunschweiger Ballverluste. Diese konnten die Gäste im ersten Anlauf nur selten verwerten, blieben aber ihrer Devise des aggressiven Offensiv-Reboundings treu. Da die Hausherren die jedoch mit schnellen Outlet-Pässen zu knacken wussten, kamen die Zuschauer zum Abschluss noch in den Genuss einer kleinen Jonathan Levy-Flugshow. Erst zimmerte der Guard den Ball beidhändig durch den Ring, dann brachte er einen Windmill-Jam an den Start, der jeder Dunk-Contest-Jury das Wasser in die Augen getrieben hätte.

Die New Yorker Phantoms gewinnen ihr letztes Heimspiel der Saison 2007/08 gegen die Köln 99ers mit 83:77 und sichern sich damit vorzeitig den neunten Tabellenplatz in der Endabrechnung.

 

Im Anschluss an die Partie analysierten die beiden Headcoaches die 40 Nettominuten. „Wir haben Phasen im Spiel gehabt, in denen wir ganz passabel gespielt haben“, befand Kölns Sasa Obradovic. „Insgesamt war es jedoch kein hochwertiges Spiel von uns.“ In den letzten Minuten der Begegnung fehlte der aus sechs Akteuren bestehenden Kölner Rotation schlichtweg die Kraft, um nochmals nachzusetzen. „Für uns war dieser Sieg – wenn man die letzten Jahre betrachtet – sicherlich sehr wichtig“, gab Emir Mutapcic zu Protokoll. „Köln hat heute mehr Willen und Energie gezeigt als wir, doch konnten wir am Ende die wichtigen Würfe verwandeln.“

 

New Yorker Phantoms:

Wright (4), Levy (15/2), Allen (16/1), Visser (3), Drevo (10/1), Stückemann, Jones (17/3), Cain (7), Khatchenkov (3/1), Coleman (8)

 

Köln 99ers:

Greene (28/2), Bjelica (16), Keselj (6/1), Schwethelm (13/1), Booker (4), Idbihi (10)


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