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Testspiel: NYP - Paderborn 57:65 (19:21, 12:15, 14:13, 12:16)

31.08.2007

Auf der einen Seite der breiten Glasfront strömender Regen, auf der anderen Seite ein reges und freundschaftlich-sportliches Auf und Ab. Ganz offensichtlich hatten sich weder die Paderborn Baskets noch die New Yorker Phantoms von den widrigen äußerlichen Bedingungen abschrecken lassen und brachten eine hohe Intensität und viel Spielspaß auf das Parkett. Beide Mannschaften traten nicht in Bestbesetzung an.


Auf der einen Seite der breiten Glasfront strömender Regen, auf der anderen Seite ein reges und freundschaftlich-sportliches Auf und Ab. Ganz offensichtlich hatten sich weder die Paderborn Baskets noch die New Yorker Phantoms von den widrigen äußerlichen Bedingungen abschrecken lassen und brachten eine hohe Intensität und viel Spielspaß auf das Parkett. Beide Mannschaften traten nicht in Bestbesetzung an. Paderborn musste auf den mit der Nationalmannschaft der Virgin Islands an den amerikanischen Kontinentalmeisterschaften teilnehmenden Jason Edwin sowie den verletzten Anthony Washington verzichten. Bei den Phantoms saß Peter Fehse aufgrund von Achillessehnenbeschwerden in zivil auf der Bank. Dennoch entwickelte sich zwischen den BBL-Teams eine Partie, die von unterhaltsamer Transition über ehrliche Verteidigungsarbeit bis hin zu kontrolliertem Setplay alles bot. Am Ende mussten sich die New Yorker Phantoms den Paderborn Baskets jedoch mit 57:65 geschlagen geben.

Die Gäste von der Pader erwischten zunächst den besseren Start in der Halle auf den ehemaligen Kasernengelände. Angeführt von Tim Black und Malik Moore liefen die Baskets einige Halbfeldangriffe durch, an deren Ende sich jeweils ein freier Schütze alle Zeit der Welt nehmen konnte, um den Wurf zu versenken (0:4, 2. Minute). Hatte es im ersten Testspiel gegen Bremerhaven bis zum zweiten Viertel gedauert, ehe Braunschweig in der Verteidigung zulegte, so griff die Mannschaft von Trainer Emir Mutapcic diesmal weitaus früher hart durch. Mit aggressivem Verhalten über das gesamte Feld wurde viel Druck auf das Aufbauspiel der Westfalen ausgeübt und mehrere Ballverluste erzwungen. Vornehmlich Domonic Jones und Jonathan Levy entpuppten sich als treibende Kräfte in der Transition oder auch Early Offense, die leichte Zähler abwarf. Da Paderborn zweimal hintereinander nicht innerhalb von 24 Sekunden zum Abschluss kam verbuchten die Phantoms einen 13:0-Lauf, der Baskets-Coach Douglas Spradley zu einer Auszeit zwang (13:4, 5. Minute). Die Wende leitete der in bester Spiellaune befindliche Black mit einem Dreier ein. Der letztjährige BBL-Debütant schaltete seinerseits in der Defense einen Gang höher und brachte sich darüber wieder in die Partie. Nach einem Block von Marius Nolte an Domonic Jones war es auf der Gegenseite Malik Moore vorbehalten per Korbleger für den Führungswechsel zu sorgen (17:18, 9. Minute). Den minimalen Vorsprung sollte die Spradley-Truppe bis zur Viertelpause nicht mehr aus der Hand geben (19:21).

Paderborn verteidigte die Führung nach der kurzen Unterbrechung und gewann dank konstant guter Verteidigungsarbeit deutlich an Oberwasser. Fast fünf Minuten blieben de Gastgeber ohne Zählbares, während die Baskets die Differenz erstmals in den zweistelligen Bereich trieben (19:30, 15. Minute). Da sich beide Mannschaften allmählich an die Setplays des Kontrahenten gewöhnt hatten wurden erfolgreiche Körbe allmählich Mangelware. Durch viel Stückwerk kam Braunschweig langsam wieder heran, konnte jedoch nicht zwingend verkürzen (26:32, 18. Minute). Das Tempo der Partie nahm ab, die Transition und Abschlüsse innerhalb der ersten zehn Angriffs-Sekunden immer weniger. Obwohl Braunschweig und Paderborn ihre Setplay konsequent durchliefen wollten nur wenig offene Würfe dabei herausspringen (31:36).

Nach dem Seitenwechsel suchten die Hausherren über gesteigerte Intensität in der Verteidigung nach dem Anschluss. Da sich Paderborn mit viel Geduld und der nötigen Übersicht des Duos Black/Moore des defensiven Ansturms gut zu erwehren wusste blieb die Differenz weitestgehend konstant (33:38, 23. Minute). Mutapcic nahm seine tiefe Bank in Anspruch und nutzte die Gunst der Testspiel-Stunde, um seinen Nachwuchsleuten Auslauf zu gewähren. Jannik Freese ereiferte sich im Positionskampf mit Nolte, und der nach sechswöchiger Verletzungspause erst seit Donnerstag wieder im Mannschaftstraining stehende Nikita Khartchenkov bewies mit seinem ersten Wurf – einem Dreier – dass feines Handgelenk nicht unter der Pause gelitten hat (36:44, 26. Minute). Das größte Problem im gesamten Spiel der Phantoms war jedoch die schwache Ausbeute am offensiven Brett. Nach Fehlwürfen war Braunschweig in der ersten Hälfte ohne jegliche Chance auf einen zweiten Versuch geblieben. Im dritten Viertel kamen immerhin drei Rebounds am gegnerischen Brett dazu (45:49).

Was die Gastgeber auch unternahmen, das Momentum wollte nicht auf ihre Seite kippen. Die Phantoms kamen kurz nach Beginn des letzten Abschnittes zwar in unmittelbare Reichweite, doch eine taktische Auszeit von Spradley beendete das kurze Zwischenhoch jäh (49:52, 33. Minute). Des Rhythmus beraubt mussten die Phantoms erneut abreißen lassen, um sich mit einem weiteren Kraftakt zu einem finalen Schlussspurt aufzuschwingen. Anthony Coleman sicherte einige der seltenen Abpraller am offensiven Brett und eröffnete Braunschweig ein spätes Comeback (55:57, 39. Minute). Da den Hausherren jedoch mehrere unglückliche Ballverluste unterliefen und Paderborn die Einladung zu einfachen Punkten dankbar annahm sollte es ein unglückliches Ende für den Mutapcic-Kader geben – spätestens nach dem dritten Black Dreier aus rund siebeneinhalb Metern (55:63, 40. Minute).

Am Ende einer intensiven Partie verlieren die New Yorker Phantoms ihr zweites Testspiel der Saisonvorbereitung mit 57:65 gegen die Paderborn Baskets.

Beide Trainer hatten viel experimentiert und unterschiedliche Erkenntnisse gewonnen. „Wir waren zu Beginn des Spiels mit dem Kopf nicht im Spiel“, befand Baskets-Coach Douglas Spradley. „Es war für uns das erste Mal, dass wir in der Vorbereitung auf eine Mannschaft trafen, die uns physisch gefordert hat. Wir mussten auf viele kleine Dinge achten und haben dies besonders im Reboundverhalten gut umgesetzt.“ Paderborn befindet sich bereits seit drei Woche in der Vorbereitung, was sich in der Eingespieltheit der Mannschaftsteile bemerkbar machte. Spradley: „Das war heute oftmals zu unserem Vorteil, auch wenn in diesem Bereich das Maximum noch nicht erreicht ist.“


Emir Mutapcic zog eine nüchterne Bilanz. „Die Belastung in der Vorbereitung ist hoch“, erläuterte der Phantoms-Trainer. „Deswegen hat uns im Spiel die Spritzigkeit ein wenig gefehlt. Nichts desto trotz müssen wir unsere Athletik im Rebound besser ausnutzen.“ Braunschweig sicherte sich 35 Abpraller, Paderborn derer 41. Mutapcic: „Jeder Spieler ist zum Einsatz gekommen. Nun müssen wir als Team weiter hart arbeiten, um die in den beiden bisherigen Testspielen begangenen Fehler abzustellen.“

New Yorker Phantoms:

Wright (4), Levy (5/1), Allen (4), Visser (6), Drevo (14/2), Stückemann, Jones (8), Schmidt, Khartchenkov (5/1), Coleman (10/1), Freese, Granz (1)


Paderborn Baskets:

Harbut (11), Moore (12), Black (11/3), Hackenesch (2), Becker, Nolte (4), Esterkamp (11/3), Peavy (14)

 


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