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Sportdirektor Oliver Braun

19.06.2007

HPT: Oliver, berichte bitte kurz über Deinen Start hier als Sportdirektor. Wie hast Du Dich eingelebt? Was hast Du als erstes in Angriff genommen?

Oliver Braun: Ich wohne jetzt in Braunschweig und bin jeden Tag hier vor Ort. Das erste was zu tun war, ist Aktenordner wälzen, Verträge lesen und sich einen Überblick verschaffen. So kann ein Soll/Ist-Abgleich erfolgen. Das Soll, wenn auch ein utopisches, ist zweifelsohne Alba. Ein machbares Soll ist Quakenbrück und Oldenburg. Dieser Soll/ Ist Abgleich ist noch im Prozess.

HPT: Skizziere bitte kurz Deinen gesamten Aufgabenbereich, oder andersherum gefragt: Was wird es mit Oliver Braun im Braunschweiger Basketball geben, was es bisher nicht gab?

Oliver Braun: Braunschweig spielt seit mehr als einem Jahrzehnt Bundesligabasketball.


HPT: Oliver, berichte bitte kurz über Deinen Start hier als Sportdirektor. Wie hast Du Dich eingelebt? Was hast Du als erstes in Angriff genommen?


Oliver Braun: Ich wohne jetzt in Braunschweig und bin jeden Tag hier vor Ort. Das erste was zu tun war, ist Aktenordner wälzen, Verträge lesen und sich einen Überblick verschaffen. So kann ein Soll/Ist-Abgleich erfolgen. Das Soll, wenn auch ein utopisches, ist zweifelsohne Alba. Ein machbares Soll ist Quakenbrück und Oldenburg. Dieser Soll/ Ist Abgleich ist noch im Prozess.


HPT: Skizziere bitte kurz Deinen gesamten Aufgabenbereich, oder andersherum gefragt: Was wird es mit Oliver Braun im Braunschweiger Basketball geben, was es bisher nicht gab?


Oliver Braun: Braunschweig spielt seit mehr als einem Jahrzehnt Bundesligabasketball. Das Rad neu erfinden brauche ich hier nicht. Ich sehe mich als Wiedererkennungsfaktor der alten Zeit. Als Identifikationsfigur für Fans und Sponsoren. Mit meiner Körpergröße kann ich Basketball schon gut auch nach außen vertreten. Das wichtigste wird hier in Braunschweig sein, alles zu bündeln, alle Ideen, alle Maßnahmen, auch die Zusammenarbeit mit der SG unter ein Dach zu bekommen. Aus meiner Sicht zogen in der Vergangenheit zwar alle an einem Strang, aber nicht immer in die gleiche Richtung.


HPT: Bevor wir zum Sportlichen kommen. Wie ist Deine Einschätzung der gerade stattfindenden Playoff-Finals?


Oliver Braun: Dass Bamberg die Finals erreicht, ist keine Überraschung. Quakenbrück schon und das finde ich richtig klasse. Uns wird hier doch gezeigt, was auch als vermeintlich kleinerer Verein machbar ist. Geld ist nicht alles. Was wir machen bleibt Sport. Wer am Ende Meister wird, kann keiner vorhersagen.


HPT: Bleiben wir bei Quakenbrück. Was haben die Dragons besser gemacht als wir?


Oliver Braun: Das geht ein wenig in die Richtung, die ich vorhin schon angesprochen habe. In Quakenbrück ziehen alle an einem Strang. Viele Köche verderben den Brei. Chris Fleming ist die Integrationsfigur. Er ist der Erfolgsgarant. Sein Spielerrecruiting war optimal. Hier können wir hoffen, dass wir für die nächste Saison ebenso viele Volltreffer bei der Verpflichtung unserer Spieler landen und dieses in Konstanz weiter führen.


HPT: Du sprichst die neue Saison an. Viele Fans witzeln schon und erwarten ein erneutes Übergangsjahr. Welches Saisonziel wird ausgegeben?


Oliver Braun: Das Ziel muss immer Play-Offs heißen. Aber wir können nur das machen, was der Etat zulässt. 2002 zwei war für Braunschweig ein One-Hit-Wonder des Basketballs. Natürlich wollen wir die Platzierung in Zukunft wiederholen, aber das ist schon ein wachsender Prozess, den wir jetzt einleiten und dann hoffentlich mit Kontinuität füllen.


HPT: Ein weiteres geflügeltes Wort vieler unserer Fans lautet: Die Saison beginnt bei uns erst im Februar. Kann man nicht von Beginn der Saison einen Spieler der Klasse Langhi oder Storey verpflichten, mit der Aussicht auf größeren sportlichen Erfolg und dadurch von Saisonbeginn an wachsenden Zuschauerzahlen?


Oliver Braun: Ich stimme euch da voll zu. Aber: ich muss solch einen Spieler bezahlen können. Und was nutzt mir ein Dan Langhi, wenn ich dann nur noch vier Spieler verpflichten kann. Wir machen zu Saisonbeginn das, was unser Budget hergibt. Ich habe die Verantwortung für den Basketballstandort Braunschweig, für Arbeitsplätze. Man kann kein Geld ausgeben, das man nicht hat. HPT: Kommen wir zu den Spielern. Schätz doch bitte die Spieler der Vorsaison einmal ein. Wen möchtet ihr behalten, wen eher abgeben?


Oliver Braun: Peter Fehse hat Vertrag. Er wird bleiben. Greg Morgan und Vladimir Tica würde ich sehr gern behalten. Beide sind sportlich und, was mir besonders wichtig ist, charakterlich wirklich in Ordnung. Beide haben recht konstant einen guten Job gemacht. Von beiden Spielern gibt es auch Signale, dass sie bleiben möchten. Die Verhandlungen mir den Agenten sind aber sehr schwierig. Milko Bjelica fand ich persönlich nicht so stark. Ihm fehlt die Robustheit unter dem Korb. Tory Walker hat stark angefangen und schwach aufgehört. Mein Wunschspieler auf der Position 3 ist er nicht. Avwee Storey war der emotionale Leader. So einen Spieler brauchst du. Seine Leistungen waren zu schwankend. Aber solch einen Spielertyp wünsch ich mir auch für die neue Saison. Vujo ist ein guter Basketballer. Er hatte aber über die gesamte Saison Probleme mit seinem Wurf. Wenn wir ihn bezahlen können, ist er natürlich ein Thema. Ashanti Cook und Gred Davis waren leider das Dilemma auf der Point Guard Position. Ich denke, dass wir hier zu schwach besetzt waren. Beide werden wir nicht wieder sehen.


HPT: Wie wird unter deiner Führung das Jugendkonzept fortgeführt und wie viele Profis werden im Kader stehen?


Oliver Braun: Hier wird es eine kleine Richtungsänderung geben. Nach heutigem Stand werden wir zusätzlich zu Peter Fehse noch 7 Profis verpflichten. Die Positionen 9, 10 und 11 werden mit Nikita, Flavio und Jorge besetzt. Wie viel Spielzeit sie bekommen, entscheidet natürlich der Coach, aber man kann sich ausmalen, dass es deutlich mehr sein wird.


HPT: Werden wir im neuen Kader alte Bekannte wieder sehen? Plant man ehemalige Publikumslieblinge zurückzuholen, um die Identifikation mit dem Team wieder zu steigern?


Oliver Braun: Das würde ich mir sehr wünschen, aber Spieler wie Pete Lisicky, Adam Hall oder gar Demond Mallet sind schlicht unbezahlbar. Als Lisicky damals kam, spielte er vorher in der Schweiz. Jetzt spielt er in Italien und ist für uns nicht mehr finanzierbar. Dazu kommen die Spieleragenten, die für ihren Spieler jeden Cent mehr herausholen wollen. Und wenn es in Korea 10000 Euro mehr gibt, spielt der Spieler in Korea. Bekannte Gesichter kosten immer mehr. Wir müssen mit unserem Recruiting im Rahmen unserer Möglichkeiten einfach das Optimale herausholen. Und wir müssen damit leben, dass die BBL nur ein Sprungbrett für viele Spieler ist.


HPT: Wann ist mit ersten Verpflichtungen zu rechnen?


Oliver Braun: Ich hoffe in den nächsten Tagen. Wir führen Gespräche mit dem Agenten eines Guards. Ich hoffe das klappt.


HPT: Sprechen wir abschließend über die Fans. Wir hatten letztes Jahr einen Zuschauerschnitt schlechter als im Abstiegsjahr. Wie soll das Thema Fanbindung angegangen werden?


Oliver Braun: Ein ganz wichtiges Thema, das neben den Spielerverpflichtungen oben auf meiner Agenda steht. Es wird eine Saisoneröffnung in familiärerem Rahmen als bisher geben. U.a. ein öffentliches Testspiel und danach Grillen mit dem Team oder eine Doppelveranstaltung mit der SG. Zudem loten wir gerade mit der Halle aus, ob es möglich ist, die Fans näher an das Spielfeld zu setzen. Natürlich ist auch der sportliche Erfolg ein entscheidender Faktor, ob die Fans kommen oder nicht. Auch für Schüler und Studenten wollen wir uns etwas Besonderes einfallen lassen. Das Zauberwort heißt insgesamt Identifikation. Bei den Schülern wollen wir das erreichen, indem wir die Spieler häufiger als bislang in die Schulen schicken.

 


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