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Sportdirektor Oliver Braun steht Rede und Antwort

01.04.2009

Zur derzeitigen Situation des Bundesligisten New Yorker Phantoms sprach das Homepageteam mit Phantoms Sportdirektor Oliver Braun.


HPT: Oliver, wie beurteilst Du die momentane Situation mit sechs Niederlagen in Folge?

Oliver Braun: Das ist für mich ganz schlimm, da ich mich mit dem Braunschweiger Basketball identifiziere und natürlich möchte, dass es hier stetig voran geht.


Zur derzeitigen Situation des Bundesligisten New Yorker Phantoms sprach das Homepageteam mit Phantoms Sportdirektor Oliver Braun.



HPT: Oliver, wie beurteilst Du die momentane Situation mit sechs Niederlagen in Folge?


Oliver Braun: Das ist für mich ganz schlimm, da ich mich mit dem Braunschweiger Basketball identifiziere und natürlich möchte, dass es hier stetig voran geht. Die sportlichen als auch meine persönlichen Ziele, die wir uns gesteckt haben, sind erstmal nicht erreicht. Dennoch werden wir keinen Schnellschuss machen und unüberlegten Aktionismus betreiben, sondern wir vertrauen Mannschaft und Trainer und sind sicher, dass wir diese Saison noch Spiele gewinnen werden. Wir vertrauen dem Coach mit seiner Erfahrung diese schwierige Situation zu meistern.


HPT: Habt ihr denn analysiert, worin dieser Abwärtstrend begründet liegt?


Oliver Braun: Selbstverständlich haben wir das. Es gab mehrere Teammeetings mit allen Beteiligten. Aus unserer Sicht haben die etlichen knappen Niederlagen – wir haben 12 Spiele mit 6 oder weniger Punkten verloren – schon am Selbstvertrauen der Mannschaft gezehrt. Wenn Du als Sportler immer wieder die Erfahrung machst, knappe Spiele zu verlieren, fehlt dir in ähnlicher Situation einfach das Fünkchen Selbstvertrauen, das es braucht, richtige Entscheidungen zu treffen. Das ist der Hauptgrund für die negative Entwicklung. Darüber hinaus wurden auch in Spielen taktische Fehler gemacht. Analysen sind erfolgt und in Düsseldorf bereits geändert worden. Da haben wir taktisch alles richtig gemacht. Unser letzter Wurf, der gut herausgespielt war, fand aber bekanntermaßen leider nicht sein Ziel.


HPT: Es gibt Gerüchte aus dem Fanforum, dass Verhältnis zwischen Dir und der Mannschaft sei aufgrund mangelnder Kommunikation nicht zum Besten bestellt. Kannst Du dazu Stellung nehmen?


Oliver Braun: Es ist mir nicht bekannt, dass einzelne Spieler irgendwelche Probleme mit mir hätten. Ich bin regelmäßig beim Training und nah genug an der Mannschat, um so etwas merken zu können. Allerdings muss sich ein Profiteam es gefallen lassen, wenn man es auch mal kritisiert. Ich bin nicht dafür da, nur mit den Spielern auf „Kuschelkurs“ zu gehen, sondern auf Missstände auch hinzuweisen. Meine Tür steht immer offen und die Spieler wissen das und nutzen dieses auch.

Ich verstehe, dass im Fanforum auch Kritik ausgeübt werden muss und hier diskutiert wird. Es ist nur schade, dass teilweise Statements stattfinden von und über Beteiligte, bei denen Informationen auf der Strecke bleiben und hierdurch schnell ein verquertes Bild entsteht. Ich stehe jedem gerne Rede und Antwort.


HPT: Hat es denn schon Gespräche mit den Spielern über die Perspektive für ein Engagement über diese Saison hinaus gegeben?


Oliver Braun: Ich habe den Spielern gesagt, dass sie sich jetzt in dieser schwierigen Situation beweisen können und zeigen sollen, dass sie für Braunschweig spielen wollen und gern hier bleiben möchten. Die folgenden Spiele sind für alle Spieler Charaktertests. Hier wird sich herausstellen, wer langfristig zu uns passen kann. Bei solchen Signalen suchen wir schnellstmöglich Gespräche.


HPT: Die Nachverpflichtung von Ayinde Ubaka hat nicht die erhoffte Wirkung erzielt.


Oliver Braun: Anhand der Ergebnisse ist dies leider erstmal richtig. Dennoch: Er ist meiner Meinung nach ein sehr guter Aufbauspieler, zieht die Fäden und kann ein Team führen. In seiner Spielzeit hat er auch kaum Fehler gemacht. Dass wir so viele Spiele nur knapp verloren haben, zeigt ja auch, dass die zu Saisonbeginn zusammengestellte Mannschaft Qualität besitzt.


HPT: Es kommen immer weniger Fans in die Halle. Das ist doch eine nicht gewollte Entwicklung. Am Marketing kann es doch nicht liegen?


Oliver Braun: Mir tut es besonders Leid für die Fans, dass es nicht mehr Siege zu feiern gibt. Ich komme hier aus der Region und weiß – auch als ehemaliger Braunschweiger Spieler – dass es ein Riesenpotenzial an Fans und Begeisterung für Basketball in der Stadt gibt. In der jetzigen Situation hilft nur den Rücken zu stärken. Jetzt muss gekämpft werden und die Mannschaft wird Spiele gewinnen. Ich setze also in erster Linie auf eine sportliche Trendwende. Marketingtechnisch sind wir weit besser aufgestellt als je zuvor, was man auch nach außen sieht. Natürlich kann man da noch mehr machen, dieses soll/muss aber im finanziellen Budget sein.


HPT: Die Fans formulieren, dass sie sich anstelle von durchschnittlichen Collegespielern auch unsere deutschen Talente im Team vorstellen könnten und zielen in dieselbe Richtung wie Bundestrainer Bauermann mit seiner Kritik. Wie stehst Du dazu?


Oliver Braun: Wie ich im Zeitungsinterview bereits erwähnte, teile ich in vielen Aspekten die Kritik des Bundestrainers, wenngleich seine Wortwahl sicher zu drastisch war. Es stimmt aber auch, was Alba-Coach Luka Pavicevic angemerkt hat, dass der Erfolgsdruck in Deutschland vielen Trainern nicht die Möglichkeit lässt, Talente unter Wettkampfbedingungen zu entwickeln. Es bleibt also eine Gradwanderung. In Zukunft werden wir aber weiter versuchen müssen unsere NBBL-Spieler in die Bundesligamannschaft zu integrieren. Meine Generation hat damals auch das Vertrauen bekommen und wir sind auch zu gestandenen Bundesligaspielern gereift. Warum sollten das die Talente von heute nicht schaffen?


HPT: Gewinnen wir gegen Frankfurt?


Oliver Braun: Wir haben mit Frankfurt noch eine Rechnung offen, deshalb glaube ich fest daran! Der Aufwärtstrend aus den Spielen gegen Bamberg und Düsseldorf muss weitergehen. Zudem haben wir gegen die Spitzenteams der Liga fast immer gute Leistungen zeigen können. Das Team arbeitet hart für den Erfolg und hat auch den nötigen Stolz, Spiele unbedingt gewinnen zu wollen. Frankfurt hat uns diese Saison ja schon zweimal bezwungen. Jetzt sind wir einfach einmal an der Reihe! 

 


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