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Isaiah Swann traf zunächst nichts, drehte aber ab dem dritten Viertel auf. Foto: FC Bayern München

Sensation knapp verpasst: 92:96-Niederlage beim FC Bayern München

12.01.2014

Die New Yorker Phantoms Braunschweig haben am Sonntagabend die Sensation knapp verpasst. Sie verloren hauchdünn mit 92:96 (40:45) beim Tabellenführer und Euroleague-Teilnehmer FC Bayern München. Nachdem die Mannschaft von Raoul Korner bereits mit elf Zählern zurückgelegen hatte, kämpfte sie sich mit einer starken Dreierquote (42 Prozent) wieder heran und hatte bis kurz vor Ende sogar an einem Sieg geschnuppert. Bei den Phantoms-Basketballern, bei denen Erik Land und Achmadschah Zazai nach überstandener Verletzungspause wieder an Bord waren, punkteten fünf Spieler zweistellig. Topscorer wurde Isaiah Swann mit 23 Zählern. Beim FC Bayern München war Malcolm Delany mit 16 Punkten bester Punktesammler.


Die New Yorker Phantoms starteten mit ihrer üblichen Startformation in die Begegnung und erzielten die ersten beiden Punkte der Partie durch Kyle Visser. Der Braunschweiger Center präsentierte sich auch in den nächsten Angriffen richtig „heiß“ und markierte vier weitere Zähler zum 5:6 für sein Team (3. Minute). Allerdings blieben seine Kollegen noch ohne das nötige Wurfglück, weshalb sie den FC Bayern München zunächst auf 13:6 davonziehen lassen mussten. Aber diesen Rückstand machten die Braunschweiger Korbjäger schnell wieder wett: Zuerst traf Aaron Doornekamp, dann Immanuel McElroy und schließlich Robert Kulawick, der seine Mannschaft mit fünf Punkten in Folge zur 15:16-Führung warf (8. Minute). München-Coach Svetislav Pesic nahm eine Auszeit – auf die folgten drei Zähler des FC Bayern in Folge. Den Schlusspunkt der ersten zehn Minuten setzte jedoch Maurice Pluskota per Freiwurf zum 18:17.

Mit Beginn des zweiten Viertels kam Erik Land nach längerer Verletzungspause erstmalig wieder zum Einsatz. Allerdings kassierte er binnen weniger Sekunden drei Fouls und musste daher wieder auf die Bank. Das Spiel war in dieser Phase vor allem von der Dreierlinie geprägt. James Florence netzte zwei Mal hintereinander aus der Distanz ein. Doch auch die Gastgeber präsentierten sich sicher von der 6,75-Meterlinie und konnten sich in der 13. Minute auf 30:23 absetzen. Und die New Yorker Phantoms gerieten noch höher in Rückstand, auch weil die Münchener mehr Druck ausübten und so Braunschweiger Ballverluste provozierten. Elf Zähler lagen Florence & Co. zwischenzeitlich zurück, ehe sie eine Aufhol-Offensive starteten. Ein 7:0-Lauf stellte das 39:35 in der 18. Minute her. Und nach einem Dreier von Immanuel McElroy waren es plötzlich nur noch drei Punkte Rückstand (41:38). In die Halbzeit ging es aber beim Stand von 45:40.

Mit zwei Punkten durch Immanuel McElroy begannen die New Yorker Phantoms das dritte Viertel. Und der erste erfolgreiche Wurf von Isaiah Swann in diesem Spiel sorgte für das 45:45. Die New Yorker Phantoms waren jetzt richtig gut im Spiel und das bestätigte auch Aaron Doornekamp, der einen weiteren Dreier zur 47:48-Führung durch die Reuse warf. Die Braunschweiger Korbjäger waren wach, arbeiteten gut am Brett und setzten den Tabellenführer unter Druck. Maurice Pluskota, der für den mit drei Fouls auf der Bank sitzenden Kyle Visser auf dem Parkett stand, sorgte folgerichtig für das 51:55 (25. Minute). Zwar konnten die Münchener ausgleichen, allerdings blieben Florence und Kollegen einen Hauch vorne – auch, weil Isaiah Swann jetzt traf. Der Phantoms-Guard erzielte 15 Punkte in diesem Viertel und hatte entscheidenden Anteil daran, dass sein Team mit einer 66:68-Führung in den vierten Spielabschnitt ging.

Hier erwischten die Gastgeber den besseren Start. Sie erzielten vier Punkte in Serie, auf die auch noch ein unsportliches Foul gegen James Florence folgte. Und jetzt war der Rhythmus bei den New Yorker Phantoms plötzlich gänzlich verloren. Die Münchener machten insgesamt zehn Punkte in Folge zum 76:68 und Raoul Korner sah sich gezwungen, bereits die zweite Auszeit in diesem Viertel zu nehmen (34. Minute). Insgesamt dauerte es fast fünf Minuten, bis die Phantoms-Basketballer ihre ersten Zähler markierten: Aaron Doornekamp versenkte einen Dreier zum 79:71 und jetzt war die Offensiv-Blockade auch wieder gelockert. Zwar musste Kyle Visser mit dem 5. Foul auf der Bank Platz nehmen, aber Isaiah Swann und erneut Aaron Doornekamp netzten zwei Dreier zum 83:77 ein (37. Minute). Die New Yorker Phantoms waren bis zum Ende ganz dicht an den Gastgebern dran und haben an der Sensation geschnuppert: Zwei Sekunden vor Ende stand es nach einem Dreier 94:92. Aber der Tabellenführer behielt die Nerven und gab sich in der gesamten Schlussphase keinerlei Blöße von der Freiwurflinie, weshalb die zwei Punkte in München blieben.

Trainerstimmen zum Spiel:

Raoul Korner (New Yorker Phantoms): Ich denke, dass wir das Spiel über weite Strecken offen halten konnten. Wir mussten heute etwas riskieren und ein wenig darauf spekulieren, dass die Würfe der Bayern von außen nicht fallen. Wir mussten also unter dem Korb dicht machen, sonst hätten wir keine Chance gehabt. In der ersten Halbzeit hat uns die geringe Trefferquote der Bayern in die Karten gespielt, allerdings war es auch nicht förderlich, dass wir auch nicht so getroffen haben, wie wir es uns vorgenommen hatten. Wir wollten Fast Breaks des Gegners und eigene Ballverluste vermeiden, was uns ganz gut gelungen ist. Letztlich waren wir aber nicht in der Lage, dem Druck der Münchner über 40 Minuten standzuhalten.

Svetislav Pesic (FC Bayern München): Wir haben heute ein offizielles Punktspiel und kein Vorbereitungsspiel gespielt. Daher bin ich zunächst einmal zufrieden, dass wir gewonnen haben. An diesem Abend hat sich wieder einmal bestätigt, dass Mannschaften, die gegen uns spielen, mit zusätzlicher Motivation und Energie auftreten. Das ist für uns aber keine neue Situation. Wir haben phasenweise eine schlechte Einstellung gezeigt, die wir uns nicht erlauben können. Wir haben bisher noch nichts gewonnen und können uns diese Überheblichkeit nicht erlauben. Das werde ich als Trainer künftig nicht zulassen.

New Yorker Phantoms: Swann 23 (7 Assists), Kulawick 6, Zazai n.e., Visser 11, Florence 18 (5 Assists), Doornekamp 17 (4 Assists), Johnson n.e., Pluskota 3, Wenzel n.e., Land, McElroy 14 (5 Assists), Bogdanov n.e.

FC Bayern München: Troutman 10, Hamann 1, Schaffartzik 10, Thompson 14, Staiger 3, Benzing 14, Zipser, Delaney 16, Idbihi 8, Savovic 7, Taylor 13, Bryant.


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